Neue staatliche Fördermittel für die Heizungsmodernisierung unterstützen Verbraucher. Hydraulischer Abgleich als Voraussetzung zur Bewilligung von KfW-Fördergeldern.
Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat Ende März die Mittel für die CO2-Gebäudesanierungsprogramme in diesem Jahr in voller Höhe freigegeben. Bis 2014 stehen jährlich 1,5 Milliarden Euro für die KfW-Förderprogramme zur Verfügung. Diese Fördermittel sollten sich Hausbesitzer nicht entgehen lassen. Die VdZ – Forum für Energieeffizienz in der Gebäudetechnik e. V. rät, besonders jetzt in den wärmeren Monaten die Heizungsanlage vom Fachhandwerker auf Schwachstellen überprüfen und für die nächste Heizsaison optimal einstellen zu lassen. Denn Sommerzeit ist Modernisierungszeit. Wer sich mit einer Sanierung der Heizungsanlage für moderne Heizungstechnik und mehr Wohnkomfort entscheidet, wird von der Bundesregierung mit verschiedenen staatlichen Fördermitteln unterstützt. Eine Fördermitteldatenbank auf dem Serviceportal www.intelligent-heizen.info informiert interessierte Hausbesitzer über aktuelle Fördergelder und die Möglichkeiten einer Heizungsmodernisierung.
Neue KfW-Förderrichtlinien ab April 2012
Seit der im letzten Jahr von der Bundesregierung beschlossenen Energiewende macht sich jeder zweite deutsche Hausbesitzer mehr Gedanken darüber (51 %), wie er seinen Energieverbrauch aktiv durch höhere Energieeffizienz senken kann.
1 Die Gebäudesanierung ist ein wichtiger Baustein der Energiewende. Durch den Entschluss des Haushaltsauschusses können Förderprogramme wie das KfW-Programm „Energieeffizient Sanieren“ (Programm 152 ‚Kredit‘ und Programm 430 ‚Investitionszuschuss‘) jetzt komplett umgesetzt werden. In den Programmen unterstützt die KfW unter anderem energetische Einzelmaßnahmen für die Sanierung von Wohngebäuden, für die vor dem 01.01.1995 der Bauantrag gestellt oder die Bauanzeige erstattet wurde. Förderfähig sind beispielsweise Maßnahmen zur Heizungserneuerung bis hin zur Komplettsanierung sowie Dämmung, Fensteraustausch und Lüftungseinbau.
Ab dem 01. April 2012 fördert die KfW erstmals auch als Einzelmaßnahme die Optimierung der Wärmeverteilung bei bestehenden Heizungsanlagen im Programm „Energieeffizient Sanieren“. Das umfasst unter anderem die richtige Einstellung der Heizungsregelung, die Abstimmung einzelner Teile der Heizungsanlage oder den Ersatz bestehender Heizungspumpen durch Hocheffizienzpumpen.
Bei der Beantragung der Fördermittel müssen Hausbesitzer jedoch gewisse Rahmenbedingungen beachten. So muss eine Bestandsaufnahme wie der Heizungs-Check vor Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden. Das Prüfverfahren zeigt Hausbesitzern, welche Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz am Heizungssystem erforderlich sind. Beim Austausch einer veralteten Heizungspumpe ist der Nachweis des Hydraulischen Abgleichs verpflichtend.
Warum ist der Hydraulische Abgleich sinnvoll?
VdZ-Geschäftsführer Horst Eisenbeis empfiehlt, generell bei allen Modernisierungsmaßnahmen der Heizungsanlage einen Hydraulischen Abgleich durchführen zu lassen: „Der Hydraulische Abgleich ist ein Optimierungsverfahren, um die gleichmäßige Wärmeverteilung in den einzelnen Räumen bei idealem Energieverbrauch sicherzustellen. Deshalb ist ein Hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage nicht nur sinnvoll, um die KfW-Vorgaben zu erfüllen. Denn er trägt auch bei neuen Heizungsanlagen dazu bei, dass alle Teilkomponenten optimal aufeinander abgestimmt sind.“ In einem Heizungssystem, das nicht abgeglichen ist, werden weit von der Heizungspumpe entfernte Heizkörper oft mit deutlich weniger Wärme versorgt als näher gelegene. Dreht man dann die Thermostate weiter auf, werden die nahe an der Pumpe gelegenen Heizkörper überversorgt – die Räume sind überhitzt und die Heizkosten steigen. Abhängig von der Gebäudegröße und nach Aufwand wird der Hydraulische Abgleich vom Fachhandwerker ab 400 Euro durchgeführt.
1 Aktuelle TNS-Emnid Umfrage „VdZ-Modernisierungsbarometer für Hausbesitzer 2012“.