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SzeneNews vom 13.04.2006

Nachfrage-Schub im Badbereich erwartet

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen konnte das Umsatzniveau des Villeroy & Boch Konzerns im Vergleich zum Vorjahr, bereinigt um die Divestments, nahezu gehalten werden. Der Umsatz lag mit 893,2 Mio. Euro um 0,9 % unter dem bereinigten Vorjahr (unbereinigt – 6,9%).

Die Dekorstraße der Fliesenproduktion von Villeroy & Boch in Merzing
Die Dekorstraße der Fliesenproduktion von Villeroy & Boch in Merzing
In Deutschland ging der Umsatz des Villeroy & Boch Konzerns um 2,7% auf 274,3 Mio. Euro zurück. Durch einen nahezu auf Vorjahresniveau liegenden Auslandsumsatz in Höhe von 618,9 Mio. Euro konnten die Auswirkungen des Umsatzrückganges im deutschen Markt abgemildert werden. Der Auslandsanteil am Umsatz ist, bereinigt um die Divestments des Jahres 2004, leicht von 68,7 % auf 69,3 % gestiegen. Mit 555,7 Mio. Euro lag der Umsatz der Villeroy & Boch AG im Geschäftsjahr 2005 um 1,7% unter dem Vorjahresumsatz in Höhe von 565,4 Mio. Euro.

Konzernergebnis vermindert

Im Villeroy & Boch Konzern hat sich das operative Ergebnis (EBIT) von 33,8 Mio. Euro im Vorjahr um rund 9,5 Mio. Euro auf 24,3 Mio. Euro vermindert. Diese Entwicklung wird durch das um 2,0 Mio. Euro verbesserte Finanzergebnis nur teilweise kompensiert. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EBT) liegt mit 16,1 Mio. Euro um 7,5 Mio. Euro unter Vorjahr (23,6 Mio. Euro). Gründe für den Ergebnisrückgang sind die umsatzbedingte Minderung des Bruttoergebnisses im Geschäftsfeld Wellness sowie die Mehrbelastungen der Ergebnisse durch die Kostensenkungsmaßnahmen bei Tischkultur und Wellness, die sich erst in zukünftigen Perioden positiv im Ergebnis auswirken werden.

Entwicklung in den Unternehmensbereichen

Der Unternehmensbereich Bad und Wellness steigerte seinen Umsatz in 2005 um 1,9 % gegenüber dem Vorjahr auf 430,6 Mio. Euro, wobei die Entwicklung der Geschäftsfelder unterschiedlich ausfiel. Im Geschäftsfeld Sanitärkeramik und Küche konnte der Umsatz von 271,7 Mio. Euro in 2004 auf 283,9 Mio. Euro in 2005 verbessert werden. Im Geschäftsfeld Möbel und Armaturen stieg der Umsatz von 54,9 Mio. Euro im Vorjahr auf 58,5 Mio. Euro in 2005. Im Geschäftsfeld Wellness verringerte sich hingegen der Umsatz von 95,9 Mio. Euro um 7,7 Mio. Euro auf 88,2 Mio. Euro in 2005, was einem Rückgang von 8 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Der Unternehmensbereich Bad und Wellness erreichte im Berichtsjahr ein operatives Ergebnis (EBIT) von 20,3 Mio. Euro und blieb damit 5,7 Mio. Euro hinter dem Vorjahresergebnis von 26,0 Mio. Euro zurück. Die im zweiten Halbjahr ergriffenen Maßnahmen zur Kostenreduzierung und Neuausrichtung der Produktion im Geschäftsfeld Wellness führten kurzfristig zu keiner Verbesserung, dennoch geht man davon aus, dass sie aber zukünftig positive Effekte bewirken werden.

Bedingt durch erhebliche Divestments im zweiten Halbjahr 2004 verringerte sich der Umsatz im Unternehmensbereich Fliesen in 2005 um 35,2% von 221,8 Mio. Euro auf 143,7 Mio. Euro. Strukturbereinigt ergibt sich ein Rückgang von 11,2 %. Der Unternehmensbereich verringerte beim EBIT den Verlust um 5,7 Mio. Euro von –12,4 Mio. Euro in 2004 auf –6,7Mio. Euro im Berichtsjahr. Das Ergebnis beinhaltet wesentliche Einmalaufwendungen. Demgegenüber stehen Erträge aus der Auflösung von im Vorjahr passivierten Rückstellungen, die im Zusammenhang mit den zu diesem Zeitpunkt gegebenen Risiken aus den Divestments des Unternehmensbereichs Fliesen zu bilden waren. Mit dem im zweiten Halbjahr 2005 eingeleiteten Einsparprogramm sollen in 2006 Kostenreduzierungen von über 10 Mio. Euro realisiert werden.

