David J. Haines sieht GROHE auch personell fit für die Zukunft. Foto: GROHE
Die Grohe AG, Hemer, setzt ihre Strategie der nachhaltigen Wertschöpfung durch gesundes, ertragsstarkes Wachstum und weitere Professionalisierung erfolgreich fort.
Im Geschäftsjahr 2006 konnten der Umsatz um mehr als 12 Prozent auf 939,2 Millionen Euro (2005: 838 Millionen Euro*) und das operative Ergebnis (Ebitda) um über 11 Prozent auf 171,2 Millionen Euro (2005: 154 Millionen Euro*) gesteigert werden.
Im ersten Quartal 2007 erzielte GROHE mit 254 Millionen Euro ein Umsatzwachstum gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahrs (225 Millionen Euro) von 13 Prozent. Gleichzeitig stieg das operative Ergebnis (Ebitda) um 30 Prozent von 40 Millionen Euro (2006) auf 52 Millionen Euro. Damit erzielte das Unternehmen eine Umsatzrendite von 20,5 Prozent. In Deutschland konnte der Umsatz ebenfalls zweistellig, und zwar um 12 Prozent, gesteigert werden.
In Europa legte GROHE besonders kräftig um 20 Prozent zu. Das Wachstum fiel in allen Produktkategorien zweistellig aus. Per Ende Mai 2007 setzte sich das zweistellige Umsatzwachstum fort.
Rohstoffkosten unverändert hoch Die Rohstoffkosten für Kupfer und Zink zur Herstellung des Werk-stoffs Messing stiegen unverändert weiter. Während noch im September 2004 der Weltmarktpreis für ein Kilo Messing 1,70 Euro pro Kilogramm betrug, lag er Mitte Mai 2007 bei 5,30 Euro. Durch die Einführung eines Rohstoffkostenzuschlags im Juli 2006 konnte GROHE rund 40 Prozent der zusätzlichen Rohstoffkosten an die Kunden weitergeben. Dennoch belasteten die hohen Rohstoff-kosten das Ergebnis 2006 mit rund 50 Millionen Euro. Im Januar 2007 hat das Unternehmen daher die Preise um durchschnittlich 8 Prozent angehoben.
GROHE investiert in deutsche Standorte In 2006 beliefen sich die Investitionen insgesamt auf über 50 Millionen Euro, davon 26 Millionen Euro in abschreibungsfähige Investitionen. 25 Millionen Euro wurden in Forschung und Entwicklung und Produktinnovationen investiert. Seit dem Frühjahr läuft ein gesondertes Investitionsprogramm für die deutschen Werke in Hemer, Lahr und Porta Westfalica. Bis 2008 werden insgesamt rund 25 Millionen Euro in die Prozessoptimierung der deutschen Werke investiert.
Finanzierung langfristig auf solide Basis gestellt Die Finanzierung von GROHE ist durch eine im Herbst 2004 begebene festverzinsliche Anleihe in Höhe von 335 Millionen Euro und eine im Januar 2007 begebene variabel verzinsliche Anleihe in Höhe von 800 Millionen Euro, die 2,5-fach überzeichnet wurde, bis 2014 langfristig gesichert. Beide Anleihen sind an der Börse Dublin gelistet und liegen deutlich über par.
Nach der Ablösung von Bankdarlehen im Januar 2007 ist das Unternehmen zu über 60 Prozent kapitalmarktfinanziert. Darüber hinaus steht eine Kreditfazilität in Höhe von maximal 150 Millionen Euro bis 2012 zur Verfügung.
Die jährlichen Zinsverpflichtungen in Höhe von rund 80 Millionen Euro sind durch den operativen Cash Flow gesichert. Dieser lag in 2006 bei 133 Millionen Euro und verbessert sich von Quartal zu Quartal signifikant. GROHE schüttet seit 2004 keine Dividenden an die Gesellschafter aus.
„Durch unsere langfristige Finanzierung und unser gesundes Wachstum sind wir mittlerweile unternehmerisch so flexibel, dass wir an Akquisitionen denken können, die unsere nachhaltige Wertschöpfungsstrategie sinnvoll ergänzen. Unser Fokus liegt jetzt aber eindeutig auf dem Tagesgeschäft und der operativen Optimierung“, kommentiert David J. Haines, Vorsitzender des Vorstands der Grohe AG, die Gesamtentwicklung des Unternehmens.
Kosten der Werke weltweit deutlich gesenkt Durch die Restrukturierung von Mitte 2005 bis Ende 2006 wurden Produktionskapazität und -qualität in den ausländischen GROHE Werken in Thailand, Portugal und Kanada nahezu verdoppelt. Die Werkskosten konnten bereits bis Ende 2006 deutlich gesenkt werden.
GROHE Lean® nach Toyota-Vorbild Seit Januar 2007 wird GROHE Lean® umgesetzt. Nach dem Vorbild Toyota versteht GROHE „Lean Mentality“ als ganzheitlichen Ansatz der Unternehmensführung, der dazu dient, nachhaltig Werte zu schaffen, Prozessabläufe zu optimieren, Transparenz herzustellen und den Erfolgsanspruch zu sichern. Auf allen Ebenen sollen Ertragspotenziale realisiert werden. Im Mittelpunkt von GROHE Lean® steht die Vermeidung von Ressourcenverschwendung in allen Bereichen des Unternehmens durch Mitarbeiterqualifizierung, Kundenorientierung, effiziente und zuverlässige Prozesse, permanente Problemlösungsorientierung und Sicherung vorgegebener Qualitätsstandards.
