Die globale Wirtschaftskrise in 2009 hat auch die Umsatzentwicklung der Bosch-Gruppe geprägt. Hierbei verzeichnete der Bereich Gebrauchsgüter und Gebäudetechnik trotz schwieriger gesamtwirtschaftlicher Lage den geringsten Rückgang innerhalb der Bosch-Gruppe. Die Thermotechnik erzielte einen leichten Umsatzrückgang von 3,9 %. Doch der bisherige Start in diesem Jahr verlief gut, so dass man sich vorsichtig optimistisch für das Jahr 2010 zeigt.
Uwe Glock und Klaus Huttelmaier, Bereichsvorstände Bosch Thermotechnik, zeigten sich auf der Pressekonferenz jüngst in Stuttagrt trotz leichten Umsatzrückgangs mit der Ertragssituation zufrieden.
Uwe Glock geht zukünftig von einer Verschmelzung des bisherigen Heizungsmarktes mit den Bereichen Warmwasser, Lüftung, Klimatisierung und dezentralem Energie-Management aus.
Klaus Huttelmeier hält die Gaswärmepumpe für den kleinen Leistungsbereich für eine interessante Alternative im Bestand.
Trotz des Umsatzrückgangs von 3,9 % gegenüber dem Vorjahr, konnte der Bereich Thermotechnik insgesamt mit einem positiven Ergebnis abschließen. Dazu der Vorsitzende des Bereichsvorstandes Bosch Thermotechnik Uwe Glock jüngst auf der Bosch Thermotechnik-Pressekonferenz in Stuttgart: „Wir haben frühzeitig in 2008/2009 in gewissen Teilen gegengesteuert, so dass wir mit der Ertragssituation zufrieden sind. Auch Bosch ist zufrieden, insofern hat sich der leichte Umsatzrückgang nicht auf die Ertragssituation ausgewirkt.“
Beim erzielten Gesamtumsatz von 2,87 Mrd. Euro zeigte sich, dass Brennwert mit einem Anteil von 834 Mio. Euro nach wie vor das umsatzstärkste Segment war. An zweiter Stelle lagen die Systeme zur Nutzung erneuerbarer Energien, deren Umsatzanteil von 15 % damit höher war, als der durch konventionelle Heizwertprodukte erzielte Umsatz. Deutliche Zuwächse erreichten hierbei die Solarthermiesysteme. Durch die Übernahme von Loos hat sich die Anzahl der Mitarbeiter leicht auf 13.078 erhöht, von denen 5.784 Mitarbeiter in Deutschland tätig sind.
Bei der regionalen Verteilung des Umsatzes erwies sich Westeuropa ohne Deutschland mit knapp 50 % als umsatzstärkste Region. Deutschland erwirtschaftete mit 981 Mio. Euro etwa ein Drittel des Umsatzes. An dritter Stelle folgte Osteuropa mit rund 10 % Umsatzanteil.
Weitere Ausrichtung
Was die Zukunft betrifft, so steht laut Glock die Branche derzeit vor in der Form noch nie dagewesenen, tiefgreifenden, strukturellen Entwicklungen. Glock geht von einer Verschmelzung des bisherigen Heizungsmarktes mit den Bereichen Warmwasser, Lüftung, Klimatisierung und dezentralem Energie-Management aus. Als weitere Marktpartner erwartet er dabei zukünftig Klimaanlagenhersteller, Energieversorger und Contracting-Anbieter. Bosch selbst will auf diese Herausforderungen mit konsequenter Anpassung der eigenen Unternehmensstrukturen reagieren. Dazu werden Zukunftsinvestitionen in Forschung und Entwicklung (F & E) weiter erhöht und die Akquisitionsanstrengungen sollen zudem unvermindert fortgesetzt werden. Die Ausgaben für F & E stiegen im Vergleich zu 2008 um 9,3 % auf 94 Mio. Euro. Eine weitere Erhöhung von 3,7 % ist für das Jahr 2010 insbesondere zur Forcierung der Eigenentwicklungen geplant.
Die bereits in 2009 erfolgte Stärkung des Asien-Geschäfts soll weiter ausgebaut werden. Hier sieht man wie auch in Lateinamerika großes Wachstumspotential. Neben dem weiteren Ausbau des internationales Geschäfts steht das Geschäftsfeld erneuerbare Energien insbesondere Wärmepumpen im Fokus. Die Markteinführung der Gaswärmepumpe für den großen Leistungsbereich soll dabei noch Ende 2010 stattfinden. „Der kleine Leistungsbereich insbesondere für den Ein- und Zweifamilienhausbereich, der wird dann noch einige Zeit benötigen, ist aber aus meiner Sicht eine interessante Alternative, insbesondere im Bestand“, erläuterte Klaus Huttelmeier, Bereichsvorstand Bosch Thermotechnik.
Das Thema Stirling wird nach den jüngsten Entwicklungen in Deutschland – es gibt keine Förderung der Mikro-Kraft-Wärme-Kopplung mehr- laut Huttelmaier deutlich nach hinten rücken, weil es einfach zu den Kosten nicht wirtschaftlich darstellbar ist und somit nur ein sehr kleiner Kundenkreis an dem Gerät interessiert sein wird. In anderen Ländern wie bspw. in Holland oder auch in Großbritannien, wo das Thema mit umfangreichen Förderprogrammen ganz anders diskutiert wird, sieht die Situation aber anders aus, aber auch dort wird vor 2012/2013 nicht mit einem wirklich marktfähigen Produkt gerechnet.
Die strategische Ausrichtung sieht somit zusammenfassend einen konsequenten Ausbau regenerativer Energien, die Maximierung der Produkteffizienz und den Ausbau des Projektgeschäfts vor. Für die Geschäftsentwicklung 2010 ist man dabei vorsichtig optimistisch.