Der Unternehmensbereich Tischkultur konnte seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 0,6% auf 318,9 Mio. Euro steigern, dies allerdings verbunden mit deutlich höherem Aufwand. Die weltweite Vermarktungsstrategie, die in 2005 den Schwerpunkt auf asymmetrisches Geschirr legte, war erfolgreich. Das Umsatzwachstum dieses Sortiments betrug rund 28%. Das operative Ergebnis (EBIT) im Unternehmensbereich Tischkultur fällt im Geschäftsjahr 2005 mit 10,7 Mio. Euro deutlich niedriger aus als im Vorjahr.

Jahresüberschuss angestiegen

Für 2005 weist die Villeroy & Boch AG einen Jahresüberschuss von 15,1 Mio. Euro (2004: 9,6 Mio. Euro) aus. Die positive Ergebnisentwicklung ist im Wesentlichen durch das gegenüber dem Vorjahr um 26,1 Mio. Euro höhere Beteiligungsergebnis in Höhe von 31,1 Mio. Euro (2004: 5,0 Mio. Euro) aus Ergebnisübernahmen von Tochtergesellschaften begründet.

Nettoliquidität erhöht

Im Villeroy & Boch Konzern stiegen die Flüssigen Mittel zum 31.12.2005 um 7,2 Mio. Euro von 51,3 Mio. Euro auf 58,5 Mio. Euro. Insgesamt ist die Nettoliquidität zum Ende des Geschäftsjahres 2005 auf 58,5 Mio. Euro gegenüber 46,5 Mio. Euro in 2004 gestiegen.

Mitarbeiterzahl leicht zurückgegangen

Der durchschnittliche Personalstand im Villeroy & Boch Konzern verringerte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr bereinigt um die Divestments des Vorjahres um 1,1 % von 9.633 auf 9.521 MitarbeiterInnen.

Ausblick auf das Jahr 2006

Das für 2006 erwartete weltwirtschaftliche Wachstum von 4,2% entspricht dem Niveau des Vorjahres. Die zunehmende Auslandsnachfrage dürfte auch Impulse für den deutschen Markt geben. Für die Bauwirtschaft ist erstmals im Jahr 2006 eine leichte Verbesserung in Sicht, wovon wir einen Nachfrage-Schub im Badbereich erwarten. Villeroy & Boch wird in den wachsenden Märkten Asiens und Amerikas mit der Akquisition von drei Sanitärwerken in Mexiko und der Kooperation mit einem chinesischen Hersteller von Hotelporzellan seine globale Präsenz verstärken.

Auch wenn die Nachfrage nach Produkten des gehobenen Bedarfs in Europa derzeit nicht deutlich ansteigt, erwarten wir in allen Unternehmensbereichen einen leichten Anstieg der Umsätze und eine Verbesserung des operativen Ergebnisses. Der im Februar 2006 angekündigte Personalabbau im Unternehmensbereich Tischkultur am Standort Luxemburg sowie im Geschäftsfeld Wellness am Standort Roden (NL) wird sich mit einmaligen Aufwendungen negativ auf das Jahresergebnis 2006 auswirken. Die Kostensenkungs- und Strukturanpassungsmaßnahmen wirken sich nur zum Teil in 2006 aus.

1. Quartal 2006

Der Umsatz im ersten Quartal 2006 brachte nach vorläufigen Zahlen in allen Unternehmensbereichen ein Umsatzwachstum von 8,0 % gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum: Fliesen +1,3 %, Sanitär und Wellness +10,0 % und Tischkultur +8,3 %. Dies geht einher mit einer deutlichen Ergebnisverbesserung. Im Villeroy & Boch Konzern hat sich das operative Ergebnis EBIT von 6,4 Mio. € auf 9,8 Mio. € (+53%) verbessert und das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit EBT von 4,1 Mio. € auf 7,3 Mio. €. (+78%).
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