Der Remscheider Heiz-, Lüftungs- und Klimatechnikspezialist Vaillant Group hat seinen Umsatz in den ersten drei Monaten des Jahres 2012 im Vergleich zum Vorjahresquartal um rund fünf Prozent auf 563 Mio Euro gesteigert. Das operative Ergebnis (EBIT) verbesserte sich im gleichen Zeitraum um 24 Prozent.
„Die Vaillant Group ist gut in das Jahr 2012 gestartet. Die überproportionale Ergebnisentwicklung
zeigt, dass unsere strategische Fokussierung auf besonders ertragreiche Geschäfte
wie bereits im Vorjahr Früchte trägt. Besonders profitieren wir von der Nachfrage nach
Effizienztechnologien, die unser Kerngeschäft ausmachen. Hierzu zählen hocheffiziente
Brennwerttechnik, solarthermische Kollektoren, Wärmepumpen und dezentrale Kraft-
Wärme-Kopplung. Neben Zentraleuropa liegen regionale Wachstumsschwerpunkte vor
allem in Osteuropa und in der Türkei“, so Dr. Carsten Voigtländer, Vorsitzender der Vaillant
Group Geschäftsführung, auf der heutigen Jahrespressekonferenz des Unternehmens in
Düsseldorf. „Wie im Vorjahr liegt ein Fokus der Produktstrategie auf der dezentralen Kraft-
Wärme-Kopplung. Mit der Akquisition des Hamburger Herstellers Cogenon Anfang Mai
ergänzen wir unser Produktportfolio mit leistungsstarken, umweltfreundlichen Anlagen zur
Produktion von Strom und Wärme in größeren Immobilien.“
Vaillant Group steigert 2011 Profitabilität trotz schwieriger Märkte
Damit schließt das erste Quartal 2012 an das ebenfalls positiv für die Vaillant Group verlaufene
Geschäftsjahr 2011 an. Trotz teils schwieriger Märkte in zahlreichen europäischen
Ländern stieg das EBIT im Jahr 2011 um über 15 Prozent auf 204 Mio Euro (2010: 177
Mio Euro). Der Nettoumsatz belief sich auf 2.276 Mio Euro und lag damit nahezu auf dem
hohen Niveau des Vorjahres (2010: 2.314 Mio Euro). Der um Wechselkurseffekte bereinigte
Nettoumsatz lag um 17 Mio Euro höher als im Vorjahr. Mit knapp 60 Prozent entfiel der
größte Anteil des Produktumsatzes auch im Jahr 2011 wieder auf Effizienztechnologien
und Heiztechnik auf Basis erneuerbarer Energien.
In Zentraleuropa lag der Umsatz mit 606 Mio Euro leicht über dem Vorjahr (2010: 602 Mio
Euro). Hier verzeichnete die Vaillant Group insbesondere in Deutschland Umsatzsteigerungen
in Kerngeschäftsfeldern. Dazu zählen dezentrale Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen
im kleinen Leistungsbereich, solarthermische Anlagen zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung sowie Luft-Wasser-Wärmepumpen. In den beiden letztgenannten Geschäftsfeldern konnte die Vaillant Group 2011 Absätze steigern und weitere Marktanteile
gewinnen. Zudem ist es der Vaillant Group als erstem Anbieter gelungen, mit einem Mikro-
KWK-System den Markt für Einfamilienhäuser zu erschließen.
In Nordeuropa fiel der Umsatz mit 699 Mio Euro im Jahresvergleich geringer aus (2010:
740 Mio Euro). Eine Ursache hierfür liegt vor allem in der Marktentwicklung im volumenstarken
britischen Markt. Aufgrund auslaufender Förderung für Brennwerttechnik kam es
im Jahr 2010 zu einem einmaligen, sonderkonjunkturellen Mitnahmeeffekt vom dem sowohl
der Markt als auch die Vaillant Group profitieren konnten. Wie zu erwarten, kam es
2011 zu einer Marktkonsolidierung.
