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SzeneNews vom 26.04.2006

Angela Merkel informiert sich über Brennstoffzellenprojekt von Vaillant und Webasto

Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel ließ sich am 24.04. durch den Geschäftsführer der Vaillant Group, Dr. Michel Brosset und Dr. Detlef May, Leiter Unternehmenskommunikation der Webasto AG, über den aktuellen Stand des gemeinsamen Projektes zur Entwicklung der Brennstoffzellentechnologie unterrichten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel informiert sich über die Brennstoffzelle für Einfamilienhaus und Auto
Bundeskanzlerin Angela Merkel informiert sich über die Brennstoffzelle für Einfamilienhaus und Auto
In großer Delegation begleiteten sie unter anderen Bundesforschungsministerin Dr. Annette Schavan und Christian Wulff, Ministerpräsident des Landes Niedersachsen. Aus der Ost-West High Tech Kooperation dieser mittelständischen Unternehmen ergibt sich eine einzigartige Synergie zur Nutzung baugleicher Brennstoffzellen:

Die Vaillant Group, europäischer Heiztechnikhersteller, und die Webasto AG, international tätiger Automobilzulieferer, arbeiten bei der Entwicklung von Hochtemperatur- SOFC-(Solid Oxide Fuel Cell) Brennstoffzellenmodulen für den mobilen Einsatz in LKWs und die stationäre Verwendung in Einfamilienhäusern eng zusammen. Mit dieser Bündelung der Kompetenzen erschließen sich ganz neue Dimensionen für eine sichere und umweltfreundliche Energieversorgung.

Webasto beschäftigt sich seit einigen Jahren mit der Bordstromversorgung für Fahrzeuge, so genannten Auxiliary Power Units (APU). Mit Hilfe der Hochtemperatur-Brennstoffzelle wird aus flüssigen Kraftstoffen elektrische Energie gewonnen. Vor dem Hintergrund jahrzehntelanger Erfahrungen mit Zusatzheizungen und Standheizungen bringt das Unternehmen entsprechendes Know-how ein. Für die von Webasto entwickelten SOFC-Brennstoffzellenmodule hat sich neben der mobilen Anwendung nun ein zweiter Markt aufgetan: Dieselben Module stellen – mit Erdgas oder Heizöl betrieben – eine interessante Technologie dar, die künftig auch in der stationären Anwendung für die Hausenergieversorgung zum Einsatz kommen könnte.

Vaillant arbeitet seit 1998 an der Entwicklung von Brennstoffzellen-Heizgeräten und verfügt über umfangreiche Praxiserfahrung durch die Erprobung von Prototypen in europäischen Feldtests. Mit der Kooperation weitet das Unternehmen seine Entwicklungsaktivitäten im Bereich Brennstoffzellen-Heizgeräte auf das Einfamilienhaus aus. Gemeinsam mit dem US-amerikanischen Entwicklungspartner Plug Power arbeitet Vaillant zudem an einem PEM-(Proton Exchange Membrane) Brennstoffzellen-Heizgerät für Mehrfamilienhäuser und kleine Gewerbebetriebe.

„Mit der Kompetenzbündelung von Webasto und Vaillant verstärken wir unsere Entwicklung von Brennstoffzellen-Heizgeräten und setzen damit ein wichtiges Signal für die Kraft-Wärme-Kopplung der Zukunft“, so Michel Brosset. Die laufende Entwicklung für Mehrfamilienhäuser und Kleingewerbe wird parallel fortgesetzt. „Indem wir das Know-how und die Innovationskraft beider Unternehmen zusammenbringen, erzielen wir einen wichtigen Schritt für diese zukunftsträchtige Technologie“, so Detlef May von Webasto. Im Rahmen der Kooperation ist Webasto für die Entwicklung des thermisch isolierten Kernmoduls, inklusive SOFC-Brennstoffzelle, Nachbrenner und Reformer zuständig. Der Reformer wandelt Erdgas in das für die Funktion der Brennstoffzelle erforderliche, wasserstoffreiche Gas um. Die Aufgabe von Vaillant besteht darin, das Kernmodul und weitere Systemkomponenten zu einem Brennstoffzellen-Heizgerät zu entwickeln und es intelligent und effizient in das Heizungssystem eines Einfamilienhauses zu integrieren.

Beide Unternehmen nutzten die Chance, ihren Dank auch in Richtung der Politik auszudrücken, die mit umfangreichen Fördermitteln die weitere Entwicklung auch in Zukunft unterstützen möchte. Die Bedeutung ergibt sich sowohl in technischer als auch in ökologischer Hinsicht. Die Brennstoffzellentechnologie erschließt ein neues, heute schon vorhandenes, globales Marktpotential, für das es noch keine technische Lösung gibt. In der mobilen Anwendung wird z.B. der Motorleerlauf zur Stromversorgung und Klimatisierung von Fahrzeugen vermieden.

In der stationären Nutzung führt die zukunftsweisende Technologie durch die dezentrale, umweltschonende Strom- und Wärmeversorgung von Gebäuden zur nachhaltigen Steigerung der Energieeffizienz. Sie wird die Heiztechnik revolutionieren.
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