In ihrer ersten digitalen Jahrespressekonferenz hat die Vaillant Group am 02.05.2016 über die Geschäftsentwicklung des vergangenen Jahres und des ersten Quartals 2016 berichtet. Weiteres wichtiges Thema der Pressekonferenz war die Digitalisierung der Heiztechnikbranche. Hier möchte der Konzern eine technische Vorreiterrolle einnehmen. Die Digitalstrategie wird hierbei als wesentlicher Bestandteil der Gesamtstrategie des Unternehmens gesehen.
CEO Dr. Carsten Voigtländer informiert auf der ersten digitalen Jahrespressekonferenz Vaillants am 02.05.2016 über die Umsätze der verschiedenen Produktgruppen.
Dr. Norbert Schiedeck, Geschäftsführer Technik, erläutert die Produktentwicklungen bei Vaillant.
Dr. Andre Groos, Geschäftsführer Vertrieb, Marketing und Service erklärt die Digitalstrategie der Vaillant Group. Bilder: Webseite Vaillant Group
Der Heiz-, Lüftungs- und Klimatechnikspezialist Vaillant Group ist erfolgreich in das laufende Geschäftsjahr gestartet. Sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis lag das Unternehmen in den ersten drei Monaten über den entsprechenden Vorjahreswerten.
„Strategisch wird sich die Vaillant Group zukünftig verstärkt auf die Weiterentwicklung internetbasierter Servicedienstleistungen, intelligent vernetzter Produkte und digitaler Fertigungs- und Entwicklungsprozesse konzentrieren“, betonte CEO Dr. Carsten Voigtländer heute auf der Jahrespressekonferenz des Unternehmens, die erstmals ausschließlich als Livestream über das Internet übertragen wurde. Als einen weiteren strategischen Schwerpunkt nannte Dr. Voigtländer die weitere geografische Expansion des Unternehmens sowohl durch organisches Wachstum vor allem in Asien als auch durch mögliche Akquisitionen. Darüber hinaus wird die Vaillant Group zukünftig massiv in Forschung und Entwicklung investieren. Am Standort Remscheid entsteht für rund 54 Millionen Euro ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum, in dem ab 2018 mehr als 500 Mitarbeiter hocheffiziente Technologien zum Heizen, Kühlen und der Warmwasserbereitung entwickeln werden.
Positive Geschäftsentwicklung 2015
Im Geschäftsjahr 2015 konnte die Vaillant Group sowohl die Umsatzerlöse als auch das Betriebsergebnis steigern. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Umsätze um 3,7 Prozent auf 2.417 Mio Euro (2014: 2.331 Mio Euro). Bereinigt um Währungskurseffekte lag das Wachstum bei 2,4 Prozent. Das Betriebsergebnis (EBIT) erhöhte sich im selben Zeitraum auf 186 Mio Euro (2014: 166 Mio Euro). Hierin enthalten sind Sondereffekte von 46 Mio Euro, die im Zusammenhang mit betrieblichen Restrukturierungen stehen.
Die Geschäftsentwicklung im Jahr 2015 lässt sich vor allem auf eine positive Absatzentwicklung im traditionellen Kerngeschäft mit wandhängenden Heizgeräten zurückführen. Auch die Umsätze mit Ersatzteilen, Systemkomponenten und Servicedienstleistungen liegen über denen des Vorjahres.
Zentral- und Südeuropa stützen Wachstum
Regionales Wachstum verzeichnete die Vaillant Group vornehmlich in Südeuropa inklusive China (+11 Prozent), Zentraleuropa (+4 Prozent) und der Türkei (+7 Prozent). Das leichte Umsatzwachstum von 2 Prozent in Westeuropa ist maßgeblich auf die günstige Währungsentwicklung in Großbritannien zurückzuführen. In Osteuropa entwickelten sich bis auf Russland und die Ukraine alle Märkte positiv. Eine zunehmende Verschlechterung der ökonomischen Rahmenbedingungen führte in diesen beiden Märkten zu deutlich reduzierten Umsatzerlösen. Insgesamt lag der Umsatz in dieser Region um 6 Prozent unter dem Vorjahreswert.
Weitere Expansion in Asien
Um künftiges Wachstum in einem anhaltend schwachen Marktumfeld sicherzustellen, hat die Vaillant Group im Jahresverlauf 2015 Wachstumsinitiativen und Effizienzmaßnahmen auf den Weg gebracht. Dazu zählten unter anderem die Gründung weiterer Vertriebsgesellschaften im asiatischen Markt – in Südkorea und in Hongkong. Zudem stand auch die Neuausrichtung des Produktionsnetzwerks im Fokus. Hocheffiziente Technologien wie Wärmepumpen sollen zukünftig am Standort Remscheid produziert werden. Ziel ist es, mit dem Neubau eines Forschungs- und Entwicklungszentrums die Bereiche Produktion und Entwicklung an einem Standort eng miteinander zu verzahnen.
