Villeroy & Boch erzielte im ersten Halbjahr 2010 einen Nettoumsatz in Höhe von 349,9 Mio. € gegenüber 348,6 Mio. € im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Dies bedeutet einen leichten Umsatzzuwachs von 0,4%.
Frank Göring - Vorstandsvorsitzender bei Villeroy & Boch sieht das Unternehmen für zukünftiges Wachstum gut positioniert. Foto: V&B
Das operative Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) beträgt im ersten Halbjahr 2010 insgesamt 3,0 Mio. € und liegt damit um 17,1 Mio. € über dem Vorjahr. In dieser Ergebnisverbesserung spiegeln sich die 2009 eingeleiteten Restrukturierungs- und Kostensenkungsmaßnahmen wider.
Entwicklung der Unternehmensbereiche
Der Unternehmensbereich Bad und Wellness erreichte im ersten Halbjahr 2010 einen Umsatz von 228,4 Mio. €, ein Plus von 3,8% (+8,4 Mio.€) gegenüber Vorjahr.
Insgesamt wuchsen im 1. Halbjahr die Auslandsmärkte stärker als das Inland. Skandinavien, Russland und Asien entwickelten sich am besten. Auch die von der Finanzkrise stark getroffenen Märkte UK und Spanien erreichen wieder ein Umsatzplus. In den Niederlanden, Italien und anderen südosteuropäischen Ländern ist die Krise nach wie vor spürbar.
Der Unternehmensbereich Tischkultur erzielte im ersten Halbjahr 2010 einen Umsatz von 121,5 Mio. € (7,1 Mio. € unter Vorjahr). Ohne die Sondergeschäfte, die in der ersten Jahreshälfte 2009 realisiert wurden, liegt der Umsatz um 0,9% über dem Vorjahr.
Sonderaufwand aus EU-Bußgeldbescheid
In dem seit 2004 laufenden Kartellverfahren hat die EU-Kommission am 23. Juni 2010 gegen Villeroy & Boch ein Bußgeld in Höhe von 71,5 Mio. € verhängt. Insgesamt richtet sich diese Entscheidung gegen eine Vielzahl von Herstellern von Armaturen, Duschabtrennungen und Sanitärkeramik. Villeroy & Boch wird der Vorwurf gemacht, sich von 1994 bis 2004 an abgestimmten Verhaltensweisen im Badezimmerausstattungssektor beteiligt zu haben.
Diesen Vorwürfen der Kommission hat das Unternehmen bereits im Ermittlungsverfahren in vollem Umfang widersprochen. Die behauptete Preiskoordinierung hat es unter Beteiligung von Villeroy & Boch nicht gegeben. Kunden und Verbrauchern wurde in keiner Weise geschadet.
Die Villeroy & Boch AG wird Nichtigkeitsklage beim Gericht der Europäischen Union in Luxemburg erheben. Trotz der Einwendungen gegen den Bescheid hat Villeroy & Boch vorsorglich eine Rückstellung in Höhe von 73,0 Mio. € bis zur gerichtlichen Entscheidung gebildet, in der angemessene Rechtskosten enthalten sind.
Ausblick
„Wir haben die Trendwende geschafft und liegen voll im Plan“, so der Vorstandsvorsitzende Frank Göring. „Die Ergebnisverbesserung des 1. Halbjahres ist das Resultat unseres konzernweiten Kosten- und Effizienzprogramms. Hier fahren wir nun die ersten Früchte ein. Mit kräftigen Investitionen – 2010 nehmen wir gut 35 Mio. € in die Hand – werden wir diesen Trend verstärken. Wir optimieren Prozesse und die Produktivität und stärken damit unsere Kostenstruktur. Villeroy & Boch ist für zukünftiges Wachstum gut positioniert.“
Für das laufende Geschäftsjahr hält das Unternehmen an seinem Ergebnisziel, ein operatives Ergebnis von über 10 Mio. € zu erreichen, fest (vor Sonderaufwand).