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SzeneNews vom 23.07.2010

FRIATEC Aktiengesellschaft - Schwarze Zahlen trotz Krise

Das Geschäft der FRIATEC Aktiengesellschaft (Mannheim) war im Jahr 2009 geprägt durch die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise, die auch auf den Auslandsmärkten zu spüren war. Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gelang es der FRIATEC AG ein positives Ergebnis in Höhe von 11,3 Mio. Euro zu erzielen.

„2009 war kein gewöhnliches Geschäftsjahr“, lautet das Fazit von Klaus Wolf, Alleinvorstand  der FRIATEC. Er sieht aber keine Probleme, wieder zu wachsen und die Marktposition weiter ausbauen zu können, wenn sich die weltweite Konjunktur weiterhin auf dem jetzigen Aufwärtstrend bewegen sollte. Foto: Friatec
„2009 war kein gewöhnliches Geschäftsjahr“, lautet das Fazit von Klaus Wolf, Alleinvorstand der FRIATEC. Er sieht aber keine Probleme, wieder zu wachsen und die Marktposition weiter ausbauen zu können, wenn sich die weltweite Konjunktur weiterhin auf dem jetzigen Aufwärtstrend bewegen sollte. Foto: Friatec
FRIATEC ist einer der führenden internationalen Anbieter von Produkten aus korrosionsbeständigen und verschleißfesten Werkstoffen. 2009 war aufgrund der lang andauernden Wirtschaftskrise und des strengen Winters ein herausforderndes Geschäftsjahr. Mit minus 5 Prozent ging das Bruttoinlandsprodukt so stark zurück wie noch nie in der Nachkriegszeit. Wie erwartet konnten die Umsatzerlöse und das operative Ergebnis von 2008 nicht erreicht werden. Im Geschäftsjahr 2009
(1.1. bis 31.12.2009) verzeichnete die FRIATEC AG einen Umsatzrückgang um 14,2 Prozent von 179,8 Mio. Euro auf 154,3 Mio. Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) sank von 23,4 auf 11,3 Mio. Euro. Die Auswirkungen der Krise waren weltweit zu spüren. Die Exportquote der FRIATEC AG sank jedoch nur leicht von 50,6 auf 48,6 Prozent. Die Finanzlage der FRIATEC AG ist weiterhin sehr gut. Es wurde ein operativer Cash-flow von 26,4 Mio. Euro erwirtschaftet (2008: 29,4 Mio. Euro).

„2009 war kein gewöhnliches Geschäftsjahr“, lautet das Fazit von Alleinvorstand Klaus Wolf. „Es hat von uns allen besondere Anstrengungen erfordert, um die mit der Krise verbundenen Auswirkungen zu bewältigen.“ Durch rechtzeitig eingeleitete Sparmaßnahmen sei es gelungen, ein positives Ergebnis zu erzielen und fast alle Arbeitsplätze zu erhalten. „Die Sicherung der Arbeitsplätze hat für uns hohe Priorität, selbst wenn wir dafür auf Gewinn verzichten müssen. Gerade im Hinblick auf die Zukunft ist es wichtig, das bestehende Know-how im Unternehmen zu binden.“ So konnte die geringere Auslastung der Produktion durch die Ausnutzung von flexiblen Arbeitszeitkonten und Kurzarbeit kompensiert werden.

Entwicklung der Unternehmensbereiche

Der Unternehmensbereich Kunststoffe mit den Divisionen Technische Kunststoffe und Gebäudetechnik erwirtschaftete mit 56,6 Prozent den größeren Anteil am Gesamtgeschäft. 87,4 Mio. Euro Umsatz entfallen auf diesen Bereich (2008: 103,7 Mio. Euro). Mit der Einführung neuer Produkte bereitete die Division Technische Kunststoffe, die innovative Verbindungstechnik für Gas-, Wasser-, Abwasser- und Industrie-Rohrleitungssysteme aus PE-HD anbietet, im Jahr 2009 den Boden für zukünftiges Wachstum in einem innovativen Markt. Das Geschäftsjahr der Division Gebäudetechnik, Hersteller von Kunststoffprodukten im Sanitärbereich, war geprägt durch den weiterhin stark rückläufigen Wohnungsbau. „Eine Optimierung des Produktmix und eine weitere Kostenoptimierung sind geplant“, so Wolf.

