Die Viessmann Group blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2010 zurück. Gegenüber 2009 wurde der Umsatz um 7,4 Prozent auf gut 1,7 Milliarden Euro gesteigert. Das hatte der geschäftsführende Gesellschafter Dr. Martin Viessmann bei einer Pressekonferenz anlässlich der ISH 2011 in Frankfurt bekannt gegeben.
Dr. Martin Viessmann, geschäftsführender Gesellschafter, blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2010 zurück. Für die Zukunft sieht er Viessmann als Komplettanbieter gut gerüstet.
Für das Jahr 2010 hatte das Unternehmen Viessmann ursprünglich einen Umsatz von etwa 1,79 Milliarden Euro geplant. Mit etwa 60.000 Millionen Euro lag man unter den gesetzten Zielen. Das aus der Insolvenz übernommene Unternehmen Schmack hatte dabei zur Umsatzentwicklung in 2010 wenig beitragen können. "Wir befinden uns da aber auf gutem Wege, die Restrukturierung läuft hier planmäßig. Wir haben sehr viele Aufträge akquiriert, so dass wir davon ausgehen, dass wir zukünftig bisschen mehr davon profitieren werden", erläuterte Viessmann jüngst in Frankfurt. Ohne konkrete Zahlen zu nennen, gab Viessmann zudem auch eine Steigerung des Ertrags gegenüber des letzten Jahres bekannt.
Positive Entwicklung trotz rückläufiger Märkte
Zur positiven Geschäftsbilanz des Heiztechnik-Herstellers trug das Geschäft in Deutschland mit 756 Millionen Euro (44 Prozent) bei. Der Auslandsanteil lag bei 968 Millionen Euro beziehungsweise 56 Prozent.
Obgleich die letzten beiden Jahre der Umsatzanteil der regenerativen Energien rückläufig war, kommt man weltweit in der Viessmann-Gruppe insgesamt auf einen Anteil am Gesamtumsatz von etwa 25 Prozent. So hat es bspw. einen deutlichen Rücklauf bei Wärmepumpen in Frankreich gegeben. In Deutschland hingegen liegt man bereits bei einem Anteil von über 30 Prozent. Geplant ist für die gesamte Gruppe in den nächsten drei Jahren ein Umsatzanteil im Bereich der Erneuerbaren Energien von 30 Prozent.
In der Viessmann Group ist die Zahl der Beschäftigten in 2010 um 500 (5,6 Prozent) auf 9.400 angewachsen. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung betrugen im vergangenen Jahr unverändert 4 Prozent vom Umsatz; 87 Millionen Euro wurden investiert.
Die Investitions-Schwerpunkte des Geschäftsjahres 2010 lagen in der Akquisition der Schmack Biogas GmbH, dem Ersatz und der Erweiterung von Produktionsanlagen, dem Ausbau der Vertriebs- und Logistikinfrastruktur und der Modernisierung der IT-Systeme.
Auszeichnungen für Nachhaltigkeitsprojekt „Effizienz Plus“
Darüber hinaus wurde am Unternehmensstammsitz im nordhessischen Allendorf (Eder) eine Biogasanlage gebaut, die wesentlicher Bestandteil des strategischen Nachhaltigkeitsprojekts „Effizienz Plus“ ist. Das Projekt wurde mit dem „Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2009“ sowie dem „International Energy Efficiency Award 2010“ ausgezeichnet. In Summe hat Viessmann durch die Maßnahmen von „Effizienz Plus“ am Standort Allendorf 40 Prozent fossile Energie eingespart und die CO2-Emissionen um ein Drittel vermindert.
Bioenergie aus eigenen Kurzumtriebsplantagen
Die Hälfte des Wärmebedarfs des Werks wird inzwischen durch nachhaltig erzeugte Bioenergie aus eigenen Kurzumtriebsplantagen und der Biogasanlage abgedeckt. „Unser Ziel ist es, auf Sicht den gesamten Wärmebedarf auf diese Weise zu decken. Das heißt, nicht mehr Energie zu verbrauchen als wir selbst erzeugen“, führte Dr. Viessmann aus. „Um das Erreichen unserer Energieeffizienz-Ziele zu gewährleisten, haben wir ein nach DIN ISO 16001 zertifiziertes Energiemanagement eingeführt.“
Mit einem ganzen Bündel von Investitionsprojekten hat das Unternehmen sein Dienstleistungsangebot für die Marktpartner weiter verbessert. So wurde gezielt in das neue Infocenter der Viessmann Akademie, in das Zentrale Call Center des Technischen Dienstes und in das Distributionszentrum Allendorf investiert, von dem aus zwei Drittel des deutschen Marktes im Nachtsprung beliefert werden.
Viessmann zum 11. Mal in Folge „Fachhandwerkspartner des Jahres“
Den Erfolg der Investitionen sieht man bei Viessmann durch die Auszeichnung „Fachhandwerkspartner des Jahres“ bestätigt, die das Unternehmen aufgrund einer wiederkehrenden Umfrage des Branchendienstes „markt intern“ unter mehreren tausend Heizungsfachbetrieben jetzt zum elften Mal in Folge erhalten hat.
Immense Energie-Effizienzpotenziale
Die Heizungsmärkte in Deutschland und Frankreich haben trotz des immensen Potenzials im Gebäudebestand und entgegen der Erwartungen rund 4 Prozent ihres Volumens eingebüßt. Das konterkariere die politischen Zielsetzungen für Klimaschutz und Energieeinsparung, so Dr. Viessmann. Mit einem Anteil von fast 40 Prozent sei der Wärmesektor der größte Energieverbraucher, noch vor dem Verkehr und der Stromerzeugung. Und er sei bisher alles andere als energieeffizient. Dr. Viessmann: „In Deutschland beispielsweise wurden 75 Prozent der Gebäude vor der 1. Wärmeschutzverordnung von 1979 errichtet und sind bis heute kaum gedämmt. Weniger als 20 Prozent der 17,5 Millionen Heizungsanlagen befinden sich auf dem Stand der Technik.“