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SzeneNews vom 05.05.2011

WILO SE:
„2010 erfolgreichstes Jahr der 139-jährigen Firmengeschichte“

Umsatzmarke von 1 Mrd. Euro erstmals übertroffen / Rekordwerte auch bei anderen Kennzahlen / Eigenkapitalquote von jetzt 48,2 % / Am deutschen Heimatmarkt Umsatzplus von 9,4 % / Konsequente Innovation als Erfolgsrezept / Deutlich gestiegene Nachfrage nach energieeffizienten Produkten / Optimistisch auch für 2011.

Der Vorstand der WILO SE: Oliver Hermes (Mitte), Vorstandssprecher und operativ zuständig für das Ressort Finanzen, Controlling und Personal, Dr.-Ing. Holger Krasmann (links), Vorstand Technik und Produktion, sowie Eric Lachambre (rechts), Vorstand Vertrieb und Marketing. Bild: Wilo
Der Vorstand der WILO SE: Oliver Hermes (Mitte), Vorstandssprecher und operativ zuständig für das Ressort Finanzen, Controlling und Personal, Dr.-Ing. Holger Krasmann (links), Vorstand Technik und Produktion, sowie Eric Lachambre (rechts), Vorstand Vertrieb und Marketing. Bild: Wilo
Das „erfolgreichste Geschäftsjahr der 139-jährigen Firmengeschichte“ meldete die WILO SE bei der Vorstellung des Jahresabschlusses 2010. Erstmalig hat das Dortmunder Traditionsunternehmen, das zu den weltweit führenden Herstellern von Pumpen und Pumpensystemen für die Heizungs-, Kälte- und Klimatechnik sowie die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung zählt, die Umsatzmarke von 1 Mrd. Euro überschritten. Auch in anderen Bereichen wie EBIT, Konzernergebnis und Mitarbeiterzahl konnten Rekordwerte erzielt werden. Vorstandssprecher Oliver Hermes hob beim Wilo-Jahrespressegespräch am 3. Mai in Düsseldorf hervor, dass die Wilo-Gruppe „erkennbar gestärkt“ aus der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise hervorgegangen ist.

Oliver Hermes: Planzahlen 2010 deutlich übertroffen
Die international ausgerichtete Unternehmensgruppe, die über 60 voll konsolidierte Produktions- und Vertriebsgesellschaften in mehr als 40 Ländern umfasst, hat selbst die – wie Hermes anmerkte – ambitionierten Planzahlen zum Teil deutlich übertroffen und historische Höchststände erreicht. So stieg der Umsatz – im Vergleich zum Vorjahr – um 10,3 % auf 1.021,4 Mio. Euro. Das EBIT erhöhte sich um über 22 % auf den Rekordwert von 111,4 Mio. Euro (= 10,9 % vom Umsatz). Das Konzernergebnis nach Steuern verbesserte sich von 68,6 auf 71,1 Mio. Euro. Dies führte zu einer Umsatzrendite von 7,0 %. Der Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit lag bei 95,1 Mio. (Vorjahr: 142,3 Mio.), der Cashbestand wuchs um 8,8 % auf 152,8 Mio. Euro. Die Anlageinvestitionen erhöhten sich um fast 32 % auf 52,4 Mio. Euro und erreichten 55,1 % vom Cashflow. Das Eigenkapital stieg um über 15 % auf 404,7 Mio. Euro. Damit erhöhte sich die Eigenkapitalquote auf 48,2 % der Bilanzsumme. Die Zahl der weltweit Beschäftigten lag im Jahresdurchschnitt mit 6.268 um 4 % über dem Vorjahreswert.

Jahresabschluss im Detail
Die insgesamt außerordentlich positive Unternehmensentwicklung führte der Vorstandssprecher zurück auf die auch in der Wirtschaftskrise konsequent fortgesetzte Wachstumsstrategie, die unverändert auf internationale Innovations- und Technologieführerschaft setze. Als weitere Erfolgsfaktoren nannte Hermes die weltweite Marktpräsenz, die hohe Reaktionsgeschwindigkeit und das effektive Krisenmanagement. Erste Beiträge habe auch die 2010 gestartete Umsetzung der neu definierten Unternehmensstrategie geleistet. Hieraus sei das international ausgerichtete und funktionsübergreifende Wachstums- und Effizienzsteigerungsprogramm „Perform to Grow“ abgeleitet worden, das Schlüsselinitiativen zur Optimierung der Prozesse bei Marketing und Vertrieb, entlang der Wertschöpfungskette und des Produktportfolios sowie der administrativen Prozesse und Strukturen umfasst.

