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SzeneNews vom 04.06.2008

Luitwin Gisbert von Boch-Galhau scheidet aus dem Aufsichtsrat von Villeroy & Boch aus

Luitwin Gisbert von Boch, geb. 1936, langjähriger Vorstandsvorsitzender der Villeroy & Boch AG, schied am 30. Mai 2008 als stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats aus, in den er im Jahr 1994 gewählt wurde.

Luitwin Gisbert von Boch-Galhau und  Peter Prinz Wittgenstein. Foto: V&B
Luitwin Gisbert von Boch-Galhau und Peter Prinz Wittgenstein. Foto: V&B
Geboren wurde von Boch im saarländischen Mettlach, dem Hauptsitz des Konzerns. Nach einem Wirtschaftsstudium an der Universität St. Gallen 1961 und mehreren Studienaufenthalten in Kanada, USA, Japan, Indien usw. übernahm er die Leitung der Villeroy & Boch- Niederlassung in Hamburg und dann des Werkes in Lübeck-Dänischburg. 1972 trat er als geschäftsführender Gesellschafter an die Spitze des Unternehmens.

Die Struktur des Unternehmens hat von Boch nachhaltig durch effiziente Spartengliederung geprägt. Angesichts anhaltender Stagnation in der Baubranche und einer enormen Konzentration im Handel stellte er die Marktbearbeitung auf eine neue Grundlage: Kundenbetreuung und -Belieferung erfolgten ab 1982 nicht mehr über die einzelnen Werke, sondern zentral durch die Unternehmensbereiche, die sich in Sanitär, Fliesen und Geschirr/Kristall gliederten. Im Mittelpunkt der Aktivitäten steht die Strategie „Alles aus einer Hand“, mit der Villeroy & Boch auf die Anforderungen und Wünsche seiner Marktpartner in Handel, Handwerk und Objektgeschäft schnell, flexibel und kundennah eingehen kann. Diese strategische Neuausrichtung besitzt bis zum heutigen Tage Geltung und wurde durch permanente Diversifizierung des Angebotes und Akquisitionen stetig weiter ausgebaut.

Nach Umwandlung des Unternehmens in eine Aktiengesellschaft wurde er 1985 Vorsitzender des Vorstands der Villeroy & Boch AG. Dieses Amt hatte er bis 1994 inne. In dieser Position hat von Boch bedeutende strategische Entscheidungen sowohl zur Unternehmens-strukturierung wie zu Produkt- und Vermarktungskonzepten gefällt, die das Familienunter-nehmen auf die Herausforderungen gewandelter Märkte einstellten. Unter seiner Ägide entstanden die ersten Diversifizierungsmodelle und Konzepte zur „Keramischen Harmonie“, die den Ausgangspunkt für das spätere Konzept des „House of Villeroy & Boch“ bilden.

Zwei unternehmerische Entscheidungen, die Villeroy & Boch stark geprägt haben, hat L G von Boch wesentlich mit getragen: die Umwandlung der Kommanditgesellschaft in eine Aktiengesellschaft im Jahr 1987, bei der das Kapital in Familienbesitz bleibt. Wenig später leitet von Boch den Börsengang der Villeroy & Boch AG ein. Hiermit beginnt eine neue Phase der Erschließung des Kapitalmarkts.
Als Nachkomme des lothringischen Firmengründers Franҫois Boch in 8. Generation identifiziert er sich seit jeher mit der deutsch-französisch-luxemburgischen Tradition des Unternehmens. Von Bochs Bemühungen in den Nachkriegsjahrzehnten galten vor allem der Aussöhnung mit den europäischen Nachbarn, wozu auch die wirtschaftlichen und menschlichen Verflechtungen der „Heimmärkte“, Werksgründungen und europäische Vertriebsgesellschaften von Villeroy & Boch beitrugen. Er übernahm Aufgaben und Ämter auf europäischer Ebene. So zum Beispiel in der Cérame-Unie, der Dachorganisation der keramischen Industrie der EU, deren Präsident er seit 1985 ist, in der deutschen Delegation der CET (Vereinigung der Fliesenhersteller EU) oder seit 1994 als Vorstandsmitglied der deutschen keramischen Gesellschaft.

