Die Solardachbörse Bremen hat seit Herbst 2004 mit Erfolg Dachflächen für Photovoltaikanlagen in der Hansestadt vermittelt. Jetzt sollen von den Bremer Erfahrungen auch andere Kommunen in der Metropolregion Bremen/Oldenburg profitieren.
Auf dem Dach des Schulzentrum Drebberstraße in Bremen entstand mit Hilfe der Solardachbörse eine Photovoltaikanlage mit 25 Kilowatt Leistung und ca. 20.000 Kilowattstunden Jahresertrag.
Dazu wurde das internet-basierte Angebot zur "Solardachbörse NordWest" ausgebaut. "Verglichen mit anderen Regionen der selben Größenordnung hat der gesamte Nordwesten Deutschlands Aufholpotenzial bei der Solarenergienutzung", so Dr. Cornelis Rasmussen, Geschäftsführer der Klimaschutzagentur Bremer Energie-Konsens: "Mit der neuen Solardachbörse NordWest wollen wir dazu beitragen, dieses Potenzial zu nutzen und
zeigen, wie Energieprojekte in der Metropolregion sinnvoll gemeinsam umgesetzt werden können."
Die Solardachbörse NordWest
www.solardachboerse-nordwest.de fungiert als Schwarzes Brett. Unternehmen und Kommunen, aber auch Privatleute aus der Metropolregion Bremen/Oldenburg können dort Dachflächen, die für die Nutzung der Solarenergie geeignet sind, einstellen, potenzielle Investoren können Dachgesuche aufgeben. Übersichtlich nach Landkreisen geordnet sind die Angebote. Der Kontakt zwischen Dachflächen-Anbieter und Investor erfolgt direkt, Kosten fallen nicht an.
Die Solardachbörse NordWest ist eine Weiterentwicklung der Solardachbörse Bremen. Im Herbst 2004 gegründet, wurden durch die Vermittlung der Börse in 2005 fünf Anlagen mit zusammen 148 kWp und einer erwarteten Jahresstromproduktion von 126.000 kWh auf Bremer Dächern errichtet. Damit wurde die Solarstromleistung in Bremen um mehr als zwölf Prozent gesteigert.
Aktuell werden 24 freie Dachflächen in der Solardachbörse NordWest angeboten, 15 davon aus Bremen. Das Angebot in der Hansestadt reicht von 570 qm auf dem Dach des Technischen Bildungszentrums Mitte bis zu 2.000 qm auf der Gesamtschule Bremen-Ost. "Wir werden das Angebot nach und nach ausbauen", so Hartmut Eichhorn vom Senator für Bau, Umwelt und Verkehr. Die Betreiber hoffen, dass über die Solardachbörse NordWest noch mehr Investoren den Weg nach Bremen und in die Region finden.
"Für Photovoltaik-Anlagen gibt es auch bei uns im Norden ein großes Potenzial. Sie sind zudem ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz und für eine nachhaltige Energieversorgung. Nach rund drei Jahren haben die Anlagen im Durchschnitt die Energie wieder eingespart, die für ihre Produktion benötigt wird. Danach produzieren sie noch viele Jahre klimafreundliche Energie," so Klimaschutzagentur-Chef Rasmussen.
Neben den Angeboten und Gesuchen finden sich auf der Internet-Seite der Solardachbörse auch Muster-Dachnutzungsverträge und ein Amortisationsrechner, der eine erste grobe Orientierung über die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaik-Anlage bietet. Ausführliche Informationen zur Förderung und zu Versicherungsfragen sowie die Beantwortung von weiterführenden Fragen und eine umfangreiche Link-Sammlung geben einen umfassenden Überblick über das Thema.
Betrieben wird die Solardachbörse NordWest von der Bremer Energie-Konsens und dem Senator für Bau, Umwelt und Verkehr, Kooperationspartner ist die Initiative Klima(+) Oldenburg. Die Börse ist Teil des in Oldenburg angesiedelten "Energienetzwerk Nordwest", einem von zehn Leitprojekten für die Metropolregion Bremen/Oldenburg. Gefördert wird das Energienetzwerk von der Regionalen Arbeitsgemeinschaft Niedersachsen/Bremen.