Wie Hermes weiter erläuterte, ist die Ausrichtung an den drei Marktsegmenten Building Services (Gebäudetechnik), Water Management (Wasserwirtschaft, d.h. Frischwasserversorgung, Abwasserentsorgung und -reinigung) und Industry Kernstück der Unternehmensstrategie: „Auf diese Weise kann Wilo die Anforderungen der Kunden zukünftig noch besser und bedarfsgerechter bedienen. Ziel ist es, unsere Geschäftstätigkeiten in diesen Marktsegmenten in den kommenden Jahren weiter auszubauen. In der Gebäudetechnik streben wir langfristig die weltweite Marktführerschaft an. Das Geschäftsjahr 2010 verlief im Hinblick auf diese Zielsetzungen äußerst vielversprechend: Der Umsatz in allen drei Marktsegmenten ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, insbesondere aufgrund der starken Marktposition von Wilo und der hohen Nachfrage nach energieeffizienten Produkten.“

Die Produktnachfrage ist in den einzelnen Weltregionen unterschiedlich stark gestiegen. Besonders deutlich gewachsen sind die Umsätze im asiatisch-pazifischen Raum um 25,9 % sowie in Russland, Weißrussland, der Ukraine, den kaukasischen Staaten, der Golfregion und Afrika um 20,9 %. In Europa konnte ein Umsatzwachstum um 5,1 % auf 571,5 Mio. Euro erzielt werden. Dazu hat Deutschland als größter Einzelmarkt mit einem Umsatzplus von 9,4 % überproportional beigetragen. Deutlich gewachsen sei hier die Nachfrage nach energieeffizienten Pumpen wie insbesondere den verschiedenen „Stratos“-Modellen.

Während der globale Umsatz bei der Gebäudetechnik im Vergleich zum Vorjahr um 9,9 % auf 756,4 Mio. Euro stieg, erhöhten sich die Erlöse in den Segmenten Wasserwirtschaft und Industrie um 11,3 % auf 265,0 Mio. Euro. Mit dem Rekordumsatz von insgesamt 1.021,4 Mio. Euro hat sich das Unternehmen – wie Hermes hervorhob – erstmals in den Kreis der deutschen Umsatzmilliardäre einreihen können, dem im Jahr 2009 – laut Statistischem Bundesamt – 412 Konzerne angehörten.

Sehr gut entwickelt habe sich – so der Vorstandssprecher – die Vermögenslage der Gruppe. So ist die Bilanzsumme um 14 % auf 840,3 Mio. Euro angewachsen. Die langfristigen Vermögenswerte steigerten sich um 11,6 % auf 291,4 Mio. Euro.
Hermes schloss seine Ausführungen mit einem Rückblick auf besonders bedeutende Ereignisse im Geschäftsjahr 2010. In dem Zusammenhang verwies er auf die Verschmelzung der beiden deutschen Tochtergesellschaften WILO EMUPORT GmbH und WILO EMU GmbH auf die WILO SE, die zum dritten Mal erfolgte Auszeichnung als „Top-Arbeitgeber für Ingenieure“ und den Abschluss eines dreijährigen Sponsoringvertrags für den legendären Deutschland-Achter.

Dr. Holger Krasmann: Innovationskraft als Schlüsselfunktion
Über die Schwerpunkte bei Produktinnovation und Investitionen berichtete Dr.-Ing. Holger Krasmann, Wilo-Vorstand Technik und Produktion. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung blieben 2010 mit 33,8 Mio. Euro fast auf dem hohen Vorjahresniveau und machten 3,3 % vom Umsatz aus. Im Berichtsjahr seien die F&E-Organisation und die Verantwortlichkeiten neu strukturiert worden. Gestärkt wurde die Kombination aus zentralisierter Forschungs- und Technologieeinheit mit einer dezentralen Serienentwicklung in den Produktbereichen. Die ganzheitliche grundlagenorientierte Forschung und die spezifische Expertise in Bereichen wie z.B. der Materialtechnologie und der Strömungsrechnung stünden jetzt der gesamten F&E-Organisation zur Verfügung. Im Gegenzug schaffe die dezentrale Produktentwicklung ein noch höheres Maß an Markt- und Kundennähe.

Außerdem wurde ein Lead-Engineering-Konzept etabliert, um das weltweite Know-how und die Ressourcen der Produktentwicklung noch besser nutzen zu können. Damit seien auch die asiatischen Standorte noch effektiver in das F&E-Netzwerk der Gruppe eingebunden worden.

