Am 13. Juni fand der erste Spatenstich für die Erweiterung des größten Werks der Geberit Gruppe in Pfullendorf statt. Nach Erteilung der Baugenehmigung im April 2008 sollen die Außenarbeiten bis zum Jahresende und der Technikeinbau bis Mitte 2009 erfolgen. Am 1. Januar 2010 wird die erweiterte Logistik ihren Betrieb aufnehmen.
Machten den ersten Spatenstich: Ralf Braun (Leiter Logistik), Dieter Eismar (Leiter Gruppenlogistik), Dr. Michael Reinhard (Mitglied der Konzernleitung), Rolf Vögtle (Erster Landesbeamter, Landratsamt Sigmaringen) Thomas Kugler (Bürgermeister Pfullendorf) und Dominik Bühring (Miebach Consulting).
"Ständig weiterentwickelte logistische Leistungsfähigkeit ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für Geberit. Das setzt man beim Marktführer in der Sanitärtechnik zu Recht voraus", betonte Dr. Michael Reinhard, Mitglied der Konzernleitung der Geberit Gruppe, in seiner Begrüßungsrede. Pfullendorf besitze bereits eine leistungsfähige Distributionslogistik, die zum zentralen Distributionsort ausgebaut und aufgrund des Ausbaus der Fertigungskapazität erweitert werde. „Für Deutschland ist das zudem eine bedeutende strategische Standortentscheidung“, so Dr. Reinhard. Aus Pfullendorf beliefert Geberit heute schon Kunden in mehr als 70 Ländern. Ab 2010 werden es 100 Länder sein.
Effizienzsteigerung durch innovative Prozesse und Lagertechnik
Für das Vorhaben sind Investitionen mit einem Gesamtvolumen von rund 27 Millionen Euro geplant. Das Geberit Sortiment wird heute von drei Standorten ausgeliefert. Nach Fertigstellung der Erweiterung wird der Grußhandel zentral von Pfullendorf aus beliefert. Diese Zusammenlegung der Distributionslogistik des Geberit Sortiments in Europa verbessert den Kundenservice durch Bündelung der Transporte und Lieferungen. Das neue vollautomatische Hochregallager wird am Unternehmen Richtung Bergwald entstehen und eine Länge von 92 Metern, 42 Metern Breite und eine Höhe von 35 Metern haben. „Auf neun Gassen und 17 Ebenen verteilt, werden mittels automatisch gesteuerter Regalbediengeräte die hier gelagerten Verkaufsartikel zur Kommissionierung bereitgestellt. Das neue zweigeschossige Versandgebäude, mit einer Länge von 162 Meter und einer Breite von 37 Metern ermöglicht die Belieferung des Großhandels mit deutlich kürzeren Durchlaufzeiten“, erläuterte Ralf Braun, Leiter Logistik bei Geberit in Pfullendorf, in seiner Rede.
Zahl der Palettenplätze wird sich fast verdoppeln
Das neue Hochregallager wird das bereits existierende, das im Jahr 1998 in Betrieb genommen wurde, leicht überragen. Die Zahl der Palettenplätze wird sich damit fast verdoppeln - von jetzt 29.000 auf 52.000. Die Zahl der vom Standort Pfullendorf ausgelieferten Artikel kann dann von derzeit 3.600 auf bis zu 7.100 ausgedehnt werden. Eine weitere Besonderheit der neuen Logistik kommt aus der Lager- und Fördertechnik. Vergleichbar mit dem Prinzip einer Seilbahn, wird es sowohl in der Versandebene als auch in der Kommissionierebene eine so genannte Elektrohängebahn zur Beförderung von Paletten geben. Mit einer Gesamtlänge von über 500 Metern können Paletten in einer Geschwindigkeit von 1,5 bis 2 m/sec in einer Ebene von A nach B gefahren werden. Dank der hohen Transportleistung können leistungsstarke neue Kommissionierarbeitsplätze mit Ware bedient werden. Diese neuen Arbeitsplätze ermöglichen die Kombination von Kommissionier- und Packvorgängen. Sie erlauben eine Verkürzung der Durchlaufzeit und erfüllen die zukünftigen Anforderungen durch Mengensteigerungen. „Eine Anlage in dieser Größe und Dynamik lässt nicht nur das Herz eines Logistiktechnikers höher schlagen, sondern wird viele Besucher, insbesondere unsere Kunden von einer zeitgemäßen Ingenieurleistung beeindrucken“, so Ralf Braun.
Zahlen – Daten – Fakten
Neues Hochregallager
Investitionen von rund 27 Millionen Euro
Länge: 92 Meter
Breite: 42 Meter
Höhe: 35 Meter
9 Gassen
17 Ebenen
Neues Versandgebäude
Länge 162 Meter,
Breite: 37 Meter
Höhe: 15 Meter
Nutzfläche der Erweiterung
16.000 m²
Elektrohängebahn
über 500 Meter
Bis zu 400 transportierte Paletten pro Stunde