Die dramatische Marktentwicklung der Pelletwirtschaft im letzten Jahr, mit Rückgängen bis zu 70 Prozent, hat deutliche Opfer in der Branche gefordert. In Österreich traf es noch Ende November den innovativen Pelletöfen-Hersteller Calimax.
Unter dem Namen calimax Energietechnik GmbH werden die innovativen Calimax Pelletöfen weiterhin angeboten und in Sachen Qualität, Heizleistung und Design überzeugen.
Die ab 2005 stark gestiegenen Ölpreise hatten einen vermehrten Umstieg auf Pelletheizungen zur Folge. Die rasante Nachfrage nach Pelletheizungen hatte den Herstellern riesige Zuwächse beschert, aber auf der anderen Seite entstand infolgedessen ein erheblicher Pelletsmangel. Preissteigerungen von bis zu 70 Prozent, Lieferengpässe und die Feinstaubdiskussion beendeten den Pelletboom und ließen den Markt stark einbrechen.
Bei der „Calimax“ Entwicklungs- & Vertriebs- GmbH schlug diese dramatische Marktentwicklung 2007 mit einem Umsatzrückgang von 60% zu Buche. Einbußen, die trotz sofort eingeleiteten 3-stufigen Sanierungsprogramms nicht mehr wettzumachen waren, so das Unternehmen. Was blieb, war der Antrag auf Insolvenz. Am 27.11.2007 erfolgte die Konkurseröffnung beim Landgericht Feldkirch. Dort wurden die Passiva mit rund 5.5 Millionen Euro angeführt, dem laut österreichischem Nachrichtenmagazin Echo Aktiva in Höhe von 4,1 Millionen Euro gegenüberstanden. Betroffen von dem Konkursverfahren waren 19 Dienstnehmer und über 100 Gläubiger.
Aber wie das Unternehmen informierte, konnten die Gesellschafter jedoch gleich ein, in Zusammenarbeit mit der Bridge Management und Invest AG von Geschäftsführer Christoph Erath erarbeitetes Weiterführungskonzept für das Unternehmen präsentieren. Die Schweizer Bridge Management + Invest AG gründete unter dem Namen „calimax“ Energietechnik GmbH eine Auffanggesellschaft und ging so in Vorleistung, auch wenn nicht klar war, ob man den Zuschlag für das Unternehmen erhalten würde. Gegenüber der Redaktion HaustechnikDialog hat Geschäftsführer Christoph Erath jetzt bestätigt, dass man den Zuschlag für das Unternehmen noch im Dezember erhalten hatte. Das Unternehmen wird unter „Calimax“ Energietechnik GmbH unter derselben Adresse fortgeführt.
Das Unternehmen sieht gute Chancen für eine erfolgreiche Weiterführung, nicht zuletzt aufgrund der bereits spürbaren Erholung des Pelletmarktes. Als weiteren Vorteil sieht man die Forcierung erneuerbarer Energiequellen durch die öffentliche Hand, wie bspw. in Deutschland. Nicht zuletzt aber setzt man auf die Rolle von Calimax als Innovationsvorreiter im Bereich minimale Feinstaubemission: Calimax Pelletöfen liegen jetzt schon unter den strengen Grenzwerten, die ab 2014 in Deutschland verlangt werden. Diese, mit enorm hohen Investitionskosten verbundene Positionierung der Öfen im Premiumsegment brachte das Unternehmen, laut eigener Angaben, in Verbindung mit der angespannten Marktsituation 2007 zwar in Schwierigkeiten, dürfte sich jetzt für die weiterführende Gesellschaft jedoch als enormer Wettbewerbsvorteil erweisen.