Anschließend vermittelte Dr. Krasmann einen Überblick über die 2010 vorrangig verfolgten Innovationsziele. Hier sei unter anderem das Sortiment bei Nassläufer-Umwälzpumpen optimiert worden: „Die in den letzten Jahren begonnenen Aktivitäten zur Erfüllung der EU-Verordnung für Nassläufer-Umwälzpumpen unter der europäischen Ökodesign-Richtlinie (ErP-Richtlinie) wurden planmäßig und konsequent fortgesetzt. Schon heute übertrifft das Nassläufer-Produktprogramm nicht nur die in 2013 zu erfüllenden Energieeffizienzgrenzwerte, sondern auch die sich ab 2015 verschärfenden Anforderungen der zweiten Stufe. Insbesondere sind von der ErP-Richtlinie die Produktionsstandorte in Dortmund, Laval und Aubigny betroffen, an denen ein Großteil des Nassläufer-Pumpenprogramms gefertigt wird. Entsprechende Investitionen in Produktentwicklungen und Produktionseinrichtungen wurden in 2010 getätigt und sind für die Folgejahre noch vorgesehen. Insgesamt widmeten sich die F&E-Anstrengungen vor allem der weiteren Optimierung und Ausweitung des Produktportfolios und der Energieeffizienz.“

Neben dem Bereich der Nassläufer-Umwälzpumpen seien außerdem die Projekte zur Erweiterung des Edelstahlhochdruckkreisel-Pumpenprogramms inklusive zugehöriger Systeme sowie die Erweiterung des Inline- und Normpumpenprogramms vorangetrieben worden. Die Ergebnisse habe man im März 2011 im Rahmen der weltgrößten Gebäudetechnikmesse ISH in Frankfurt am Main mit den Baureihen „Wilo-Helix EXCEL“ und „Wilo-Stratos GIGA“ präsentieren können. Sie werden von extrem stromsparenden EC-Motoren angetrieben und bieten hierdurch eine bisher nicht erreichte Stromeinsparung bei Hochdruckkreiselpumpen für Wasserversorgung und Druckerhöhung bzw. Inlinepumpen für Heizung, Kälte und Klima. Die Energieeffizienz der Motoren geht sogar über die Grenzwerte der für die Zukunft vorgesehenen und dann besten Effizienzklasse IE4 (gemäß IEC TS 60034-31 Ed.1) hinaus. Damit werden alle zukünftigen Vorgaben der zum 16. Juni 2011 in Kraft tretenden neuen EU-Verordnung unter der europäischen Ökodesign-Richtlinie zur Energieeffizienz von Elektromotoren weit übertroffen.

Darüber hinaus habe das Dezentrale Pumpensystem „Wilo-Geniax“ seine Technologieführerschaft untermauern können: In Feldversuchen mit dem Fraunhofer Institut für Bauphysik seien Einsparungen gegenüber optimierten, herkömmlichen Systemen von 20 % Primärenergie und zusätzlichen 50 % elektrischer Energie nachgewiesen worden. Der TÜV Rheinland habe diese Untersuchungen bestätigt und zertifiziert (Zertifikat einsehbar unter www.wilo.de/Rechtliches).

Inzwischen bewährt sich das innovative System, das mit dem bekannten Design-Preis „Red Dot Award“ ausgezeichnet wurde, in zahlreichen Neubau- und Sanierungs-Objekten aller Gebäudekategorien. Zu den über 100 mit „Geniax“ betriebenen Objekten in Deutschland, die während Planung und Realisierung intensiv durch Wilo betreut wurden, kommen inzwischen zahlreiche Bauprojekte, die durch SHK-Fachhandwerker in Eigenregie ausgeführt werden. 2011 soll auch in anderen Ländern wie der Schweiz und Österreich die Markteinführung erfolgen.

Weitere Tätigkeitsschwerpunkte lagen bei der Optimierung der Baureihen von Split-Case- und Vertikalpumpen, die vornehmlich in Indien entwickelt und hergestellt werden. Stellvertretend für die zunehmende Bedeutung der Marktsegmente Wasserwirtschaft und Industrie stehe die im Januar 2010 erfolgte Inbetriebnahme von fünf Exemplaren der mit einer Einbauhöhe von 16,45 Metern größten und mit 3.400 kW leistungsstärksten Pumpe, die Wilo je gebaut hat, in einem indischen Kohlekraftwerk. Geplant sei, den Umsatzanteil im Segment Wasserwirtschaft überproportional zu steigern und es zum zweiten bedeutenden Standbein der Wilo Gruppe auszubauen.

Anschließend informierte Dr. Krasmann über die 2010 erfolgten Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, die gegenüber dem Vorjahr um 32,0 % auf 52,4 Mio. Euro gesteigert worden sind. Im Fokus standen dabei Kapazitätserweiterungen, Produktivitätsverbesserungen in der Fertigung und der Ausbau der Vertriebsstandorte. Schwerpunkte waren dabei Werke in Deutschland und Frankreich, wo 17,2 Mio. Euro in die Modernisierung und Erweiterung der Produktionskapazitäten investiert worden sind. Darüber hinaus ist in Indien ein neuer Produktionsstandort fertig gestellt worden, während in Österreich, in der Türkei und in Dubai neue Vertriebs- und Verwaltungsgebäude bezogen wurden.

