Sechs Jahre nach dem Management Buy-out aus dem Armstrong-Konzern möchte Armacell seine Geschäftsmöglichkeiten und Wachstumspotenziale schneller nutzen.
Ulrich Weimer - Präsident der Armacell-Gruppe.
Derzeit werden strategische Optionen untersucht, um das Unternehmen auf eine noch effizientere Basis zu stellen. Mit JP Morgan und BNP Paribas konnte Armacell für die Durchführung dieses Analyseprozesses zwei international führende Banken gewinnen.
Der Beirat und die Geschäftsleitung von Armacell haben beschlossen, eine weltweite Bewertung der strategischen Geschäftsoptionen des Unternehmens vorzunehmen. In den zurückliegenden sechs Jahren waren Investoren und finanzierende Banken mit der Leistung und Expansion des Unternehmens außerordentlich zufrieden und haben die strategischen Pläne der Geschäftsführung nachhaltig unterstützt. So ist der Umsatz seit der Neugründung des Unternehmens im Jahr 2000 trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen von 255 Millionen Euro auf 350 Millionen Euro im Jahr 2005 gewachsen. Das laufende Geschäftsjahr wird voraussichtlich mit einem neuerlichen Umsatz- und Gewinnrekord abgeschlossen werden − auch ein Ergebnis der exzellenten Mitarbeiter des Unternehmens.
Die Bewertung der sich ergebenen Optionen kann zu Änderungen in der Eigentümerstruktur, z. B. in Form eines Joint Ventures, eines Börsengangs oder einer anderen Konstellation führen. Es sollen Alternativen ermittelt werden, die eine noch schnellere und effektivere Umsetzung von Strategien ermöglichen, um neue Potenziale noch effizienter zu erschließen. Damit soll das Unternehmen neu positioniert werden, um das Umsatzwachstum zu beschleunigen. Sollte sich in diesem Analyseprozess erweisen, dass eine Neuausrichtung des Unternehmens effektiveres Wachstum ermöglicht, besteht die Möglichkeit, dass sich die Investoren Gilde und CVC Capital Partners zurückziehen werden.
„Nicht zuletzt bedingt durch immer knapper werdende Ressourcen und steigende Energiepreise hat sich für die Dämmstoffindustrie ein „Window of Opportunity“ – ein einmaliges Zeitfenster für die globale Dynamik der Industrie geöffnet“, beschreibt Ulrich Weimer, Präsident der weltweit aufgestellten Armacell-Gruppe, die derzeitige Marktsituation.
„Dank der Unterstützung unserer Investoren und dem Vertrauen, das uns Kunden weltweit entgegen gebracht haben, ist es uns in den vergangenen Jahren entgegen dem allgemeinen Trend gelungen, weltweit zu expandieren und das Unternehmen so gut aufzustellen, dass wir nicht nur auf allen bedeutenden Märkten präsent, sondern als Markt- und Technologieführer weltweit die Nummer 1 in unserem Geschäftssegment sind. Neun unserer zwanzig weltweiten Fertigungsstätten sind fünf Jahre alt oder jünger. Aus deutscher Sicht scheint dies eine sehr positive Entwicklung zu sein, international und gemessen an den globalen Möglichkeiten ist dies jedoch nur Mittelfeld. Jetzt ist es an der Zeit zu prüfen, ob sich unsere Geschäftsstrategien in einer anderen Konstellation vielleicht noch besser und schneller realisieren lassen, um der immer rasanteren Dynamik gerecht zu werden.“
Im Juni 2000 hatte sich die Armstrong-Dämmstoffsparte durch einen Management Buy-out vom Mutterkonzern gelöst und firmiert seitdem als Armacell. Eigentümer der Armacell International GmbH sind Gilde Investment Management N.V., ein niederländisches, global agierendes Investmentunternehmen, CVC Capital Partners, ein multinationales, führendes Private-Equity-Unternehmen und Mitglieder der Armacell-Geschäftsführung.
Die Armacell International GmbH mit Hauptsitz in Münster stellt als Holding das Dach eines weltweiten Firmenverbundes mit heute 20 Produktionsstätten in 13 Ländern, darunter China, Indien, Australien, Nord- und Südamerika, dar. Neben ARMAFLEX als führender Marke im Bereich flexibler technischer Isolierungen fertigen die rund 2.300 Mitarbeiter des Unternehmens thermoplastische Dämmstoffe, Ummantelungssysteme für Rohrisolierungen, Spezialschäume für eine Vielzahl industrieller Anwendungen und den Sport- und Freizeitbereich. In Deutschland fertigt Armacell an drei Standorten: neben Münster, der mit rund 430 Mitarbeitern weltweit größten Produktionsstätte, in Zeulenroda (Thüringen) und in Friesenhofen (Allgäu).