Hohe Energiepreise und individuelle Energiesparrezepte machen die energetische Sanierung attraktiver. Mehr Rückenwind durch strengere Gesetze.
Mehr Dämmung senkt die
Energiekosten und steigert
die Behaglichkeit. Neue Heizungen sorgen für effizientere Wärme.
Bild: Zukunft Altbau
In den letzten drei Jahren stiegen die Heizölpreise auf Rekordniveau. Der fossile
Energieträger kostete 2011, 2012 und 2013 deutschlandweit zwischen 91
und 85 Euro pro 100 Liter – so teuer war er noch nie. Im Vergleich zu 2004
zahlen Nutzer einer Ölheizung heute mehr als doppelt so viel für ihre Wärmeversorgung.
Das Landesprogramm Zukunft Altbau des Umweltministeriums
Baden-Württemberg hat ermittelt, dass das einen Preisanstieg von knapp
1.000 Euro pro Jahr für einen Vierpersonenhaushalt in einem normalen Altbau
bedeutet.
Es existiert nur ein Ausweg aus der Heizkostenspirale nach oben: Die energetische
Sanierung der Gebäudetechnik und Gebäudehülle. Nach einer solchen
Modernisierung gehören auch kalte Wände und zugige Fenster der Vergangenheit
an. Der Sanierungsbedarf in Deutschland ist auf jeden Fall enorm, da
sind sich alle Fachleute einig. Unsanierte Wohnhäuser verbrauchen hierzulande
durchschnittlich etwa 150 bis 250 Kilowattstunden Endenergie pro Jahr
und Quadratmeter, das sind umgerechnet rund 15 bis 25 Liter Heizöl pro
Quadratmeter. Viel mehr, als für warme Räume eigentlich erforderlich ist.
Neutrale Informationen zur Altbau-Sanierung gibt es kostenfrei über das Beratungstelefon
von Zukunft Altbau 08000 12 33 33 oder unter
www.zukunftaltbau.de.
Strengere Gesetze sollen dieser Verschwendung jetzt an den Kragen gehen.
Sie fordern künftig mehr Energieeffizienz in den eigenen vier Wänden. Mit der
am 1. Mai in Kraft tretenden Energieeinsparverordnung EnEV 2014 müssen
etwa bis Ende des Jahres viele Heizkessel außer Betrieb genommen werden,
die vor dem Jahr 1985 installiert wurden. Das voraussichtlich Ende des Jahres
novellierte Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWärmeG) soll außerdem den
Pflichtanteil erneuerbarer Energien beim Einbau einer neuen Heizung von
zehn auf 15 Prozent erhöhen. Auch Änderungen bei der finanziellen Förderung
von Energiesparmaßnahmen stehen an.
Orientierungshilfe durch Energieberater: Beratung erleichtert Sanierungseinstieg
Die Sanierungstechniken sind erprobt. Der Haken dabei: Der Aufwand einer
energetischen Altbausanierung schreckt viele Hausbesitzer ab. Dabei gibt es
Abhilfe. „Wer klug vorgeht, kann sich den Einstieg in die Sanierung deutlich
erleichtern“, empfiehlt Petra Hegen von Zukunft Altbau. „Was genau und in
welchem Umfang saniert werden sollte, beantworten qualifizierte Gebäudeenergieberater.“
Die Energieexperten analysieren den Ist-Zustand des Hauses,
schlagen ein sinnvolles Gesamtkonzept vor und zeigen Finanzierungsmöglichkeiten
auf. Die Beratung ist günstig und wird vom Staat finanziell gefördert.
Überzeugende Energiesparrezepte gibt es viele. Einen gemeinsamen Nenner
haben sie alle. „Gut ist die Dämmung von Dach, Außenwand und Kellerdecke.
Das hält die Heizwärme im Haus und verringert den Verbrauch“, rät Rainer
Schüle von der Energieagentur Regio Freiburg. „Den Restwärmebedarf deckt
eine moderne und gut geregelte Heizung effizienter, am besten mit einem
großen Anteil an erneuerbaren Energien.“ Gegebenenfalls lohne sich auch
eine Lüftungsanlage, so Schüle. Das Vorgehen führt zu einem minimalen
Energieverbrauch und ist zukunftssicher. Gegenüber einem unsanierten Gebäude
können 50 bis 80 Prozent Energie und Heizkosten eingespart werden.
Das rechnet sich oft auch trotz der hohen Investition.
Gute Gründe also, die vielleicht schon ins Auge gefasste Sanierung jetzt endlich
umzusetzen. Neben geringeren Heizkosten und einem günstigeren Wohnen
lässt sich ein komplett oder in Teilen saniertes Wohngebäude außerdem
leichter vermieten oder verkaufen. Was die meisten freilich besonders erfreut,
ist gar nicht zu beziffern: Etwa eine schönere Fassade, die große Behaglichkeit
im Wohnzimmer oder das gute Gefühl beim Duschen mit solar erwärmtem
Wasser.