Die Grohe AG, Hemer, wird mit Wirkung zum 1. Juli 2006 für alle ihre Produkte einen Rohstoffzuschlag in Höhe von 5 Prozent auf die aktuellen Listenpreise erheben.
Bei allen Produkten will Grohe 40 % der Preissteigerung über Handel und Handwerk an den Endkunden weitergeben.
Ursache für diesen Zuschlag ist die explosionsartige Entwicklung der Weltmarktpreise für die Rohstoffe Kupfer (59 Prozent Anteil) und Zink (41 Prozent Anteil), aus denen Messing für Armaturen und Brausen hergestellt wird. Durch diese Preisentwicklung sieht Grohe den Mut zum Handeln gefordert.
Für Kupfer ist der Preis auf dem Weltmarkt seit Beginn des Jahres 2006 um rund 60 Prozent*, der für Zink sogar um fast 65 Prozent* gestiegen. Die Preisentwicklung für weitere Rohmaterialien wie Metalle und Rohöl ist dramatisch. Grohe geht davon aus, dass die Kosten für Rohstoffe im Jahresverlauf noch weiter steigen werden. Im Jahresvergleich zu April 2005 liegt der Preisanstieg bei rund plus 150 Prozent* für Zink und über plus 120 Prozent* für Kupfer.
* Quelle: Metallbörse London, Kurse vom 28. April 2006 – Preis pro
Tonne Zink/Kupfer am 1.1.2005 1.206/ 3.024 US-D; am 1.1.2006 1.917/ 4.433 US-D und am 28.4.2006 3.205/ 7.096 US-D.
Weltweit veränderte Rahmenbedingungen Gründe für den gegenwärtig zu beobachtenden, drastischen Preisanstieg sind erstens der generell erhöhte Rohstoffbedarf, zweitens der massive Produktionsengpass, der nun durch den Preis gesteuert wird sowie drittens das Verhalten von Spekulanten am Markt, das die Preisspirale weiter beschleunigt.
David J. Haines, Vorstandsvorsitzender Grohe AG: „Wir erleben zurzeit eine fundamentale Veränderung unserer globalen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die langfristige Auswirkungen haben wird. Mit größter Sorge betrachten wir, wie die Preise von wertvollen Ressourcen wie Öl, Zink, Kupfer etc. nach oben schießen. In dieser Situation haben wir keine Alternative: Wir müssen die Rohstoffpreiserhöhungen weitergeben. Das ist heute zwingend notwendig – und wird es auch in Zukunft sein.“
Rohstoffzuschlag – Modell für die Zukunft Mit einem Rohstoffzuschlag will Grohe jetzt ein Modell etablieren, das bereits in anderen Industrien mit Erfolg eingeführt wurde – vergleichbar dem Kerosinzuschlag bei Fluggesellschaften. Durch Anpassung jeweils zum 1. Juli und 1. Januar und durch frühzeitige Ankündigung der von der Preisentwicklung abhängigen Höhe mit mindestens zwei Monaten Vorlaufzeit können Handel und Handwerk diese Zuschläge in ihren Kalkulationen entsprechend berücksichtigen. Dieses Vorgehen soll für mehr Transparenz und Preissicherheit sorgen und permanente Preislistenanpassungen, mit denen Handel und Handwerk mittlerweile überfordert werden, verhindern.
Rohstoffzuschlag ist betriebswirtschaftliche Notwendigkeit
Über diesen Rohstoffzuschlag will Grohe rund 40 Prozent der Preissteigerung über Handel und Handwerk an den Endkunden weitergeben. Das Unternehmen sieht diesen Schritt als betriebswirtschaftlich zwingend an.
Dazu Haines: „Dies ist nicht der Zeitpunkt, sich wirtschaftliche Vorteile zu verschaffen – für niemanden. Der Rohstoffzuschlag sorgt für Kalkulationssicherheit bei Handel und Handwerk und ist den Weltmarktpreisen flexibel nach oben oder unten anzupassen. Damit haben wir eine Lösung, die langfristig funktioniert.“
Kostensteigerung wird auch über Effizienzsteigerung abgefedert Durch das Effizienzsteigerungsprogramm „World Class Grohe“, das seit Sommer 2005 konsequent umgesetzt wurde, ist das Unternehmen in der Lage, einen Großteil der gestiegenen Rohstoffkosten abzufedern. Dazu beigetragen hat unter anderem die Senkung der Komplexitätskosten durch umfassende Reduzierung der Produkt- und Variantenvielfalt ebenso wie die Optimierung der Produktionsabläufe.
Haines kommentiert: „Ich bin heute sehr froh darüber, dass wir bereits Mitte letzten Jahres die Weichen in die richtige Richtung gestellt haben. Jetzt ist Mut zum Handeln gefragt.“
Über Grohe Die Grohe AG ist Europas größter und mit rund zehn Prozent Marktanteil weltweit führender Hersteller von Sanitärarmaturen. Als Weltmarke für sanitärtechnische Produkte und Systeme setzt Grohe Maßstäbe in Qualität, Funktion und Design. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Hemer beschäftigt weltweit rund 5.600 Mitarbeiter, davon 3.800 in Deutschland. Im Jahr 2005 hat Grohe mit Armaturen und Brausen für Bad und Küche, Automatik-Armaturen für den gewerblichen und öffentlichen Bereich sowie Installations- und Spülsystemen einen Umsatz in Höhe von € 865 Millionen erzielt. Grohe verfügt über sechs Produktionsstandorte, drei davon befinden sich im Ausland: in Portugal, Thailand und Kanada. Außerhalb Deutschlands erwirtschaftet das Unternehmen 80 Prozent seines Umsatzes.