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SzeneNews vom 20.04.2006

„Armacell goes India“: Armacell eröffnet neues Werk in Indien

Mit der neuen Werkseröffnung in Indien produziert Aramcell, Hersteller technischer Schäume, jetzt an weltweit 20 Standorten in 13 Ländern.

Frau Mützelburg, Gattin des deutschen Botschafters in Indien, und Armacell-Präsident Ulrich Weimer zerschneiden das symbolische Band und eröffnen damit den 20. Armacell-Standort
Frau Mützelburg, Gattin des deutschen Botschafters in Indien, und Armacell-Präsident Ulrich Weimer zerschneiden das symbolische Band und eröffnen damit den 20. Armacell-Standort
Armacell expandiert nach Indien: Mit der Eröffnung eines Werkes in Pune (südöstlich von Mumbai, ehemals Bombay) trägt das Unternehmen der rasanten wirtschaftlichen Entwicklung auf dem indischen Subkontinent Rechnung. Das neue Werk wurde jetzt feierlich eröffnet. Alle wichtigen indischen Geschäftspartner und Planungsbüros waren der Einladung des Armacell-Managements gefolgt. Auf Initiative des Münsteraner Bundestagsabgeordneten und Vorsitzenden des auswärtigen Ausschusses Ruprecht Polenz nahmen auch der deutsche Botschafter Bernd Mützelburg und der deutsche Generalkonsul aus Mumbai Hans-Heinrich Freiherr von Stackelberg an der Einweihungsfeier teil.

„Indien ist ein Investitionsstandort mit großer Zukunft. Schon heute ist Indien die am schnellsten wachsende demokratische Marktwirtschaft weltweit und – so die Prognosen – Indien wird in den kommenden fünfzehn Jahren schneller wachsen als China. Mit unserer lokalen Präsenz sind wir gut aufgestellt, dieses Wachstumspotenzial auszuschöpfen. Wir beobachten den indischen Markt seit über 15 Jahren. Damals war es natürlich noch zu früh für eine eigene Niederlassung, aber jetzt ist die Zeit reif. Mit der Eröffnung unseres neuesten Produktionsstandorts geht für mich ein lang gehegter Traum in Erfüllung“, äußerte sich Armacell-Präsident Ulrich Weimer zum neuen Standort.

Der deutsche Botschafter in Indien, Bernd Mützelburg, freut sich über das verstärkte Engagement mittelständischer Unternehmen in Indien: „In deutsch-indischen Kooperationen ergänzen sich die Tugenden der unterschiedlichen Mentalitäten hervorragend: Die deutsche Zuverlässigkeit und die indische Kreativität sind eine gute Basis für den Erfolg des neuen Unternehmens.“

Armacell hat früh erkannt, dass sich Indien zu einem bedeutenden Markt für technische Dämmstoffe entwickeln wird und baute das Geschäft seit Ende der 90er Jahre systematisch auf. Der Zeitpunkt war glücklich gewählt, denn zu dieser Zeit wurden größere Investitionen in Indien gestartet, insbesondere im IT- und pharmazeutischen Bereich. Die Nachfrage nach technischen Dämmstoffen wuchs rasch: Kein größeres Bauprojekt in Südasien kann auf eine Gebäudeklimatisierung verzichten. Die Dämmstoffe von Armacell werden unter anderem zur Isolierung der Kühlleitungen und Luftkanäle von Klimaanlagen eingesetzt. 2004 entschloss sich die Geschäftsführung, in eine Produktionsniederlassung vor Ort zu investieren, die jetzt ihren Betrieb aufnimmt.

Das neue Armacell-Werk liegt am Rande der 5 Millionen-Stadt Pune, ca. 150 km südöstlich von Mumbai entfernt. Auf einem Werksgelände von ca. 13.000 m² entstand eine Fabrik mit einer Nutzfläche von rund 4.500 m². Keshab Chopra, der bisherige indische Verkaufsleiter, wird die neu gegründete Armacell India Pvt Ltd als General Manager leiten. Unterstützt wird er von Werksleiter Dayal Prakash und weiteren 40 Mitarbeitern. In Pune werden Kälte- und Klimadämmstoffe für den professionellen Isolierbedarf gefertigt. „Indische Kunden wurden bislang mit Dämmstoffen aus unseren europäischen Werken beliefert. Bei der Einrichtung der neuen Fabrik lag die höchste Priorität auf die Einhaltung der gewohnten Produktqualität und des hohen Niveaus der technischen Werte der Dämmstoffe“, kommentiert Winfried Eismann, General Manager Manufacturing Europe und verantwortlicher Projektleiter. Ende Februar wurden die ersten Armaflex-Dämmschläuche in Pune produziert. Von Pune wird zunächst der indische Markt beliefert, zukünftig sollen auch die Nachbarregionen vom neuen Werk versorgt werden.

Pune (ehemals Poona) hat sich seit den 70er Jahren, als Bhagwan Shree Rajneesh und seine Anhänger die Stadt verließen, in einen pulsierenden Wirtschaftsstandort verwandelt. Die Einwohnerzahl schnellte von einer Million in den 70er Jahren auf heute rund fünf Millionen hoch. Pune ist eine der Investitionshochburgen Indiens. Für Armacell war bei der Standortwahl die geografische Lage entscheidend: Pune liegt in etwa gleicher Entfernung zu den wichtigsten Wachstumsregionen und der größte Hafen Indiens (Mumbai) ist nur 150 km entfernt. Die Stadt im Bundesstaat Maharashtra besitzt eine große Universität und verfügt über gut ausgebildete Ingenieure. Zudem ist Pune industrielle Basis von Zulieferbetrieben und Dienstleistungsunternehmen.

Mit dem neuen Werk in Indien verstärkt Armacell seine lokale Präsenz in Asien. Bereits seit 1994 produziert das Unternehmen im chinesischen Panyu (Guangzhou), von dem aus heute auch die ASEAN-Staaten beliefet werden. In 2001 folgte ein weiterer Standort in Thailand (Ban Pong, westlich von Bangkok) und 2003 errichtete Armacell ein weiteres Werk in der ostchinesischen Stadt ZhangJiaGang City (ca. 100 km nordwestlich von Shanghai). „Die Expansion in ausländische Wachstumsmärkte, wie Asien oder Südamerika, ist für uns ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg. Nur durch die frühe Erschließung neuer Märkte konnten wir trotz der schwierigen konjunkturellen Situation und der anhaltenden Rezession auf dem deutschen Bausektor wachsen. Auch mittelständische Unternehmen dürfen sich nicht vor der Tatsache verschließen, dass Wachstum in Westeuropa derzeit nur begrenzt möglich ist. Als erfolgreiches Unternehmen muss man heute auf allen relevanten Märkten präsent sein“, so Armacell-Unternehmenspräsident Ulrich Weimer zur Wachstumsstrategie des Unternehmens.

Armacell ist Hersteller technischer Schäume und weltweiter Marktführer für flexible technische Dämmstoffe. Im Geschäftsjahr 2005 erwirtschaftete das Unternehmen einen konsolidierten Jahresumsatz von rund 350 Mio. Euro. Hauptsitz der mit 20 Fabriken in 13 Ländern, darunter China, Australien, Nord- und Südamerika, tätigen Firmengruppe ist Münster/ Westfalen. Neben ARMAFLEX als führender Marke im Bereich flexibler technischer Isolierungen fertigen die rund 2.300 Mitarbeiter des Unternehmens thermoplastische Dämmstoffe, Ummantelungssysteme für Rohrisolierungen, Spezialschäume für eine Vielzahl industrieller Anwendungen und den Sport- und Freizeitbereich.
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