Die Mitgliederversammlung des Instituts für wirtschaftliche Oelheizung e.V. (IWO) hat am vergangenen Donnerstag in Hamburg hat einen neuen Vorstand für die kommenden zwei Geschäftsjahre gewählt. Im Amt bestätigt wurden der bisherige Vorstandsvorsitzende Dr. Fabian Ziegler (Shell Deutschland Oil GmbH), Stefan Brok (Deutsche BP AG) und Christoph Reiter (AGIP Deutschland GmbH).
Der neue IWO-Vorstand (v.l.):
Rainer Scharr (GKG Mineraloel Handel GmbH & Co. KG), Nikolaus Gehrs (Mabanaft Deutschland GmbH & Co. KG), Stefan Brok (Deutsche BP AG), Christoph Reiter (AGIP Deutschland GmbH), Gerd Deisenhofer (UNITI - Bundesverband mittelständischer Mineralölunternehmen e. V.), Dr. Fabian Ziegler (Shell Deutschland Oil GmbH. Fotos: IWO
IWO-Vorstandsvorsitzender Dr. Fabian Ziegler.
Neue Mitglieder im sechsköpfigen Vorstand sind Nikolaus Gehrs (Mabanaft Deutschland GmbH & Co. KG), Rainer Scharr (GKG Mineraloel Handel GmbH & Co. KG) und Gerd Deisenhofer vom Bundesverband mittelständischer Mineralölunternehmen e. V. (UNITI). Deisenhofer tritt als stellvertretender Vorsitzender an die Stelle von Dieter Bischoff (gdbm), der nach elf Jahren aus dem IWO-Vorstand ausscheidet. Die Mitgliederversammlung verabschiedete ebenfalls Wolfgang Ahrens (Mabanaft Deutschland GmbH & Co. KG), der seit 1992 dem IWO-Vorstand angehörte, sowie Norbert Leber (Valentin Gas u. Oel GmbH & Co. KG), der gut elf Jahre IWO-Vorstandsmitglied war.
Flexibel und unabhängig: Gute Zukunftsperspektive mit Heizöl
„Energie ist und bleibt ein wertvolles Gut“, betonte der IWO-Vorstandsvorsitzende Dr. Fabian Ziegler anlässlich der IWO-Mitgliederversammlung. Und häufige, mitunter kräftige Ausschläge des Ölpreises nach oben und unten, wie im Verlauf dieses Jahres, seien auch in Zukunft nicht auszuschließen, so Ziegler weiter. Da erweise sich der Energievorrat im eigenen Tank für die rund 6,14 Millionen Ölheizungsbetreiber als klarer Vorteil: Hochpreisphasen mit Kleinstmengen überbrücken und volltanken, wenn der Preis wieder nachgibt. Für viele Heizöl-Kunden zahlte sich dieser Vorteil in diesem Jahr richtig aus. Wer statt im Juli seinen Tank im Oktober auffüllen ließ, zahlte im Bundesdurchschnitt rund 25 Prozent weniger für den Heizölvorrat.
Der Vorteil eines dezentral beim Kunden gelagerten Energievorrates bekommt bei der zukünftigen Entwicklung im Wärmemarkt eine besondere Bedeutung. Dank effizienter Heiztechnik und energetisch verbesserter Gebäude sinkt der Energiebedarf. Größere Wärmemengen werden im Jahresverlauf nur noch in relativ kurzen Phasen benötigt. „Eine wirtschaftlich akzeptable Versorgungssicherheit kann unter diesen Rahmenbedingungen nur ein flexibel verfügbarer Energieträger gewährleisten, der ohne kostenintensiv erstellte Leitungsnetze zum Verbraucher gelangt. Flüssige Brennstoffe werden deshalb auf lange Sicht bedeutende Energieträger im Wärmemarkt bleiben“, erklärte Ziegler.
