Die Auswirkungen der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2009 haben auch den Pumpenhersteller Wilo bei der Umsatzentwicklung getroffen. Einen Umsatzrückgang von 5,2 Prozent auf 926,1 Mio. Euro musste man verzeichnen. Doch durch ein frühzeitg eingesetztes, systematisches Krisenmanagement hat sich Wilo dennoch erfolgreich behauptet und konnte das operative Ergebnis verbessern.
Alexander von Schweinitz (re), seit dem 1.Mai Ressort Vertrieb und Marketing, wird von Oliver Hermes, Sprecher des Vorstands, Ressort Finanzen, Controlling und Personal und Dr.-Ing. Holger Krasmann (li), Ressort Technik und Produktion
neu im Wilo-Vorstand begrüßt.
Oliver Hermes betonte, dass sich die Liquidität der Wilo-Gruppe auf einem "Allzeithoch" befindet.
Holger Krasmann, Vorstand Technik und Produktion, sieht Wilos Stärke in dem sehr breiten Portfolio des Konzerns.
Auf einer jüngst in Dortmund stattgefundenen Bilanzpressekonferenz gab der inzwischen wieder vervollständigte Wilo-Vorstand einen Überblick über das abgelaufene Geschäftsjahr 2009 sowie einen Ausblick auf das Geschäftsjahr 2010. Neben Oliver Hermes, Vorstand Finanzen, Controlling und Personal und seit 1. Januar 2010 Vorstandssprecher der WILO SE, und Dr.-Ing. Holger Krasmann, Vorstand Technik und Produktion, gehört seit dem 01. Mai 2010 Dipl.-Ing. Alexander von Schweinitz dem Wilo-Vorstand an. Schweinitz ist für das Ressort Vertrieb und Marketing zuständig.
„Erfolgreich in turbulenten Zeiten“
Hermes beschrieb zunächst das wirtschaftliche Umfeld des vergangenen Wirtschaftsjahres: „Wir alle waren Zeitzeugen einer der größten Rezessionen in der Geschichte der Weltwirtschaft, einer der größten Krisen, die es je an den Finanz- und Kapitalmärkten sowie in der Realwirtschaft gegeben hat.“ Wie sich die Wilo-Gruppe in diesem Krisenumfeld geschlagen hat, fasste Hermes unter dem Motto „Erfolgreich in turbulenten Zeiten“ zusammen. „Wir können feststellen, Wilo hat sich in der Finanz- und Wirtschaftskrise in 2009 erfolgreich behauptet. Das Geheimnis unseres Erfolges ist hierbei ein robustes Geschäftsmodell. Wir sind solide finanziert und wir haben uns umsichtig bei der Umsetzung unserer Maßnahmen zur Begegnung der Krise verhalten,“ so Hermes in seinen Erläuterungen.
Desweiteren würden sich gerade jetzt die innovativen Produkte und Produktneuheiten im Umfeld der Krise auszahlen. So könne man derzeit bspw. gerade im Bereich der Hocheffizienzpumpen weitere positive Wachstumsraten verzeichnen.
Zur Umsatzentwicklung in den einzelnen Regionen der Welt ließe sich laut Hermes festhalten, dass Wilo regional unterschiedlich stark von der Krise betroffen sei. „Überall dort, wo die Finanz- und Wirtschaftskrise überproportional zuschlug, haben auch wir sie überproportional gespürt. Das heißt aber auch im Umkehrschluss, dass es Märkte gibt, die stabil geblieben oder auch gewachsen sind,“ so Hermes. Korrespondierend mit einer allgemeinen positiven asiatischen Wirtschaftsleistung in 2009, insbesondere in China und Indien, konnte auch die Wilo-Gruppe in 2009 ihre Umsatzerlöse in Asien (China, Indien und Korea) um 12 % gegenüber dem Vorjahr steigern. In Asien erwirtschaftete Wilo insgesamt etwa 170 Mio. Euro Umsatz und auch zukünftig sieht man den asiatischen Markt als sehr wichtig für die eigene Entwicklung an.
