Die Chancen einer ökologischen Industriepolitik waren das Thema einer Gesprächsrunde mit Matthias Machnig, Staatssekretär des Bundesumweltministeriums, und ausgewählten Unternehmern bei der IHK Niederrhein in Duisburg.
Staatssekretär Matthias Machnig (links) und IHK-Präsident Thomas Hüttemann beim Pressegespräch in der niederrheinschen Industrie- und Handelskammer. Foto: IHK Niederrhein
Im Anschluss an die Diskussion besuchte der Staatssekretär Machnig auch den Hersteller für Zentralklimageräte Menerga in Mülheim an der Ruhr, um sich vor Ort über Energieeffizienz zu informieren.
"Wir müssen hin zu einer Null-Emissions-Strategie als zukunftsfähigen Weg der kontinuierlichen, ökologischen und sozialen Verbesserung", sagte Machnig in seinem Vortrag in Duisburg. Er verglich die Lösung der Umweltprobleme des 21. Jahrhunderts mit der technologischen Herausforderung der Mondlandung. Dabei biete der Wachstumsmarkt für Umwelttechnik deutschen Unternehmen hervorragende Chancen. Bereits jetzt hätten diese einen weltweiten Marktanteil von 18%. Ziel der Bundesregierung sei es, diese Entwicklung zu forcieren, weshalb das Ministerium den unmittelbaren Kontakt mit maßgeblichen Akteuren der Umwelttechnikbrache suche, um günstige Innovations- und Investitionsbedingungen für weitere Entwicklungen zu erörtern.
In Mülheim stellte Menerga Geschäftsführer Dr. Jürgen Röben dem Staatssekretär zunächst die Ziele und Absichten des Herstellers für zentrale Klimageräte dar. Bereits seit der Gründung im Jahre 1980 sei die Technologieentwicklung auf hohe Energieeffizienz, Ressourcen schonenden Betrieb und möglichst umfangreichen Einsatz regenerativer Energien ausgerichtet. Damit liege der Hersteller heute genau auf der Linie der Bundesregierung und ihren aktuellen Beschlüssen zum Thema Klimaschutz.
Wichtig sei in diesem Zusammenhang das Systemdenken, bei dem das Gebäude in einem möglichst frühen Stadium als Gesamtheit betrachtet werde, um ein energieoptimales Konzept für Klimatisierung zu entwickeln. Damit werde gewährleistet, dass die in das Gebäude eingetragene Energie durch Wärmerückgewinnung so weit wie möglich ausgenutzt werde. Zum Einsatz kämen dabei auch Technologien nach dem Vorbild der Natur wie die "adiabate" Verdunstungskühlung. Ein weiteres, neuartiges Produkt in der Markteinführung sei die sorptionsgestützte Klimatisierung, bei der Wärme auf niedrigem Temperaturniveau, wie sie z.B. Solaranlagen oder Blockheizkraftwerke liefern, zur Entfeuchtung genutzt werden könne.
Bei der nachfolgenden Besichtigung der Produktion konnte sich der Staatssekretär von der Internationalität der Kunden und der Einzelfertigung für die speziellen Erfordernisse jedes Projektes überzeugen. Neben der individuellen Auslegung aller technischen Details der Zentralklimageräte sei auch die Herstellung von Sonderbauformen möglich, die auf räumliche Gegebenheiten Rücksicht nehme, z.B. Zerlegbarkeit in kleinere Einheiten zur Einbringung in enge Gebäude oder Gehäuse in L-Form. Daran ließe sich nach Ansicht von Machnig ein wichtiger Erfolgsfaktor des deutschen Mittelstandes aufzeigen. Das sei die Bereitschaft, auch in Einzelprojekte Entwicklungsarbeit zu investieren um Kunden ein optimales Produkt anbieten zu können.
Als Anregung für eine ökologische Industriepolitik gab Röben dem Staatssekretär die Idee einer Förderung von Betreibern mit, die in innovative, hocheffiziente Anlagen investieren, die in der Regel auch etwas kostenintensiver sind als bewährte Techniken. Allerdings müsse der bürokratische Aufwand hierfür gering gehalten werden, da viele Fördertöpfe für den Mittelstand aus diesem Grund heute nicht ausgeschöpft würden.