Öl-Brennwerttechnik mit erneuerbaren Energien verbinden
Jeder zweite in diesem Jahr installierte Ölheizkessel ist ein Brennwertkessel, zudem werden immer häufiger neue Ölheizungen mit solarthermischen Anlagen kombiniert. „Aus Sicht der Mineralölwirtschaft eine äußerst positive Entwicklung. Immer mehr Kunden kombinieren den Vorteil des flexiblen Brennstoffvorrats mit hoch effizienter Öl-Brennwerttechnik und nutzen zusätzlich die Sonnenwärme und einen Holzkaminofen, der in das Heizungssystem integriert ist. Dazu finden teilweise auch schon Bio-Anteile im Heizöl Verwendung. So ziehen künftig gleich mehrere erneuerbare Energien in die Wärmeversorgung mit Öl-Brennwertheizungen ein“, sagte Ziegler. Dennoch sei das Durchschnittsalter der Ölheizungen in Deutschland mit 17 Jahren nach wie vor zu hoch. Nur 12 Prozent der Heizungsanlagen in Deutschland entsprächen zurzeit dem Stand der Technik - der Brennwerttechnik.
Mit Sonnenwärme, einem Holzkaminofen und Bioheizöl ziehen gleich mehrere erneuerbare Energien in die Wärmeversorgung mit Öl-Brennwerttechnik ein. „Deshalb will IWO auch künftig gemeinsam mit den Marktpartnern aus Handel und Handwerk alle Anstrengungen unternehmen, das Modernisierungstempo zu beschleunigen“, sagte der IWO-Vorstandsvorsitzende. Dazu wird IWO unter anderem das Schulungsangebot für Handwerker, Energieberater und Mineralölhändler, die Verbraucher zu effizienter Ölheiztechnik und flüssigen Brennstoffen beraten, erweitern.
IWO wird darüber hinaus seine Aktivitäten im Bereich der technologischen Entwicklung weiter forcieren. „Wir werden Fördermittel für gemeinsame Entwicklungsprojekte mit der Heizgeräteindustrie bereitstellen. Beispielsweise für die stromerzeugende Heizung auf Basis eines Öl-Mikro-Blockheizkraftwerks, das auch im Einfamilienhaus sinnvoll eingesetzt werden kann. Oder für die Entwicklung einer ölbetriebenen Wärmepumpe“, so Ziegler. Eine erste Projektpartnerschaft mit einem namhaften Gerätehersteller werde in Kürze geschlossen.
Primärenergieeinsparung als Maßstab für staatliche Förderung
Die schnelle Verbreitung effizienter Heiztechnik im Gebäudebestand hängt allerdings wesentlich von den gesetzlichen Rahmenbedingungen ab. Die Mineralölwirtschaft und IWO unterstützen ausdrücklich die energiepolitischen Zielsetzungen des „Integrierten Energie- und Klimaprogramms“ der Bundesregierung. „Allerdings halten wir die vorgelegten Werkzeuge, wie das Erneuerbare Energien Wärmegesetz überwiegend für wenig geeignet, um die ehrgeizigen Ziele zu erreichen“, sagte Ziegler. IWO plädiert dafür, die Primärenergie-Einsparung als einheitliche Ziel- und Steuerungsgröße in allen Gesetzesvorhaben und Förderprogrammen für den Wärmemarkt zu verankern. Denn diese bereits in der Energieeinspar-Verordnung (EnEV) etablierte Größe integriert die übergeordneten Ziele wie Reduzierung der CO2-Emissionen, Verringerung des Energiebedarfs, Erhöhung der Versorgungssicherheit und Ausweitung des Anteils erneuerbarer Energien.
Weitere wichtige Forderungen im Hinblick auf Gesetzesvorhaben und staatliche Förderpolitik sind uneingeschränkte Technologieoffenheit und stärkere Effizienzorientierung. „Ein Bauherr oder Haussanierer sollte die freie Wahl haben, welche Heiztechnologie er einsetzen will, denn nur so kann er die für ihn effizienteste Lösung finden. Entscheidend für den Umfang der staatlichen Förderung von Energiesparmaßnahmen sollte nicht sein, welche Technologie verwendet wird, sondern wie viel Primärenergie letztendlich eingespart wird“, so Ziegler.