Mit dem Wachstumskurs der asiatischen Region kompensierte Wilo zum Teil Rückgänge in der Geschäftstätigkeit in anderen Regionen. Belastend für die Konzernerlöse wirkte sich das in 2009 deutlich rückläufige Osteuropageschäft für Wilo aus. Mit Ausnahme von Polen hätten laut Hermes alle Staaten in Osteuropa eine schwere Rezession durchlaufen, dementsprechend hätte die Wilo-Gruppe in 2009 einen deutlichen Umsatzrückgang in Höhe von 18,4 % hinnehmen müssen. Den eigenen Umsatz für Westeuropa in 2009 mit -4,6 % hält man im Vergleich zur Wilo-Gruppe insgesamt für „moderat“.
In Deutschland, dem für Wilo wichtigsten Einzelmarkt, trotze man sehr stark der Krise obgleich eines schwierigen konjunkturellen Umfelds. „Lässt man hier die negative Geschäftsentwicklung und die anhaltende Schwäche im Heizkesselmarkt bei der Betrachtung außen vor, so sind wir in Deutschland ordentlich und deutlich um 7,2 % gegenüber dem Vorjahr gewachsen,“ so Hermes zu dem deutschen Umsatz ohne OEM-Geschäft. In Amerika, Afrika und dem Mittleren Osten sei der Umsatz um 1,5 % gesunken.
Insgesamt zeigt also die wirtschaftliche Entwicklung Wilos im vergangenen Geschäftsjahr, dass trotz eines Umsatzrückgangs um 5,2 % auf 926,1 Mio. Euro, das Konzernergebnis nach Steuern gegenüber dem Vorjahr von 45,2 Mio. auf 68,6 Mio. Euro gestiegen ist.
Trotz Kostensenkungsmaßnahmen wurden laut Krasmann die Ausgaben für Forschung und Entwicklung um 2,5 % gesteigert, da die Budgetrestriktionen nicht zu Lasten einer zukünftigen Entwicklung gehen sollten. So betrugen die Aufwendungen für F & E im Jahr 2009 35,3 Mio. Euro, das entspricht in etwa 3,8 % des Konzernumsatzes. Dabei konnten auch die Nutzung von Kurzarbeit und ein Abbau von Arbeitsplätzen vermieden werden. So hielt sich die Mitarbeiterzahl. In 2009 waren 6.027 Mitarbeiter weltweit für den Pumpenhersteller tätig (6.024 waren es in 2008).
Zukünftige Entwicklung
„Wenn wir uns die Wilo-Gruppe heute anschauen, so sind wir natürlich dadurch getrieben, was uns in der Zukunft erwarten wird“, erläuterte Krasmann die zukünftigen strategischen Pläne des Unternehmens.
Das Thema „Energieeffizienz“ gilt dabei als wesentliches Thema. Aufgabe hier ist es nicht nur den Bereich Hydraulik zu verbessern, sondern ebenso wichtig seien die Betrachtung der Motortechnologie und die Elektronik.
Als weiteres Innovationsfeld sieht man für den Konzern das Thema Leistungsregelung – Stichwort intelligente Pumpe, die ihren Bedarf entsprechend selbst erkennt und selbst ein regelt.
Ebenfalls eine wichtige Aufgabe sieht Krasmann in der Reduzierung der Lebenszykluskosten (Life Cycle Cost – LCC) eines jeden Produkts, von der Entstehung über den Betrieb bis hin zum Recycling. Zudem ist natürlich zukünftig weiterhin die Pumpenintegration in das Gesamtheizungssystem von größter Bedeutung. Die geplanten Innovationsaufgaben sind hier bei den OEM-Produkten für die Kesselhersteller und insbesondere bei Wilo Geniax zu sehen.
Und dass bei bevorstehenden Herausforderungen die strategischen Ziele nicht zu klein gewählt sind, sieht man daran, dass man mittel- bis langfristig branchenüberproportional wachsen will und zudem Geniax bis zum Jahr 2020 der Standard in der Heizungstechnik werden soll. Da hilft es sicher schon, dass man zunächst einmal laut Hermes für das Jahr 2010 „moderate Zuversicht“ zeigt.
Die Kennzahlen der Wilo-Gruppe auf einen Blick (2007-2009): (Kennzahlen - Quelle: Wilo SE)