Eric Lachambre: Marktbearbeitung im Megatrend Energieeffizienz
Abschließend gab Eric Lachambre, seit dem 1. Februar 2011 neuer Wilo-Vorstand Vertrieb und Marketing, einen Überblick über die aktuellen Strategien und Prioritäten der Marktbearbeitung. Er erläuterte in dem Zusammenhang zunächst die 2010 gestartete Implementierung des Wachstums- und Effizienzsteigerungs-programms „Perform to Grow“ (P2G). Schwerpunkte seien aus Vertriebssicht vor allem die bestmögliche Ausschöpfung der Potenziale einzelner Marktsegmente durch eine optimierte Kundenansprache, ein verbessertes weltweites Key Account Management sowie die Prozessoptimierung im Vertrieb. Seine volle Wirksamkeit werde das Programm erst im Jahr 2011 entfalten. Auch die verstärkte Ausrichtung nach Marktsegmenten, das Kernelement der neu definierten Unternehmensstrategie, werde die Marktposition durch noch mehr Kundennähe weiter verbessern. Dem werde die Wilo-Marktbearbeitung durch segment- und zielgruppenspezifische Maßnahmen konsequent Rechnung tragen. Einen weiteren Schwerpunkt werden gezielte Maßnahmen zur Systematisierung der Markenführung einnehmen. Hierzu erfolgen zur Zeit intensive Marktuntersuchungen in verschiedenen Ländern. Die Weiterentwicklung des Markenbildes – auch unter dem Aspekt einer noch stärkeren Ausrichtung an den Bedürfnissen des Kunden – beinhalte viel Potenzial, die globalen Marketingaktivitäten zu optimieren und voranzutreiben.

Lachambre weiter: „Mit unseren Produkten liegen wir voll im Megatrend konsequenter Energieeffizienz und Nachhaltigkeit. Dieser Trend wird verstärkt durch die neuen EU-Verordnungen unter der europäischen ErP-Richtlinie, die ab Juni 2011 bzw. Januar 2013 die Energieeffizienz von Elektromotoren und Nassläufer-Umwälzpumpen regulieren. Darauf stellt sich Wilo schon jetzt bei allen Marketing-Aktivitäten ein. So haben wir kürzlich eine weltweite ‚Hocheffizienz’-Kampagne gestartet, die unseren innovatorischen Vorsprung unterstreicht. Mit verschiedenen Instrumenten der Marketing-Kommunikation werden wir die Technologieführerschaft dokumentieren, die bereits 2001 mit der ersten Hocheffizienzpumpe ‚Wilo-Stratos’ und 2009 mit der besonders stromsparenden ‚Wilo-Stratos PICO’ Maßstäbe gesetzt hat.“

Jetzt komme es darauf an, zu verdeutlichen, dass die aktuelle Pumpengeneration von Wilo im Vergleich zu älteren Modellen deutlich niedrigere Betriebskosten ermögliche und im Hinblick auf die verschärften EU-Anforderungen zukunftssicher sei. Dabei wird Wilo – so Lachambre – seine Vertriebspartner aus dem SHK-Fachhandwerk praxisgerecht unterstützen. Dass man mit den aktuellen Themen und Produkten absolut richtig liege, habe die hervorragende Resonanz auf den Messeauftritt von Wilo im März 2011 zur ISH in Frankfurt gezeigt.

Ausblick 2011
Als wesentlichen Beitrag zur langfristigen Zukunftssicherung bezeichnete der Vorstand die Anfang 2011 erfolgte Übertragung der Aktienmehrheit durch die Eigentümerfamilie auf die neu gegründete Caspar Ludwig Opländer Stiftung, die auch gemeinnützige Ziele verfolge.

Auch mit Blick auf das laufende Geschäftsjahr zeigte sich der Wilo-Vorstand beim Jahrespressegespräch betont optimistisch. Die derzeitigen Rahmenbedingungen und Prognosen deuteten auf eine auch international stabile Nachfrageentwicklung. Die forcierte Produktinnovation habe die globale Wettbewerbsfähigkeit ebenso verbessert wie die bereits abgeschlossenen bzw. eingeleiteten Neustrukturierungen in allen wesentlichen Leistungsbereichen. Für 2011 rechnet der Pumpenspezialist mit einem weiteren deutlichen Umsatzsprung.
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