Vaillant Group digitaler Vorreiter in der Heiztechnikbranche
Ein wesentlicher Schwerpunkt lag 2015 auf der Digitalisierung im Gebäudebereich. Mit Green iQ brachte Vaillant eine neue, internetkompatible Gerätegeneration auf den Markt. Green iQ Produkte sind besonders umweltfreundlich, effizient und mit Schnittstellen zur digitalen Vernetzung ausgestattet. Neben der Konnektivität des Produktportfolios standen neue Geschäftsmodelle mit digitalen Dienstleistungen, webbasierte Vertriebskonzepte und eine Vernetzung von Produktentwicklungs- und Fertigungsprozessen im Vordergrund.
Die aktuellen Regelungssysteme ermöglichen eine Heizungssteuerung über mobile Endgeräte. Über eine Internet-Serviceplattform ist es Fachhandwerkern künftig möglich, den Betriebszustand von Anlagen zu prüfen. Dies bedeutet einen Komfortgewinn für den Anla-genbesitzer. Gleichzeitig kann der dienstleistende Fachhandwerker Serviceleistungen aus der Ferne durchführen und vor Ort effizienter und zeitsparender erbringen. Auch die Anlagendiagnostik kann im Servicefall bereits über das Internet stattfinden.
Im Bereich der Produktentwicklung und -herstellung setzt die Vaillant Group verstärkt auf agile Prozesse. Ein einheitliches Echtzeit-Datensystem, das alle Produktionsstandorte vernetzt, ermöglicht Effizienzgewinne sowie eine weitere Verbesserung der Produktqualität.
Mitarbeiterzahl im Jahresvergleich leicht gestiegen
Zum Stichtag 31. Dezember 2015 beschäftigte die Vaillant Group weltweit 12.316 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (2014: 12.091). Unverändert sind Deutschland (3.573), Frankreich (1.620) und die Türkei (1.612) die Länder mit der größten Belegschaft. Die meisten Mitarbeiter sind im Service beschäftigt (4.330). Mit rund 780 Beschäftigten verfügt die Vaillant Group über eines der größten Entwicklungsteams ihrer Branche.
Digitalstrategie - integraler Bestandteil der Gesamtstrategie der Vaillant Group
Der Remscheider Heiztechnikspezialist Vaillant Group treibt die Digitalisierung in der Heiztechnikbranche weiter voran. Dabei stehen die Bereiche Konnektivität des Produktportfolios, neue Geschäftsmodelle mit digitalen Dienstleistungen, webbasierte Vertriebskonzepte und eine Vernetzung von Produktentwicklungs- und Fertigungsprozessen im Vordergrund. Hinzu kommt das Thema Wertschöpfung durch strukturierte Analyse von Produkt-, Prozess- und Nutzungsdaten. Dazu erfolgt der Aufbau eines Big Data Competence Centers mit dem Ziel, große Datenmengen zusammenzuführen, zu analysieren und zielgerichtet zu nutzen.
„Wir haben den Anspruch, innerhalb der Heiz-, Lüftungs- und Klimatechnikbranche eine technische Vorreiterrolle einzunehmen“, erklärte Dr. Carsten Voigtländer, Vaillant Group CEO, im Rahmen einer Online-Pressekonferenz am 2. Mai 2016 in Remscheid. „Die Digitalisierung in der Gebäudeenergieversorgung ist für uns ein strategisches Wachstumsfeld. Kunden erwarten heute von einem Heizungshersteller vernetzbare Produkte und dazu passende Serviceangebote sowie digitale Kommunikations-, Vertriebs- und Servicekanäle. Das gilt sowohl für unsere Endkunden als auch für unsere Fachhandwerkspartner.“
Um den Marktanforderungen nach kurzen Innovationszyklen und sich schnell wandelnden Kundenbedürfnissen Rechnung zu tragen, setzt die Vaillant Group zudem die digitale Transformation auch innerhalb des Unternehmens um. Der Hauptfokus liegt hier auf der Vernetzung aller Produktionsstätten weltweit, die elektronische Verfolgung aller qualitätsrelevanten Prozesse in der Herstellung sowie die Nutzung agiler und funktionsbereichsübergreifender Arbeitsmethoden. Hinzu kommen Kooperationen mit anderen spezialisierten Technikfirmen und Start-up-Unternehmen.
