Mitsubishi Electric hat mehrere Verfahren präsentiert, mit denen es beim Tausch von Klimageräten möglich ist, trotz eines Wechsels vom Kältemittel R22 zu R410A das vorhandene Rohrnetz weiter zu benutzen. Die als Replace-Technology bezeichnete Neuheit ist individuell auf die jeweilige Geräteserie und deren Eigenschaften abgestimmt.
Mitsubishi Electric hat mit der Replace-Technology mehrere Verfahren präsentiert, mit denen
es beim Tausch von Klimageräten möglich ist, trotz eines Wechsels vom Kältemittel
R22 zu R410A das vorhandene Rohrnetz weiter zu benutzen.
Grafik: Mitsubishi Electric
Sie lässt sich auch bei Klimaanlagen einsetzen, bei denen bislang Fremdfabrikate verwendet worden sind und jetzt Geräte des Ratinger Unternehmens neu installiert werden. Die patentierten Verfahren sind weltweit erstmals in dieser Form für alle Split- und Multisplit- sowie VRF-Systeme verfügbar. In Japan ist Mitsubishi Electric für die Replace-Technology bereits mit dem Innovation Award ausgezeichnet worden.
Durch die Replace-Technology lässt sich die Entscheidung für hoch effiziente, umweltschonende Klimaanlagen mit R410A leichter treffen, weil sich die notwendige Investition im Vergleich zu einem zusätzlichen Austausch des Rohrleitungssystems deutlich verringert. Gleichzeitig bedeutet sie eine nachhaltige Zeit- und damit Kostenersparnis in der Installation. Geschäfts-, Büro- oder Hotelbetrieb werden kaum tangiert. Die Notwendigkeit zum Austausch von Klimaanlagen, die mit R22 betrieben werden, ergibt sich aus der EUVerordnung 2037/2000. Hiernach darf in der EU ab dem 1.1.2010 nur noch aufbereitetes R22 bei der Wartung und Instandsetzung verwendet werden. Dadurch wird das Angebot an R22 deutlich knapper und kostspieliger. Bei einer geschätzten Zahl von rund einer Million Klimaanlagen, die noch R22 verwenden, sind zudem Versorgungsengpässe vorprogrammiert. Von 2015 an gilt ein generelles Verbot für die Befüllung bzw. den Service mit H-FCKW.
R22-Systeme arbeiten jedoch mit Mineralöl, die mit höherem Druck betriebenen R410A-Klimaanlagen benötigen dagegen hochwertige synthetische Öle. Weil sich Öl-Restbestandteile in den Rohrleitungen sammeln und diese in den Rohren Rückstände von Chlor und Feuchte bilden, kann dies bei synthetischen Ölen chemische Reaktionen hervorrufen, die letztendlich aufgrund einer ungenügenden Schmierung zu Kompressorschäden führen. Daher mussten bislang auch die Rohrleitungen kostenintensiv ausgetauscht werden.
Mit der Replace-Technology bietet Mitsubishi Electric jetzt die Möglichkeit, das bestehende Rohrnetz dennoch weiter zu benutzen. Für Split-Systeme bis zu 40 Metern Rohrleitungslänge hat das Unternehmen ein spezielles synthetisches Öl entwickelt, das aufgrund seiner Beschaffenheit keine chemische Verbindung mit vorhandenen Mineralölresten eingehen kann. Das patentierte HAB-Öl behält auch bei einer Vermischung mit Mineralölresten seine vollständige Schmierfähigkeit. Eine Spülung oder weitere Reinigungsmaßnahmen der Klimaanlage sind nicht erforderlich. Es findet lediglich ein Tausch der alten Klimageräte gegen neue Geräte der M-Serie des Unternehmens statt. Für die größeren, meist in gewerblichen Anwendungen betriebenen Klimaanlagen mit Rohrlängen bis zu 120 Metern hat das Unternehmen einen neuen Scroll-Kompressor entwickelt, der durch eine spezielle Beschichtung die Verwendung auch an alten, mit R22 genutzten Rohrleitungen ermöglicht. "Im Verdichtungsprozess mit hohen Heißgastemperaturen kann es zu Zersetzungen infolge von Verunreinigungen durch Mineralölbestandteile kommen", erläutert Andre Hillmer, Product Support Engineer bei Mitsubishi Electric die neue Technik. "Durch die neue Kompressorbeschichtung entsteht weniger Reibungswärme. Das verhindert, dass altes Mineralöl sich zersetzen und aggressive Stoffe bilden kann."
Serienmäßig sind alle Power-Inverter der Mr. Slim-Serie des Herstellers mit der neuen Technik ausgestattet. Bei VRF Systemen mit weitverzweigten Rohrnetzen und einer Vielzahl von angeschlossenen Innengeräten können sich Ölnester bilden, die sich nur schwer identifizieren und entfernen lassen. In seiner City Multi-Serie bietet das Unternehmen deswegen eine eigene Baureihe an, die über eine automatische Spülfunktion des Rohrleitungsnetzes eine Replacefunktion sichert. Während eines maximal zweistündigem, automatisch initiierten Spülbetriebs wird das R410A in zweiphasigem Zustand durch die Anlage gefördert. Hierbei nimmt es alle Mineralölreste auf, die dann im Außengerät durch einen Spülfilter wieder vom Kältemittel getrennt werden. "Zusätzlich wurden bei der City Multi Serie die Rohrleitungsdimensionen so angepasst, dass sie den üblichen Durchmessern von R22-Systemen der jeweiligen Leistung entsprechen" so Hillmer abschließend.