Im Winter fallen in deutschen Haushalten oft hohe Heizkosten an. Wer auf die richtige Zimmertemperatur achtet und effizient lüftet, kann diese deutlich senken, rät das Landesprogramm Zukunft Altbau des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg.
Heizkosten sparen - Tipps
vom Energieberater helfen dabei. Bild: ZAB
„In Wohnräumen sind 20
Grad Celsius genug“, sagt Petra Hegen von Zukunft Altbau. „Mehrfach am
Tag querzulüften, anstatt die Fenster dauerhaft zu kippen, spart ebenfalls Heizenergie.“
Je nach energetischem Standard des Wohnhauses könnten die
jährlichen Kosten für eine 100 Quadratmeter-Wohnung zwischen 125 und 275
Euro sinken, so die Architektin und Energieberaterin. Bei durchschnittlichen
Heizkosten von 1.500 Euro für diese Wohnungsgröße ist das ein erheblicher
Betrag. Weitere Tipps und Energiesparhilfen geben Gebäudeenergieberater
und regionale Energieagenturen.
Thermostat auf 2 oder 3 stellen – richtig Aufdrehen senkt Kosten Schritt 1: Effizient Heizen
Die Daumenregel ist alt und vertraut: Die Heizkosten reduzieren sich um
sechs Prozent, sinkt die Temperatur um ein Grad Celsius. Wer etwa von
24 auf 21 Grad absenkt, spart ganze 18 Prozent Kosten. „Als vernünftiger
Maßstab gelten im Wohn-, Arbeits- und Kinderzimmer sogar 20 Grad. Zu diesem
Zweck wird das Thermostatventil auf drei eingestellt“, sagt Uwe Schelling,
Geschäftsführer der Energieagentur Rems-Murr. „Stellung zwei ist für die
restlichen Räume wie Küche, Flur und Schlafzimmer adäquat. Dort reichen 16
bis 18 Grad. Beim Bad hängt es von den persönlichen Vorlieben ab, etwas
wärmer ist da oft angebracht.“
Nachts ist in der gesamten Wohnung eine Absenkung der Temperatur auf
15 Grad sinnvoll. Gestartet wird die Drosselung am besten eine Stunde vor
der Bettruhe, wieder aufgehoben werden sollte sie eine Stunde vor dem Aufstehen.
In der Stunde vor dem Schlafengehen wird die Nachwärme genutzt
und beim Aufstehen ist es bereits angenehm warm. „Wer in seiner Wohnung
keine Lust hat, die Temperatur jedes Mal per Hand neu einzustellen, sollte
sich ein elektrisches Thermostatventil besorgen“, rät Schelling „Das kleine
Gerät regelt automatisch sowohl tags als auch nachts die Temperatur in den
verschiedenen Räumen.“ Im Einfamilienhaus erledigt diese Aufgabe der Heizungsregler.
Dort können auch geänderte Aufheizzeiten für das Wochenende
eingestellt werden. Ein weiteres Mittel, um Energie zu sparen, sind heruntergelassene
Rollläden nachts. So dringt weniger Heizwärme nach außen.
Schritt 2: Richtig Lüften
Ein zweiter Schritt, um die Heizkosten zu senken, ist richtiges Lüften. Am effektivsten
ist es, morgens, mittags und abends alle Fenster zu öffnen und für
fünf Minuten einen Durchzug herzustellen. Durch die Querlüftung wird die verbrauchte,
feuchte Raumluft durch frische, trockene Außenluft ersetzt, ohne
dass die Wände auskühlen. Nach dem Schließen der Fenster ist es dann sehr
schnell wieder warm. Besonders bei neuen Fenstern ist dieses Vorgehen
wichtig, da moderne Fenster luftdicht eingebaut sind und häufigeres Lüften
erfordern.
Vor dem Kippen der Fenster warnen alle Bauexperten: „Durch Kippen erreicht
man den nur einen sehr langsamen Luftaustausch“, sagt auch Petra Hegen
von Zukunft Altbau. „In der Zeit bis dahin wird zum Fenster hinaus geheizt, am
Ende sind auch die Wände kalt. Um das Temperaturniveau vor dem Lüften
wieder zu erreichen, muss jetzt deutlich mehr Energie aufgewendet werden.“
Das sei in der Tat unsinnig.