Mitsubishi Electric hat auf der Chillventa 2012 in Nürnberg erstmals am Markt ein Hybrid-City Multi-System (HVRF) vorgestellt, das die Vorzüge der Energieträger Kältemittel und Wasser in einer gemeinsamen Anlage verbindet. Die Technologie basiert auf dem VRF R2-System des Unternehmens und besteht sowohl aus einem VRF R2-Außengerät der City Multi-Serie als auch einem speziell aufgebauten HBC-Controller, der sowohl die Kältemittelverteilung als auch die
Wärme- und Kälteenergieverschiebung umsetzt.
Mit der neuen Hybrid City Multi--Technologie präsentierte Mitsubishi Electric erstmals eine Verbindung der Vorzüge von Kältemittel und Wasser als Energieträger in einem gemeinsamen System. Bild: Mitsubishi Electric
Über zwei Platten-Wärmetauscher wird
beim HVRF-System die Energie vom Kältemittel auf Wasser übertragen, das damit von
zentraler Stelle im Gebäude aus die Innengeräte versorgt. Das Gerät ist im neuen Verwaltungsgebäude
des Ratinger Herstellers bereits als Prototyp in Betrieb.
„Zum einen stellen wir uns mit dieser bahnbrechenden Innovation auf sich weiter verschärfende
Bestimmungen hinsichtlich der F-Gas-Verordnung und damit des Einsatzes
von Kältemitteln ein. Denn mit unserem neuen Hybrid City Multi-System sind wir quasi
medienunabhängig“, erläutert dazu Michael Lechte, Marketing Manager Mitsubishi Electric,
Living Environment Systems. „Zum anderen können wir eine überzeugende und
hoch effiziente Lösung anbieten, wenn es beispielsweise darum geht, Gebäude mit
Wasser als Energieträger zu kühlen und zu heizen.“
Die Hybrid-Technologie nutzt in diesem Kontext sowohl die Vorteile eines wasser-, als
auch eines kältemittelgeführten Systems. So wird beispielsweise die hohe Effizienz eines
VRF-Systems erreicht. Gleichzeitig kann im Ausblas eine relativ hohe Außentemperatur
umgesetzt werden. „Gerade Unternehmen oder Hotelketten, die keine Direktverdampfung
in ihren Räumen bzw. Zimmern installieren wollen, können wir jetzt eine hoch
effiziente Alternative zum klassischen Chiller / fan coil-Ansatz bieten“, erläutert Lechte
die Perspektiven dazu. Im HBC-Controller werden zwei invertergeregelte Pumpen verwendet,
die dafür sorgen, dass genau die benötigte Menge Wasser zu den Endgeräten
gefördert wird. „Pumpenwasserstationen, Puffertank, Einfrierschutz und Glykol sind damit
kein Thema mehr“, weiß Lechte dazu.
Darüber hinaus werde im Vergleich zu einem klassischen 4-Leiter-System ein deutlich
geringerer Aufwand in puncto Planung und Anlagenaufbau erforderlich. Die Grundlage
dafür bildet die Energieverschiebung innerhalb eines Gebäudes: Während in einem Teil
des Gebäudes Wärme entzogen werden muss, wird in einem anderen Bereich Wärme
benötigt. Diese lässt sich über das Leitungsnetz verschieben und dadurch sinnvoll einsetzen.
Dabei unterscheidet das Außengerät in diesem Systemverbund zwischen überwiegendem
Heiz- und Kühlbetrieb. Durch die Energieverschiebung und Wärmerückgewinnung
dieser Technik lässt sich die Abwärme im Sommer beispielsweise zur Warmwasserversorgung
einsetzen. Genau wie bei Standard VRF R2-Systemen sind Anlagen-
COPs bis zu 8 möglich.
„Diese Technik wurde speziell für die Ansprüche moderner Gebäudearchitektur und maximaler
Effizienz im Umgang mit zur Verfügung stehender Kälte- und Wärmeenergie
entwickelt. Unser Ziel ist es zu verdeutlichen, wie sich mit unseren Produkten ganzheitliche,
hoch effiziente Lösungen auf der Basis erneuerbarer Energieträger für die vollständige
Wärme- und Kälteversorgung von Gebäuden aufbauen lassen“, so Lechte abschließend.