Am 15.02.2010 hat das Amtsgericht Nürnberg in dem Verfahren über den Insolvenzantrag der Kago-Kamine-Kachelofen GmbH & Co - Deutsche Wärmesysteme KG vertreten durch die persönlich haftende Gesellschafterin Kago-Kamine-Kachelofen GmbH diese vertreten durch die Geschäftsführer Karl-Heinz Kago und Dr. Pierre Kago die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet.
Kago Geschäftsführer Herr Dr. jur. Pierre Kago musste Insolvenz beantragen. Foto: Kago
Noch im Oktober letzten Jahres wurde Kago zur „Marke des Jahrhunderts“ vom Verlag "Deutsche Standards Editionen“ im Rahmen der Frankfurter Buchmesse ausgezeichnet, doch jetzt ist das Familienunternehmen pleite und musste einen Insolvenzantrag stellen.
Dabei war Kago einmal ein florierendes Unternehmen. 2006 galt als das umsatzstärkste Jahr in der KAGO-Geschichte. Die Übergabe der operativen Geschäfte von Karl-Heinz Kago an den adoptierten Sohn Dr. jur. Pierre Kago erfolgte im Jahr 2007. Auch 2008 wurde seitens Kago noch von einem Rekordjahr gesprochen. Aber drastische Auftragsrückgänge haben nun zur Insolvenz geführt. Da hat es auch nicht mehr geholfen, dass Schlagerstar Jürgen Drews Ende November 2009 noch stolzer Besitzer eines KAGO-Heizkamins wurde.
Das Amtsgericht hat als Insolvenzverwalter den Rechtsanwalt Volker Böhm aus Nürnberg bestellt. Böhm hatte auf einer Mitarbeiterversammlung als Insolvenzgrund einen starken Rückgang bei den Auftragseingängen genannt und will in den nächsten Tagen laut eines Berichts des Bayrischen Rundfunks online vom 16.02.10 prüfen, ob genügend finanzielle Mittel vorhanden sind, um das Unternehmen weiterzuführen und wieder konkurrenzfähig zu machen. Anfang Februar hatte bereits die zur Unternehmensgruppe gehörende Kago-Röhl Ofenkachelfabrik laut Welt online Insolvenz angemeldet.
Familienunternehmer Karl-Heinz Kago, laut Spiegel im Dezember 2007 zu einer Bewährungsstrafe von eineinhalb Jahren aufgrund eines Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetzes verurteilt, hat aber neben der Insolvenz auch noch weiteren Ärger mit der Justiz. Die Nürnberger Staatsanwaltschaft ermittel zurzeit wegen des Verdachts auf Sozialversicherungsbetrug, berichtete die Welt online am 17.02.10 in einem Artikel.
Kago war mitunter über die eigenen Verkaufsmethoden negativ aufgefallen. Wie der Bayrische Rundfunk online in seinem Artikel vom 16.02.10 ebenfalls berichtet, wurde so manche Verkaufsmethode von Kago zum Fall für Verbraucherzentralen. Wenn Kunden vom Kaufvertrag zurücktreten wollten, hatten sie bei Kago oft keine Chance, heißt es weiter in dem Artikel.
Nun muss jedoch erst einmal der Insolvenzverwalter seine Prüfungen vornehmen. Der HaustechnikDialog wird über die weiteren Entwicklungen bei Kago informieren.