Fünf Schlüssel-Prioritäten stehen im Fokus und werden jeweils von einem Vorstandsmitglied verantwortet: nachhaltige Innen- inanzierung, profitables Wachstum, Margenverbesserung, Produktivitätssteigerung und Senkung der Verwaltungskosten.
Produktivität der deutschen Werke: GROHE nutzt Standortvorteile GROHE investiert zur Produktivitätssteigerung um 30 Prozent bis 2010 in die Optimierung von Materialfluss und Arbeitsabläufen in den deutschen Werken, Kompetenz- und Innovationszentren innerhalb des GROHE Produktionsnetzes. Benötigt eine Armatur heute noch rund zwei Wochen, bis sie das Werk verlässt, so soll dieser Produktionsprozess auf vier Tage reduziert werden. Dieses Konzept führt zu klaren Fertigungslinien, deutlich kürzeren Wegen und niedrigeren Warenbeständen und wurde von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der deutschen Werke entwickelt. Hier zeigt sich der Standortvorteil Deutschlands im Wissen und der Innovationsleistung der Beschäftigten.
Innovationskraft wieder gewonnen –
weltweit führende Premium-Marke der Industrie Über 50 neue Produkte stellte GROHE anlässlich der ISH Frankfurt, der weltweit wichtigsten Sanitärfachmesse, im März 2007 vor (Vergleich ISH 2005: 2 neue Produkte), darunter mit GROHE ONDUS® die erste digitale Armaturenserie für das Bad. ONDUS® wurde direkt mit dem Red Dot Award „Best of the Best“ des Designzentrums NRW, Essen, ausgezeichnet.
Mit der wieder gewonnenen Innovationskraft, herausragenden Produkten und höchsten Ansprüchen an Design, Technologie und Qualität, konsequenter Konsumenten-orientierung und professioneller Markenführung will GROHE den Anspruch sichern, die weltweit führende Premium-Lifestyle-Marke in der Sanitärindustrie zu sein.
Dabei wird das Unternehmen in Zukunft mit dem Ansatz nach-frageorientierter Innovation noch stärker auf die Verbraucher-gewohnheiten leistungsorientierter Zielgruppen und lokaler Märkte eingehen. Eigene Designzentren in Nordamerika und Asien sind angedacht.
Führungsmannschaft weiter professionalisiert Die Professionalisierung des Mittelständlers GROHE dokumentiert sich auch in der Führungsmannschaft. Der Umbau des Vorstands ist abgeschlossen.
Unter der Führung von David J. Haines konnte ein international erfahrenes Team zusammengestellt werden, das aus Hans-Gerd Füchtenkort (Vertrieb, vormals Mars Inc, AC Nielsen), Thorsten Knopp (Finanzen & Controlling, vormals Diageo plc, Procter & Gamble), Gerry Mulvin (Marketing, vormals Bain), Eckehard Betz (Operations, vormals Magna Group Inc) und Detlef Spigiel (Personalentwicklung, Arbeitsdirektor) besteht.
Auf der zweiten Führungsebene hat sich GROHE mit erfahrenen Managern aus der internationalen Markenartikelindustrie verstärkt. Die Geschäftsführung der deutschen Vertriebstochter hat im Februar 2007 Michael Rauterkus übernommen, der vom internationalen Spielwarenkonzern Hasbro kam.
„Ich bin überzeugt davon, dass wir jetzt die beste Mannschaft im Markt haben. Wir sind gemeinsam mit unserem Betriebsrat zu einem echten Team zusammengewachsen und haben uns nicht nur strukturell, sondern auch personell fit für die Zukunft gemacht“ sagt dazu David J. Haines.
Vorstand zieht nach Düsseldorf Um die Attraktivität für internationale Managementtalente weiter zu erhöhen, hat GROHE den Umzug der Unternehmenszentrale nach Düsseldorf für Januar 2008 beschlossen. Rund 50 Mitarbeite-rinnen und Mitarbeiter werden dann in der Landeshauptstadt das weltweite Hauptquartier bilden. Zurzeit prüft das Unternehmen verschiedene Standortalternativen am Rhein.
Gleichzeitig werden die Standorte in der Region Hemer/Menden im Komplex Hemer Edelburg konsolidiert. Mit der engen Verzahnung der Funktionen soll die Effizienz der Verwaltung weiter steigen. Dazu David J. Haines: “Eine gute Nachricht für Düsseldorf, für unsere zukünftige Talentrekrutierung und für den Standort Hemer, an dem wir unsere Verwaltung zentralisieren. Alle haben hiermit gewonnen. Düsseldorf ist eine tolle, attraktive und lebenswerte Stadt und genau richtig als Standort für unser weltweites Headquarter.“
Code of Business Conduct und Jahresbericht 2006 Soeben hat GROHE erstmals einen Code of Business Conduct erlassen, der für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weltweit verbindlich ist. Damit erfüllt das Unternehmen international mittlerweile übliche „Corporate Compliance Standards“.
Darüber hinaus veröffentlicht GROHE einen Jahresbericht 2006, der allerdings noch nicht als formaler Geschäftsbericht gedacht ist.
Beide Publikationen sind ausschließlich in englischer Sprache erhältlich, die bei GROHE als Konzernsprache in den Führungs-ebenen vereinbart wurde – analog zu den meisten global tätigen europäischen Konzernen.
* Umsatz und Ebitda 2005 bereinigt um den Umsatz- und Ebitda-Anteil der AquaRotter GmbH, die zum 1. September 2005 verkauft wurde.