Die Pfälzer Schornsteinfeger haben Grund zum Feiern: Im Rahmen des Bundesverbandstages in Bad Dürkheim am 14. Juni werden sie ihr 100 jähriges Jubiläum begehen.
Das Schornsteinfegerhandwerk gehört zu den begehrten Ausbildungen.
Die eigentliche Gründung der Innung datiert auf den 30. März 1907. Ort des Geschehens war damals das Rittersälchen der „Alten Pfalz“ in Kaiserslautern, in dem sich 22 Kaminfegermeister zusammenfanden, um eine „Zwangsinnung“ ins Leben zu rufen. In der Folge wirkte sich die Institution auch positiv auf die Beschäftigten aus. So wurde bereits 1919 ein Tarifvertrag zwischen der Kreisinnung Pfalz und dem Kaminkehrergesellen-Verein geschlossen, der auch die Arbeitszeiten regelte.
Die Geschichte der pfälzischen Schornsteinfeger reicht jedoch – urkundlich belegt – bis ins Jahr 1555 zurück. Aus dieser Zeit stammt eine Rechnung aus der Landschreiberei Zweibrücken für die Reinigung von Schorn-steinen. Auch Beschwerden waren bereits aktenkundig, wie beispielsweise die Klage des Kaminfegermeisters Stein aus Kreuznach im Jahr 1681 über die Weigerung der Bürger von Kaiserslautern, ihre Schornsteine regel-mäßig kehren zu lassen.
Um Probleme dieser Art zu umgehen, erließ der Rat der Stadt Speyer im 18. Jahrhundert nach dem Vorbild der Stuttgarter Feuerverordnung eine Verpflichtung, nach der die Kaminfegermeister über ihre Tätigkeit genauestens Buch zu führen hatten. Die Aufzeichnungen waren regelmäßig den Behörden zur Kontrolle vorzulegen. Auf diese Weise wurde das Schornsteinfegerhandwerk in der Pfalz zu einem Bestandteil der öffentlichen Ordnung.
Heute befindet sich die Geschäftsstelle der Innung Pfalz unter der Führung von Obermeister Dieter Schnitzer bei der Kreishandwerkerschaft in Kaiserslautern. Ein elfköpfiges Vorstandsgremium vertritt die 174 Mitgliedsbetriebe in ihren Belangen und organisiert Schulungen und andere Fortbildungsmaßnahmen an fünf regionalen Schulungsorten. Darüber hinaus zeigt die Innung eine starke öffentliche Präsenz auf Fachmessen und Ausstellungen. Auch die Organisation des diesjährigen Bundesverbandstages in Bad Dürkheim lag in den Händen zahlreicher Pfälzer Kollegen.