Sehr dynamische Umsatzzuwächse verbuchte die Vaillant Group erneut in der Region
Osteuropa. Mit 490 Mio Euro lag das Wachstum inklusive des Umsatzes in der Türkei bei
rund zwölf Prozent (2010: 437 Mio Euro). Neben der positiven Umsatzentwicklung in der
Türkei von 20 Prozent trug auch die starke Konjunktur in Russland zu diesem Ergebnis
bei.
Der Gesamtumsatz in der Region Südeuropa ging zurück und lag bei 606 Mio Euro (2010:
655 Mio Euro). Hauptgründe hierfür sind die schwache Konjunktur in vielen Ländern der
Region sowie die dortigen Auswirkungen der europäischen Staatsschuldenkrise. Der Markt
für Heiztechnik konnte sich insbesondere in Italien und Spanien der gesamtwirtschaftlichen
Situation nicht entziehen.
In China steigerte die Vaillant Group den Umsatz erneut sehr deutlich um 17 Mio Euro auf
53 Mio Euro. Aufgrund steigender Nachfrage hat die Vaillant Group 2011 am Produktionsstandort im chinesischen Wuxi zusätzliche Kapazitäten aufgebaut. Der Vertrieb der Produkte
erfolgt vorrangig im chinesischen Inland und anderen asiatischen Märkten.
Mitarbeiterzahl nahezu konstant
Die Vaillant Group beschäftigte zum Stichtag am 31. Dezember 2011 12.166 (2010:
12.423) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In Deutschland blieb die Mitarbeiterzahl konstant.
Der Bereich Forschung & Entwicklung wurde 2011 erneut personell verstärkt. Mehr als 600
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gruppenweit bilden eines der größten F&E-Teams der
Branche.
Strategischer Fokus auf Hocheffizienztechnologien und erneuerbaren Energien
Neben ihrem Wachstumskurs im Bereich erneuerbare Energien konzentriert sich die Vaillant
Group weiterhin auf hocheffiziente Gastechnologien. Dabei spielt die gleichzeitige
Produktion von Wärme und Strom mit umweltfreundlicher Kraft-Wärme-Kopplung eine zunehmend
wichtige Rolle. Der Fokus liegt dabei auf Mini- und Mikro-KWK-Anlagen für
Wohn- und Gewerbeimmobilien. Seit Mitte 2011 bietet das Remscheider Unternehmen mit
ecoPOWER 1.0 erstmals ein System in Deutschland an, das eigens für den wirtschaftlichen
Betrieb in Ein- und Zweifamilienhäusern konzipiert wurde. Das Familienkraftwerk
ecoPOWER 1.0 wurde 2011 als nachhaltigstes Produkt Deutschlands ausgezeichnet. Neben
der Erschließung dieses völlig neuen Marktsegments wurde im Sommer 2011 auch
die Kapazität für die Produktion der leistungsstärkeren Mini-BHKW-Modelle ecoPOWER
3.0 und 4.7 in Gelsenkirchen erhöht. Im Mai 2012 hat die Vaillant Group im Rahmen einer
Akquisition ihr Produktportfolio um ein Mini-BHKW mit höherer Leistungsklasse nach oben
abgerundet. Damit bietet die Vaillant Group ihren Kunden Blockheizkraftwerke mit einer
elektrischen Leistung von 1 kW bis 20 kW an.
Gleichzeitig treibt das Unternehmen die Entwicklung der Brennwert-Heiztechnik weiter
voran. „Mit dem Einsatz der äußerst wirtschaftlichen Brennwerttechnik bei der dringend
notwendigen energetischen Sanierung von Bestandsbauten lassen sich bereits heute rund
ein Drittel der in Gebäuden eingesetzten Energie und damit einhergehend ein Drittel der
CO2-Emissionen einsparen. Der verstärkte Einsatz hocheffizienter Brennwerttechnik im
Gebäudebestand bei einer gleichzeitigen Erhöhung des Modernisierungstempos ist somit
unerlässlich für die Erreichung einer nachhaltigen Energiewende in Deutschland“, betonte
Dr. Voigtländer.