Das neu gewählte Präsidium zeigte sich enttäuscht über den Sanitärinlandsumsatz 2007 und hat für 2008 gedämpfte Erwartungen.
Das Plenum des IndustrieForums Sanitär bestätigte Andreas Dornbracht in seinem Amt als Präsident.
Bei der turnusgemäßen Neuwahl des Präsidiums anlässlich der Mitgliederversammlung Ende Januar 2008 bestätigte das Plenum des IndustrieForum Sanitär
Andreas Dornbracht (Dornbracht) in seinem Amt als Präsident. Auch die bisherigen Präsidiumsmitglieder
Karl-Heinz Wennrich (Burgbad) und
Hartmut Dalheimer (Keuco) wurden wiedergewählt. Neu im Gremium ist
Franz Kook (Duravit). Er nimmt den Platz von Dr. Georg Wagner ein, der mit seinem Ausscheiden aus der Keramag AG auch aus dem IFS-Präsidium ausgeschieden war. Zum stellvertretenden Präsidenten wurde Karl-Heinz Wennrich gewählt.
Dornbracht freute sich angesichts des einstimmigen Votums der Mitglieder und versprach, den eingeschlagenen Weg einer konstruktiven Weiterentwicklung wichtiger Branchenthemen mit seinen Kollegen fortzusetzen. Hierzu zählt er vor allem die notwendige Stärkung der Großhandelsausstellungen, die Optimierung logistischer Prozesse im dreistufigen Vertriebsweg und die Herausforderung aus der Bedeutung des Internets als Angebotsplattform.
Inlandsumsatz 2007 unter Vorjahresniveau Enttäuscht zeigte sich das neu gewählte Präsidium über die heimische Umsatzentwicklung im zurückliegenden Jahr. Die im IndustrieForum Sanitär verbundenen Hersteller schlossen das Jahr 2007 im Inland mit einem Umsatzminus von nominal 0,6 Prozent ab und blieben damit weit hinter den aus den Erfolgen der ersten zwei Monate genährten Erwartungen zurück.
Mit einem Umsatzanstieg von 24,5 Prozent im Januar 2007 war die Sanitärindustrie sehr erfolgversprechend in das neue Jahr gestartet und legte insgesamt ein beachtliches erstes Quartal hin. Im weiteren Jahresverlauf, so berichtete der IFS-Geschäftsführer Wolfgang Burchard in diesen Tagen in Frankfurt, sei die Nachfrage in der Folge aber zunehmend eingeknickt und in der zweiten Jahreshälfte dann geradezu abgerissen. Für diese Entwicklung macht er gesunkene Realeinkommen, zusätzliche Steuerbelastungen und nicht zuletzt den drastischen Rückgang im deutschen Wohnungsbau verantwortlich. „Bei der Bewertung des enttäuschenden Ergebnisses müsse allerdings auch daran erinnert werden, dass 2006 als Referenzzeitraum ein Ausnahmejahr gewesen ist, mit dem die Latte hoch aufgelegt war“, betonte Burchard weiter. „Vergleicht man das Ergebnis 2007 mit dem aus dem Jahr 2005, konnten wir ein Plus von 10 Prozent verbuchen“.
Prognose 2008: Sanitärindustrie erwartet nur geringes Wachstum Die Erwartungen für das Jahr 2008 beschreibt das IFS als gedämpft. Zweifelsohne sei der Bedarf an neuen Bädern bzw. Badrenovier-ungen ungebrochen und diverse Umfragen zeigten, dass auch bei den Wünschen der Bevölkerung das Bad im Ranking immer weiter nach vorne rückt. Wenn es allerdings um die Realisierung gehe, blieben die Bürger zurückhaltend. Daran ändere sich nach IFS-Einschätzung auch angesichts einer zuletzt optimistischeren Konsumentenstimmung absehbar nichts, die Bereitschaft zur Anschaffung langlebiger Gebrauchsgüter bleibe weiter unbefriedigend, wie auch der Anstieg der Sparquote deutscher Haushalte belege. „Das für den Endverbraucher relativ komplexe System des dreistufigen Vertriebsweges mit seinem recht hohen Preisniveau macht die Situation nicht einfacher“, so Burchard.
Da bei den Rahmenbedingungen kurzfristig keine großen Änderungen zu erwarten sind, rechnen die IFS-Mitglieder bei der Inlandsumsatzentwicklung 2008 lediglich mit einem leichten nominalen Plus von 0,7 Prozent, was für den Mengenabsatz (real) auf einen Rückgang hinausliefe.