Vernetzung etabliert sich als Standardfunktion
Das Produktportfolio der Vaillant Group umfasst mittlerweile zahlreiche und auf verschiedene Bedarfe ausgelegte Regelungssysteme, die Anlagenbetreibern die Steuerung ihrer Heizung über mobile Endgeräte via kostenlosen Apps ermöglichen. Das Spektrum beinhaltet einfache Lösungen für die Nachrüstung einzelner Bestandsanlagen bis hin zur Einbindung komplexer Systeme in eine vollständige Gebäudeautomation. In der neuen Vaillant Green iQ Geräteserie, die Mitte 2015 im Markt eingeführt wurde, sind entsprechende Schnittstellen oder Kommunikationsmodule bereits standardmäßig integriert. Anlagenbesitzer können die Anlagen so nicht nur fernsteuern, individuelle Nutzerprofile hinterlegen und ihren Energieverbrauch optimieren, sie können zudem auch von Service- und Wartungsangeboten profitieren, die einen Fernzugriff erfordern.
Connectivity im Service
Über die Vaillant Serviceplattform profiDIALOG ist es Fachhandwerkern künftig möglich, den Betriebszustand der Anlagen bei Kunden online zu überprüfen und bei Bedarf Anlagenparametrierungen direkt über das Internet vorzunehmen. Dies bedeutet einen Komfortgewinn und erhöhte Betriebssicherheit für den Anlagenbetreiber. Gleichzeitig hat der dienstleistende Fachhandwerksbetrieb dann die Möglichkeit, aktiv auf Wartungsintervalle hinzuweisen, Serviceleistungen aus der Ferne durchzuführen oder vor Ort effizienter und zeitsparender zu erbringen. Anlagendiagnostik findet bereits über das Internet statt. Im Falle erforderlicher Reparaturen oder beim Austausch von Verschleißteilen sind alle notwendigen Bauteile bereits vor der Anfahrt zum Kunden bekannt. Alternativ haben Fachhandwerkspartner auch die Wahl, das Anlagenmonitoring direkt von Vaillant durchführen zu lassen.
Perspektivisch ist es ein zusätzliches Ziel, Vergangenheitsdaten aus dem Betriebsmonitoring mit Service-Einsätzen, Anlagenstandorten und Wetterdaten zu korrelieren, um die Wahrscheinlichkeit von Kundendiensteinsätzen vorherzusagen. Kunden können so proaktiv auf Wartungs- und Servicebedarfe hingewiesen werden, bevor es zu einer Störung oder einem Ausfall kommt. Ein weiterer Nutzen der Datenanalyse liegt in der stetigen Qualitätsverbesserung am Produkt und im Herstellungsprozess sowie die Möglichkeit einer Nutzung der im Anlagenbetrieb erlangten Erkenntnisse für die Entwicklung neuer Produkte.
Neue Vertriebsplattform HeizungOnline
Auf der Internet-Plattform HeizungOnline können sich Endkunden in wenigen Schritten online das für sie passende Heizungssystem auswählen. Dafür beantwortet der interessierte Kunde wenige vorgegebene Fragen und trägt einen Wunschtermin für einen Vor-Ort-Besuch durch einen Fachpartner ein. Danach erhält er per E-Mail einen Vorschlag für ein Heizungssystem mit Preisangabe. Die finale Auswahl des Heizungssystems, die Angebotserstellung und spätere Installation erfolgt über einen Kompetenzpartner von Vaillant vor Ort. Vaillant ist dabei alleiniger Vertragspartner des Endkunden. Neben Deutschland soll das Vertriebskonzept im laufenden Jahr auch auf Belgien und die Niederlande erweitert werden.
Industrie 4.0: Vernetzte weltweite Produktion
Im Bereich der Produktentwicklung und -herstellung setzt die Vaillant Group auf agile Prozesse, um sich hierdurch Vorteile im internationalen Wettbewerb zu verschaffen. Darüber hinaus wurde im Produktionsnetzwerk in den vergangenen Jahren die erforderliche Infrastruktur geschaffen, um alle Fertigungsstandorte mit einem einheitlichen Echtzeit-Datensystem miteinander zu vernetzen. Dies ermöglicht Effizienzgewinne sowie eine weitere Verbesserung der Produktqualität. Gleichzeitig können Analysen aus den Fertigungsprozessen als Anforderungen zurück in die Produktentwicklung fließen.