1998, im Jahr des 250jährigen Firmenjubiläums, bezeichnete der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl die Bochs als „Europäer der ersten Stunde“. Die französische Regierung verlieh Luitwin Gisbert von Boch für seine Verdienste um die deutsch-französische Freundschaft im Jahr 1995 den Titel „Chevalier de la Légion d'Honneur“ (Ritter der Ehrenlegion). Seine Affinität zum Nachbarland Frankreich reicht in den persönlichen Bereich hinein. Er ist mit einer Französin verheiratet.

In gleichem Maße wie sich von Boch für Europa engagierte, setzte er sein Fachwissen, seine Schaffenskraft und seine internationalen Verbindungen für das Saarland ein. Er war Vizepräsident des saarländischen Industriellenverbandes (SIV) und nach der Verschmelzung mit der Landesvereinigung der Saarländischen Arbeitgeberverbände zur Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände (VSU) übernahm von Boch 1972 auch dort die Vizepräsidentschaft, die er bis zum heutigen Tage innehat. Durch diesen Zusammenschluss konnten die wirtschafts- und sozialpolitischen Interessen saarländischer Wirtschaftsunternehmen erstmals unter einem Dach konzentriert und verfolgt werden. Die Landesregierung berief von Boch 1976 in den Beirat für Wirtschafts- und Strukturfragen und den Arbeitsausschuss „Standort und Verkehr“ sowie zum Vertreter der Anteilseigner in den Aufsichtsrat der Saar-Bergwerke.

Im Januar 2005 wurde Luitwin Gisbert von Boch das große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Der saarländische Ministerpräsident Peter Müller würdigte von Boch als Unternehmer, der in seiner über 40jährigen Tätigkeit für Villeroy & Boch wirtschaftliches und vielfältiges kulturelles Engagement miteinander verbunden hat.

Die Rolle von Bochs lässt sich keineswegs auf seine vielfältigen Aktivitäten im Rahmen des Unternehmens, des Saarlandes wie der internationalen Wirtschaft eingrenzen. Luitwin Gisbert von Boch ist Ästhet und Kunstfreund, hierin durchaus ein Erbe der Familie der Bochs, die eine ganze Reihe von Künstlern, Kunstsammlern, Produktgestaltern und Fotografen hervorgebracht hat. So hat er sich für den Bau des Keramikmuseums Mettlach in der Alten Abtei eingesetzt. Es wurde im Jahr 2002 eröffnet; von Boch ist Vorsitzender des Trägervereins dieses Museums, das die Sammlungen Villeroy & Boch enthält. Ehrenamtlich beteiligte er sich darüber hinaus von 1991 bis 2000 in der Deutschen Stiftung Denkmalschutz als Mitglied des Kuratoriums. Weitere Aufgaben übernahm er in der Gesellschaft zur Förderung des Saarländischen Kulturbesitzes e.V.

Polyglott, heimatverbunden und weltgewandt zugleich ist Luitwin Gisbert von Boch in vielen Kulturen zu Hause, liebt den Umgang mit ihren Menschen und tritt immer wieder für Verständigung und Gedankenaustausch ein. Er bekannte einmal: „Wenn ich nicht im vielfältigen Wirkungsfeld dieses Unternehmen tätig geworden wäre, hätte ich vermutlich eine Diplomaten-Laufbahn eingeschlagen.“
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kaisinho schrieb: Hallo, neuer Zwischenbericht. Gestern war ein Werkskundendienstler vor Ort. Er hat sich insbesondere die Grundfospumpe, die elektrischen Anschlüsse und die Platinen im Gerät angesehen. Leider konnte...
stein2bock schrieb: Danke Hanssanitär, ich denke mit den Informationen können wir die Sache installieren. Ob die Friwa in userem Fall, mit 13° Härte wirklich praktisch ist, wird die Praxis erweisen. Auf jeden Fall...
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