Der Unternehmensbereich Sonderwerkstoffe mit den Divisionen Keramik und Pumpen trug 2009 66,9 Mio. Euro zum Gesamtumsatz bei und musste damit einen Rückgang von 9,2 Mio. Euro hinnehmen. Ohne Berücksichtigung der in 2008 erzielten Umsatzerlöse sowie der Restabwicklung der in 2007 verkauften Division Armaturen betrug der Rückgang 8 Mio. Euro. Die Division Keramik umfasst die Bereiche FRIALIT-DEGUSSIT, ein Hersteller von kundenspezifischen Bauteilen aus Hochleistungskeramik, und FRIDURIT-Labortechnik, ein Produzent von Labortischplatten und -becken aus Keramik sowie Umweltapparate wie Abluftwäscher und Neutralisationsanlagen für Labors. Auftragseingang und Umsatz der FRIALIT-DEGUSSIT lagen deutlich unter den Vorjahreswerten. „Da wir rechtzeitig Kostensenkungsmaßnahmen eingeleitet haben, haben wir im Vergleich zu anderen Herstellern der Keramikbranche jedoch noch gut abgeschnitten“, erklärt Wolf. Das Betriebsergebnis der FRIDURIT-Labortechnik verringerte sich nur geringfügig, während der Umsatz die Vorjahreswerte nicht erreichte. Erfreulich verlaufen ist das Geschäftsjahr für die Division Pumpen. Aufgrund des guten Auftragsbestands konnten die Umsatzerlöse gegenüber2008 leicht gesteigert werden. „Hier machte sich die Erarbeitung von Länderentwicklungsplänen und die gezielte Auswahl geeigneter Handelsvertreter bezahlt“, berichtet Wolf.

Zukunftssicherung durch Forschung, Entwicklung und Ausbildung

Die Investitionen in Forschung und Entwicklung blieben im Geschäftsjahr 2009 mit 5,2 Mio. Euro nahezu unverändert auf einem hohen Niveau (2008: 5,4 Mio. Euro).
Weitere 3,6 Mio. Euro (2008: 8,3 Mio. Euro) investierte die FRIATEC AG in die Erneuerung von Fertigungsanlagen, Optimierung der Produktionsprozesse und die Modernisierung der IT-Infrastrukturen. Der Rückgang zum Vorjahr ist auf eine Entscheidung der Konzernmuttergesellschaft, der Aliaxis S.A. mit Sitz in Brüssel, Belgien, zurückzuführen. „Ziel der Aliaxis war es, auch in den Zeiten der Krise die Liquidität zu sichern“, erklärt Wolf. „Entscheidend ist, dass wir kontinuierlich weiter in Forschung und Entwicklung investiert haben. Dies stellt sicher, dass wir uns auch zukünftig in den sich ständig ändernden Marktsegmenten, in denen wir uns bewegen, behaupten können“, so Wolf. Auch auf die Ausbildung junger Nachwuchskräfte sowie die Weiterbildung seiner Mitarbeiter für den internationalen Einsatz legt FRIATEC großen Wert. „Ziel ist es, zukünftig frei werdende Stellen im Unternehmen mit qualifizierten jungen Nachwuchskräften aus den eigenen Reihen zu besetzen und so auch dem Facharbeitermangel aktiv entgegenzuwirken“, sagt Wolf. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde allen Auszubildenden nach Ende der Ausbildung ein Arbeitsplatzangebot gemacht.17 Auszubildende starteten 2009 in Mannheim und Wiesbaden ihre berufliche Laufbahn als Bachelor of Arts, Bachelor of Science, Bachelor of Engineering, Industriekaufmann, Industriemechaniker, Mechatroniker oder Industriekeramiker. Im Durchschnitt waren 1.080 Mitarbeiter (Vorjahr: 1.093) bei der FRIATEC AG beschäftigt.

Ausblick: Strategische Diversifizierung als Vorteil

„Die globale Wirtschafts- und Finanzkrise hat die Märkte der FRIATEC AG europaweit hart getroffen. Im Umfeld der schwierigen Gesamtsituation sind wir mit dem Verlauf des Geschäftsjahres zufrieden“, urteilt Wolf. Eine zuverlässige Prognose der Geschäftsentwicklung für die nächsten beiden Jahre sei angesichts der vielen Unsicherheitsfaktoren gegenwärtig nahezu unmöglich. FRIATEC wird weiterhin in viel versprechende Wachstumsmärkte und Marktsegmente investieren. „Die strategische Diversifizierung wird uns helfen, in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit negative Bedingungen in bestimmten Märkten auszugleichen“, ist Alleinvorstand Wolf überzeugt. „Sollte sich die weltweite Konjunktur weiterhin auf dem jetzigen Aufwärtstrend bewegen, sehen wir keine Probleme, wieder zu wachsen und unsere Marktposition weiter auszubauen.“
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