ebm-papst Mulfingen GmbH & Co. KG, Hersteller von Motoren und Ventilatoren, hat in dem am 31. März abgeschlossenen Geschäftsjahr 2005/2006 seinen Umsatz um 11,4 Prozent auf 372 Millionen Euro erhöht, so die vorläufigen Zahlen.
Die neue Produktionsanlage für die großen AC-Ventilatoren bei ebm-papst
„Das ist das Ergebnis unserer Investitionen in neue Produkte und der anziehenden Weltmarktkonjunktur“, erklären der geschäftsführende Gesellschafter Gerhard Sturm und sein Kollege IHK-Präsident Thomas Philippiak das hervorragende Abschneiden ihres Unternehmens.
Damit hat ebm-papst Mulfingen zwar noch nicht den Rekordumsatz des Boomjahres 2000/2001 erreicht, aber für das Unternehmen mit Sitz im Nordosten Baden-Württembergs ist der Zuwachs von 11,4 Prozent eine der höchsten Wachstumsraten in den letzten Jahren. Sturm und Philippiak, freuen sich, dass die Steigerung des Umsatzes auch mit der Schaffung neuer Arbeitsplätze in Deutschland verbunden ist. So stieg im letzten Geschäftsjahr die Mitarbeiterzahl an den Standorten Mulfingen und Niederstetten um gut 100 auf 2.207. Mit 11,4 Prozent besonders ausgeprägt ist die Zunahme der Arbeitsplätze in der Entwicklungsabteilung. Hier sind in Mulfingen mittlerweile 274 Ingenieure und Techniker mit der Entwicklung neuer Produkte beschäftigt. Das hat mit dazu beigetragen, dass der Aufwand für Forschung und Entwicklung im letzten Jahr zweistellig auf 17,8 Millionen Euro gewachsen ist. Einen wesentlichen Anteil daran hat die Einrichtung des kombinierten Prüfstandes. Damit kann ebm-papst jetzt parallel Luftleistung und Geräuschabstrahlung von Ventilatoren messen und optimieren. Das beschleunigt erheblich die Entwicklung neuer Ventilatoren und die Anpassung von Ventilatoren an die Wünsche der Kunden.
Vom rasanten Umsatzzuwachs, der vor allem auf das Konto der zweiten Geschäftsjahreshälfte geht, profitieren diesmal alle Bereiche. Besonders positiv entwickelte sich das Geschäft mit den großen Ventilatoren. Weltweit setzen Supermarktbetreiber bei der Kühlung ihrer Märkte auf die energiesparenden Eigenschaften der elektronisch kommutierten EC-Ventilatoren, die außerdem besonders einfach zu installieren und aufgrund ihrer langen Laufzeit und geringen Störanfälligkeit auch besonders wartungsfreundlich sind. Aber auch bei der Herstellung von Flachbildschirmen in Asien spielen die EC-Systeme von ebm-papst inzwischen eine herausragende Rolle.
Aufgrund der Kündigung des gemeinsamen Vertriebs durch den langjährigen Partner Ziehl-Abegg war ebm-papst zudem gezwungen, in kürzester Zeit eine neue Reihe herkömmlicher, großer AC-Ventilatoren zu entwickeln und eine Produktion aufzubauen. „Unsere Kunden sind von der Leistungsfähigkeit der neuen Reihe unserer AC-Riesen überzeugt“, erläutert Gerhard Sturm.
Der geringfügige Rückgang des Exportanteils von 72 auf 70 Prozent (45 Prozent des Umsatzes gehen ins europäische Ausland) signalisiert eine besonders erfolgreiche Arbeit des Vertriebs in Deutschland. Dass Sturm und Philippiak auch die Zukunft des Standortes Deutschland optimistisch beurteilen, zeigt sich beim Blick auf die Investitionen. Sie sind bei ebm-papst Mulfingen um 68,4 Prozent auf 33 Millionen Euro angestiegen, nach einem Plus im Vorjahr von bereits 77 Prozent!
Vor allem am Unternehmenssitz in Mulfingen hat ebm-papst die Diversifizierung im letzten Geschäftsjahr konsequent weiter vorangetrieben. Hier reicht das Produktprogramm mittlerweile vom Maschinenbau über Hausgeräte, Kälte- und Klimatechnik, Druck- und Automobilindustrie bis zur Informationstechnologie und Telekommunikation, um nur einige Branchen beispielhaft herauszugreifen.
Bei der niederbayerischen Unternehmenstochter ebm-papst Landshut, erst 1997 von Alcatel-SEL übernommen, kletterte der Umsatz im letzten Geschäftsjahr erneut zweistellig: um 13,4 Prozent auf 169 Millionen Euro (Vorjahr 16,4 Prozent). Nicht ganz so gut lief es bei der südbadischen Unternehmenstochter ebm-papst St. Georgen, die den Vorjahresumsatz von 232 Millionen Euro gehalten hat.
Das starke Wachstum in Mulfingen und Landshut hat zur Folge, dass die gesamte ebm-papst-Gruppe einschließlich der Niederlassungen im Ausland 2005/2006 einen Umsatz in Höhe von 950 Millionen Euro erzielte. Das ist der höchste Umsatz in der 42-jährigen Unternehmensgeschichte. Wie Geschäftsführer Thomas Philippiak betont, wird das positive Ergebnis des zurückliegenden Geschäftsjahres von zwei negativen Tendenzen erheblich beeinträchtigt: dem starken Preisanstieg der drei Rohstoffe, die bei Motoren und Ventilatoren die wichtigste Rolle spielen. So hat sich zum Beispiel der Preis für Kupfer mehr als verdoppelt. Aluminium ist um 40 Prozent teurer geworden und Dynamoblech in den letzten beiden Jahren um circa 50 Prozent. Und der gegenüber dem Euro schwache US-Dollar verursachte in den USA Verluste in Millionenhöhe.
Für das gut angelaufene Geschäftsjahr 2006/2007 rechnen Sturm und Philippiak erneut mit einer Umsatzsteigerung der gesamten Gruppe: „Wir wollen diesmal die Umsatzmilliarde knacken. Um dieses Ziel zu erreichen, „setzen wir auf Innovation an allen Fronten, vor allem auf technisch noch anspruchsvollere Produkte.“