Wie die Saarbrücker Zeitung heute am 20. März 2009 berichtet, hat der Mettlacher Keramikhersteller Villeroy & Boch (V&B) angekündigt, wegen der Wirtschaftskrise 900 Mitarbeiter zu entlassen.
Villeroy & Boch auf der diesjährigen ISH in Frankfurt.
Zur ISH 2009 hatte Villeroy & Boch ein trendstarkes Neuheitenportfolio präsentiert. Doch insgesamt ist die wirtschaftliche Situation sehr ernst für den Konzern. Der Keramikhersteller sieht sich gezwungen, aufgrund eines massiven Umsatzrückgangs weitreichende Strukturmaßnahmen vorzunehmen. Das radikale Sparprogramm beinhaltet, laut Saarbrücker Zeitung, die Streichung nahezu jeder zehnten Stelle. Das sind rund 900 Entlassungen und soll bis zum Abschluss des Programms im Jahr 2011 50 Mio. Euro einsparen. Bereits Mitte der Woche hatte der Konzern Kurzarbeit für sämtliche Unternehmensbereiche ab April bis Ende des Jahres angekündigt. Wie die Saarbrücker Zeitung bereits am 19.03.2009 berichtete, sprach Unternehmenssprecherin Almut Hähner-Ural davon, dass 1800 der insgesamt 2800 deutschen Mitarbeiter davon betroffen seien. In allen Sparten wird die Produktion aufgrund des Nachfragerückgangs, besonders der Aufträge aus den USA, England und Spanien, zurückgefahren.
Noch im letzten Jahr hat V&B durch Akquisitionen die erfolgreiche Weiterführung des Unternehmens international und durch Sortimentserweiterung auch in der Badmöbelbranche versucht, auszubauen. Dazu hatte im März 2008 Villeroy & Boch 80% der Anteile des thailändischen Sanitär-Produzenten Nahm Sanitaryware Co, Ltd. mit Sitz in Bangkok übernommen. Die SHK-Szene hat hier darüber berichtet. Im Mai 2008 erfolgte die Übernahme des insolventen Badmöbelhersteller Sanipa zur Erweiterung des international erfolgreichen Badmöbelangebotes. Hier wurde in der SHK-Szene darüber informiert.
Nach eigenen Angaben tätigt der Konzern rund 80% der Umsätze von Villeroy & Boch außerhalb von Deutschland. Im Jahr 2007 lag der Umsatz bei 848,6 Mio. Euro und beschäftigt waren 9.221 Mitarbeiter. Die Bilanz des für das Jahr 2008 liegt noch nicht vor, laut Financial Times Deutschland soll sie am 31.03.2009 vorgelegt werden. Aber bereits im Zwischenbericht zum 3. Quartal am 30. September 2008 sprach das Unternehmen davon, dass der Umsatz im 3. Quartal gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen war. Laut Financial Times rechnete der Konzern im Oktober 2008 insgesamt mit einem gleichen Umsatzniveau wie in 2007.