Der bereits angekündigte Wechsel im Vorstandsvorsitz des Schwarzwälder Armaturen- und Brausenspezialisten ist mit der Bestätigung der Hauptversammlung am gestrigen Dienstag vollzogen.
Neuer und alter Hansgrohe Chef: Der langjährige Finanzvorstand Siegfried Gänßlen (li.) tritt am 28. Mai 2008 die Nachfolge von Klaus Grohe im Vorstandsvorsitz der Hansgrohe AG an. Nach 33 Jahren an der Unternehmensspitze übernimmt Klaus Grohe, jüngster Sohn von Unternehmensgründer Hans Grohe, den Vorsitz des Aufsichtsrats bei
der Hansgrohe AG. Foto: Hansgrohe
Mit der Bestätigung durch die heutige Hauptversammlung der Hansgrohe AG ist der langjährige Finanzvorstand Siegfried Gänßlen (62) zum neuen Vorstandschef beim Schiltacher Bad- und Sanitärspezialisten berufen worden. Er tritt damit am 28. Mai 2008 die Nachfolge von Klaus Grohe (71) an, der nach 33 Jahren an der Spitze des Unternehmens den Vorsitz des Aufsichtsrats übernimmt. Das Unternehmen hatte den Wechsel bereits auf Betriebsversammlungen im vergangenen Oktober angekündigt.
Weiter auf Erfolgskurs
„Mir ist bewusst“, erklärte der neue Hansgrohe-Chef in einem Brief an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, „dass meine neue Funktion Verpflichtung und Herausforderung zugleich ist. Verpflichtung, das Unternehmen auch in Zukunft kontinuierlich auf Erfolgskurs zu halten, so wie es uns als Ergebnis einer tollen geschlossenen Mannschaftsleistung in den letzten Jahren bei Hansgrohe gelungen ist.“ Seine Hauptaufgabe sieht der gebürtige Stuttgarter zum einen darin, die globale Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens durch fortgesetzte Innovationen bei Produkten und Prozessen weiter auszubauen, um auch in Zukunft profitables Wachstum zu erzielen. Zum anderen setzt der Hansgrohe CEO auf eine forcierte Internationalisierung der Marktbearbeitung, um weitere Wachstumspotentiale für den Armaturen- und Brausenhersteller zu erschließen. Nur so könne es in einem infolge der Immobilienkrise und steigender Energiepreise schwieriger gewordenen konjunkturellen Umfeld gelingen, „die Zukunftsfähigkeit unseres Unternehmens immer wieder zu erneuern und zu stärken.“ Die Hansgrohe AG, die am morgigen Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Stuttgart ihre Bilanz für das Jahr 2007 vorstellen wird, konnte in den letzten Jahren durchweg ein zweistelliges Wachstum und von Jahr zu Jahr neue Bestmarken bei Umsatz, Ertrag und Beschäftigtenzahlen verzeichnen.
Durch und durch Unternehmer
Der gelernte Industriekaufmann und Betriebswirt Siegfried Gänßlen legte stets Wert darauf, sich einen möglichst umfassenden Erfahrungsschatz und beruflichen Hintergrund zuzulegen. Entsprechend breit gefächert ist die Bandbreite der Aufgaben, Funktionen und Zuständigkeiten, die er während seiner Laufbahn in ganz unterschiedlichen Branchen bekleidete. Nach Stationen im Management der Ludwigsburger Firma Karl-Friedrich Rothe, bei Price Waterhouse in Frankfurt, der Cooper Group, Besigheim, der Karl Dungs GmbH & Co. KG, Urbach, und der Hydraulik Ring GmbH, Nürtingen, zeichnete denn auch ein eher generalistischer Ansatz sein Managementverständnis und Handeln aus, als er 1994 als Geschäftsführer zu Hansgrohe kam. Hier ist er seither für die Bereiche Controlling, Finanzen, IT und Personal sowie den US-Markt und die Emerging Markets verantwortlich. Mit Umwandlung in eine nicht börsennotierte Aktiengesellschaft übernahm Siegfried Gänßlen 1999 in der Hansgrohe AG die Funktionen des stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden und Finanzvorstands. „Ich war nie nur Zahlenmensch“, beschreibt der Schwabe sein professionelles Selbstverständnis, für das er auch als Vorsitzender des Internationalen Controllervereins wirbt, „sondern ich sehe mich durch und durch als Unternehmer mit einer Leidenschaft für das Controlling. Ja, mich interessieren natürlich Zahlen, aber mehr noch Menschen, Produkte und Märkte, denn nur so kann ich tragfähige und belastbare Strategien für das Unternehmen entwickeln, mit denen sich die Zukunft von Hansgrohe erfolgreich gestalten lässt.“
Dabei versteht sich der passionierte Fußballer durchweg als Mannschaftsspieler: „Hansgrohe wird in der Champions League der internationalen Sanitärbranche weiter ganz vorn mitspielen, wenn wir wie bisher als Team auftreten, beweglich bleiben und unser Zusammenspiel weiter perfektionieren.“