Das Landesnetzwerk Schimmelberatung NRW hat sich jüngst beim 5. Deutschen Forum Innenraumhygiene in Gelsenkirchen der Öffentlichkeit vorgestellt. Fachübergreifend beschäftigt sich der Zusammenschluss lokaler Schimmelnetzwerke, zweier Landesministerien, der Energieagentur NRW und mehrerer Kammern sowie Berufs- und Fachverbände mit Problemen der Schimmelbildung in Gebäuden. Die Koordination liegt bei der Verbraucherzentrale NRW.
Laut verschiedenen Umfragen haben zwischen 17 und 41 Prozent der Menschen in Deutschland Erfahrungen mit Schimmel in den eigenen vier Wänden.
„Schimmel in Wohnräumen betrifft viele Menschen und ist ein Problem mit vielen Facetten“, sagte Rita Maria Jünnemann, Architektin und Energiereferentin bei der Verbraucherzentrale NRW. Laut verschiedenen Umfragen haben zwischen 17 und 41 Prozent der Menschen in Deutschland Erfahrungen mit Schimmel in den eigenen vier Wänden. Betroffene stünden oft vor einem ganzen Bündel von Fragen, die schnell geklärt werden müssten, so Jünnemann: Ist die Gesundheit gefährdet? Ist die Bausubstanz angegriffen? Welcher Handwerker behebt den Schaden? Wie lässt sich Feuchtigkeit dauerhaft vermeiden? Gerade bei Mietwohnungen sei oft auch zu klären, wodurch der Schaden entstanden sei und wer für die Beseitigung sorgen müsse. „Für jede dieser Fragen gibt es Spezialisten – von Medizinern und Mykologen über Baubiologen, Bausachverständige und Juristen bis zu verschiedenen Handwerkern“, sagte Jünnemann. „Die Betroffenen sind aber in der Regel unsicher, was sie tun und wen sie zuerst ansprechen sollen.“ Das zeige die Erfahrung aus den Umwelt- und Energieberatungsstellen der Verbraucherzentrale NRW.
Ziel des Netzwerks ist es deshalb, die unterschiedlichen Akteure mit ihren Spezialkenntnissen zusammenzuführen, um im nächsten Schritt einen zentral erreichbaren Telefon- und E-Mail-Service für Ratsuchende aus dem ganzen Land zu schaffen. Dieser soll zukünftig je nach individueller Problemlage zielsicher an die passenden Fachleute und Anlaufstellen vor Ort verweisen.
Bislang bündelt das 2012 von der Verbraucherzentrale NRW ins Leben gerufene Netzwerk unter www.schimmelnetz-nrw.de Informationen zur Vorbeugung, Beurteilung und Sanierung von Schimmelpilzschäden. Darüber hinaus diskutieren die Mitglieder Positionen etwa zu bautechnischen Vorschriften oder zu Qualifikationsanforderungen für Schimmelsanierer. Von Anfang an mit dabei sind die NRW-Ministerien für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz sowie für Bauen, Wohnen, Umwelt, Stadtentwicklung und Verkehr.
Als neutrale Plattform ermöglicht das Landesnetzwerk Schimmelberatung NRW den fachübergreifenden Austausch zwischen Akteuren verschiedener Branchen. So entstehen Kontakte über Disziplingrenzen hinweg und es wächst ein Expertenpool mit umfassendem Know-how. Dieser Überblick bildet die Grundlage dafür, dass Betroffene an jedem Punkt des Netzwerks abgestimmte Ratschläge erhalten – ganz gleich, an wen sie sich wenden. Lokale Netzwerke gibt es bislang in Bielefeld, Castrop-Rauxel, Düsseldorf, Köln und Münster, und auch sie profitieren vom Austausch auf Landesebene.
„Schimmel muss immer vor Ort und möglichst sofort bekämpft werden“, betonte Jünnemann. „Die Kenntnis der lokalen Angebote und Strukturen ist deshalb das A und O.“ Die gelungene schnelle Hilfe durch das Schimmelnetzwerk Münster nach dem dortigen Jahrhundertregen im Juli 2014 habe gezeigt, wie wirkungsvoll örtliche Netzwerke arbeiten könnten. Nach dem Unwetter seien umgehend Handlungstipps veröffentlicht, Beratungsangebote organisiert und Informationen zum Umgang mit Bautrocknern erstellt worden. Um Ratsuchende in NRW künftig flächendeckend so gut unterstützen zu können, seien weitere lokale Netzwerke und Partner, zum Beispiel auch aus den Reihen der Kommunen, willkommen.
Weitere Informationen gibt es unter www.schimmelnetz-nrw.de.
Die Verbraucherzentrale NRW koordiniert das Landesnetzwerk Schimmelberatung im Rahmen ihres EU- und landesgeförderten Energiewendeprojekts.
Mitglieder im Landesnetzwerk Schimmelberatung NRW sind:
(Stand: 24.02.2015)
Lokale und regionale Netzwerke - Bielefelder Kooperationsnetzwerk zu Feuchtigkeits- und Schimmelschäden in Gebäuden
- Runder Tisch „Schimmel in Wohngebäuden“ Castrop-Rauxel
- Arbeitskreis Schimmelpilz in Düsseldorf
- Schimmelpilznetzwerk Köln
- Schimmelnetzwerk Münster
Landeseinrichtungen und Kammern - Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen
- Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen
- Architektenkammer NRW
- EnergieAgentur.NRW
- Handwerkskammer Düsseldorf
- Ingenieurkammer Bau NRW
- Westdeutscher Handwerkskammertag
Berufs- und Fachverbände: - Berufsverband Deutscher Baubiologen VDB e.V.
- Bundesverband für Wohnungslüftung e.V.
- Bundesverband Schimmelpilzsanierung BSS e.V.
- Deutscher Holz- und Bautenschutzverband e.V.
- Landesfachverband des Schornsteinfegerhandwerks NRW
- Maler- und Lackierer Innungsverband Nordrhein
- Maler- und Lackierer Innungsverband Westfalen
Weitere Partner: - Netzwerk Schimmel e.V.
- Öko-Zentrum NRW GmbH
- Verband Wohneigentum Nordrhein-Westfalen e.V.
- Verbraucherzentrale NRW e. V.
Wohnen im Eigentum e.V.