Die Sanipa GmbH hat die Einleitung eines Insolvenzverfahrens beantragt, nachdem die Banken trotz Anfang Dezember 2007 begonnener Sanierungsmaßnahmen nicht zu einer Weiterfinanzierung des Sanierungskonzeptes bereit waren.
Family FY - eine ISH-Neuheit 2007. Foto: Sanipa GmbH
Überraschend wurde jetzt bekannt, dass der mittelständische Treuchtlinger Badmöbelhersteller Sanipa GmbH am 16. Januar 2008 beim Amtsgericht Ansbach einen Insolvenzantrag gestellt hat.
Gestern veröffentlichten die Geschäftsführer der Sanipa GmbH, Sabine und Horst Unterlandstätter, gemeinsam mit dem Betriebsrat der Firma eine Pressemitteilung. Daraus geht hervor, dass bereits im September letzten Jahres die renommierte Beratungsgesellschaft Dr. Wieselhuber & Partner mit der Erstellung eines Sanierungsgutachtens beauftragt wurde.
Die Geschäftsleitung und der Betriebsrat weiter dazu:“ Im Zeitraum September bis Dezember 2007 entstand auf Basis umfangreicher Erhebungen und Analysen ein Sanierungsgutachten mit Maßnahmenplan, welches den beteiligten Banken Mitte Dezember vorgestellt wurde. In diesem Gutachten wurde die Sanierungsfähigkeit des Unternehmens festgestellt. Anfang Dezember 2007 wurde bereits mit der Umsetzung der Sanierung begonnen. Obwohl die eingeleiteten Maßnahmen erste Erfolge zeigten und auch mit dem Betriebsrat Einvernehmen über eine notwendige Reduzierung des Personalstandes in 2008 erzielt werden konnte, waren die Banken nicht zu einer weiteren Finanzierung des Sanierungskonzeptes bereit. Vor dem Hintergrund der drohenden Illiquidität war die Geschäftsführung gezwungen, beim zuständigen Amtsgericht die Einleitung eines Insolvenzverfahrens zu beantragen.“
Wie der Treuchtlinger Kurier heute berichtet, hat Sanipa derzeit in Treuchtlingen-Wettelsheim 210 Mitarbeiter und zusätzlich 30 weitere in Österreich und der Tschechien. Gegenüber der Zeitung hatte Firmengründer und Haupt-Gesellschafter Dieter Kerth die Probleme des Unternehmens mit einem 20-prozentigen Umsatzrückgang u.a. durch 40 Prozent weniger Neubauten in Deutschland und immer vorsichtigere Verbraucher erklärt. Die Sanipa GmbH habe aber Kerth zufolge relativ wenig Exportgeschäft.
Die negativen Auswirkungen des deutschen Marktes haben die meisten Unternehmen der Branche letztes Jahr getroffen, doch viele konnten sich durch ein starkes Exportgeschäft retten. Für die Sanipa GmbH wird es jetzt von großer Bedeutung sein, dass ein guter Insolvenzverwalter eingesetzt wird. Derzeit läuft laut Treuchtlinger Kurier die Produktion weiter.