Mit der jüngst in Berlin in Betrieb genommenen Grauwasser-Recycling-Anlage Pontos AquaCycle konnte die seit langem stillgelegte Pflanzenkläranlage des Wohnblocks Dessauer Straße/Bernauer Straße zu neuem Leben wiedererweckt werden.
Die feierliche Eröfnung der Ponotos AquaCycle-Anlage durch Staatssekretärin Hella Dunger-Löper.
Das aufbereitete Betriebs- oder Klarwasser und zuvor als Grauwasser in der Anlage.
Das Besucherhaus, in welches das Pontos AquaCycle-System installiert ist, wird zukünftig über das kostbare Gut Wasser und seine Recyclingmöglichkeiten informieren.
Das auf dem Gelände anfallende Niederschlagswasser wird in die Becken der ehemaligen Pflanzenkläranlage eingeleitet. Durch das Verdunsten wird das Kleinklima im nahen Wohnumfeld verbessert.
Die Staatssekretärin für Bauen und Wohnen Hella Dunger-Löper hat vor kurzem die neue Pontos AquaCycle-Anlage feierlich in Betrieb genommen. Mit innovativer Technik wurde die ehemalige Pflanzenkläranlage zu einem realisierten Vorzeigeprojekt für ökologisches Bauen und den nachhaltigen Umgang mit dem kostbaren Lebensmittel „Trinkwasser“ umgewandelt. Es wurde versucht Wasser und Lebensqualität zusammenzuführen und infolgedessen soll dieses Modellprojekt weitere Nachahmer finden.
Während in Deutschland die Vorstellung, dass Wasser im Überfluss vorhanden ist, weit verbreitet ist, müssen in London bspw. bereits Meerwasserentsalzungsanlagen, wie in den Golfstaaten, zur Trinkwasserversorgung gebaut werden. Trinkwasser gehört längst zu den kostbarsten Ressourcen dieser Erde. Diese Information weiter in die Bevölkerung zu tragen, macht sich auch das dazugehörige Besucherhaus der Berliner Wohnanlage „Block 6“ zur Aufgabe. Das Pontos AquaCycle-System ist in das Besucherhaus installiert ist, welches als eine Informationsplattform in Sachen nachhaltiges Wassermanagement angelegt ist und u.a. zukünftige Besucher und Schulklassen informieren soll.
Während der “Internationalen Bauaustellung“ Mitte der achtziger Jahre war in der südlichen Friedrichstadt Berlins unter dem Namen „Block 6" eines der Pionierprojekte für ökologisches Bauen umgesetzt worden. Als Bestandteil des ökologischen Modellprojekts „Block 6“entstand 1987 eine große Pflanzenklärwasseranlage, die für das Grauwasser-Recycling der 106 Wohnungen des Wohnblocks Dessauer Straße/Bernauer Straße zuständig war. Das Abwasser aus aus Badewannen, Duschen, Handwaschbecken sowie Küchen und der Waschmaschine - das als Grauwasser bezeichnet wird - wurde durch Mikroorganismen der Pflanzenkläranlage gereinigt und anschließend zum Spülen der Toiletten und als Putzwasser eingesetzt. Da sie zu hohe Kosten verursachte, wurde die Anlage aber bereits 1993 stillgelegt.
Doch die Senatsverwaltung und auch der Eigentümer, die aurag Immobilienverwaltung, wollten den Bestand der Anlage als "technisches Denkmal" sichern und optimieren bzw. durch ein zeitgemäßes integriertes Wasserkonzept wiederbeleben. Denn trotz späterer Stilllegung der Anlage wurde grundsätzlich die Funktions- und Betriebsfähigkeit der Anlage nachgewiesen.
Staatsekretärin Hella Dunger-Löper: "Die Projekte, die im Rahmen der Berliner stadtökologischen Modellprojekte entwickelt und ausgewertet wurden, stellen ein großes Potential da. Es kommt jetzt darauf an, innovative Umwelttechnologien bei Gebäudekonzepten zu berücksichtigen und damit z. B. den Umgang mit Wasser im Sinne einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Bewirtschaftung zu verändern. Das "Integrierte Wasserkonzept" im Block 6 ist ein gutes Beispiel dafür." In die „Becken“ der Pflanzenkläranlage wird das auf dem Gelände anfallende Niederschlagswasser eingeleitet, um zu verdunsten oder zu versickern. Die Verdunstung trägt damit, insbesondere in den Sommermonaten, zu einer Verbesserung des Kleinklimas im nahen Wohnumfeld bei.
Mit der offiziellen Einweihung des Besucherhauses von „Block 6“ am 30. August 2007 ist diese Vision „grüner Architektur“ aus den 1980er Jahren jetzt Realität geworden. Denn nun recycelt eine hochmoderne AquaCycle-Anlage der Pontos GmbH, einer Tochtergesellschaft der Hansgrohe AG, das Abwasser der etwa 244 Einwohner in 73 Wohnungen. Rund 12 Kubikmeter Abwasser fallen pro Tag an und davon werden etwa 8 Kubikmeter gereinigt und zu Betriebswasser aufbereitet. „Ganz ohne Chemie, auf rein mechanisch-biologische Art und Weise, und mit sehr sparsamen Energieeinsatz“, wie Otto Schinle, im Vorstand der Hansgrohe AG für das Geschäftsfeld Grauwasserrecycling zuständig, bei der feierlichen Eröffnung betonte. Knapp drei Millionen Liter Trinkwasser – so die Berechnungen der Fachingenieure – werden durch das innovative Grauwasserrecyclingsystem aus dem Schwarzwald im Jahr eingespart.
„Aus dem Experiment der achtziger Jahre“, so Otto Schinle mit Blick auf die Historie von „Block 6“, „ist durch den Einsatz aller Projektpartner ein Vorzeigeprojekt für nachhaltiges Bauen im 21. Jahrhundert geworden. Schließlich wird der nachhaltige Umgang mit der Ressource Wasser zunehmend wichtiger, denn Wasser als eine der wichtigsten Lebensgrundlagen ist ein kostbares Gut. Grauwasserrecycling leistet hier einen wichtigen Beitrag, die Ressource Wasser ökologisch wie ökonomisch nachhaltig zu nutzen.“