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News vom 09.04.2015

Smartphone wird wichtigstes Handwerkszeug
„Internet der Dinge“ explodiert im Heizungskeller

Wenn es einen markanten Trend gab auf der ISH 2015, der unangefochtenen Welt-Leitmesse unserer Branche, dann war es zweifellos die Explosion des „Internets der Dinge“ (engl.: Internet of Things; IoT) in der Haustechnik.

Was früher mal die Rohrzange war, ist heute für den Fachhandwerker das Smartphone… Bild: Vaillant
Was früher mal die Rohrzange war, ist heute für den Fachhandwerker das Smartphone… Bild: Vaillant

Wurden vor vier, fünf Jahren die ums Produkt aufgezogenen Internet-basierten Zusatzleistungen von der gestandenen Fachhandwerkerschaft noch eher als „exotisch“ belächelt, dürfte sich neben Wasserpumpenzange und Presswerkzeug künftig das Smartphone als wichtigstes Handwerkszeug etablieren: Bei den neuen Heizungssystemen gibt es eigentlich keines mehr, das nicht auf das WWW aufgeschaltet werden könnte. Vaillant hat dazu beispielsweise eine ganz neue Produktlinie ausgerufen. Unter dem Label „Green iQ“ bietet sie unter anderem einfachste Konnektivität per WLAN und unterschiedlichste Apps für Endkunden und Fachhandwerker. Für die einen steht dabei der smarte Bedienkomfort im Vordergrund, für die anderen der wirtschaftliche-einfache Service mit Fernwartung oder –parametrierung.

Dieser Entwicklungsschritt ist angesichts der Komplexität solcher auf Hocheffizienz getrimmten Systeme fast schon naheliegend. Genauso „zwanghaft“ scheinen mittlerweile aber zum Beispiel selbst die Pumpen in den Heizungs- oder Trinkwasser-Installationen auf die Internet-Anbindung fixiert zu sein. Wegen der einfacheren Installation und Anpassung, sagen Hersteller wie Grundfos (mit Dongel) oder Wilo (die in der neuen Stratos PICO schon  das Modul zur Kommunikation und Fernsteuerung durch ein Smart Home-Gerät integriert haben) – während Vortex eher noch abwartet und auf der ISH erst einmal beim Fachhandwerk abfragte, was denn eigentlich smart und mobil gewünscht und nötig sei.

Fakt ist: Speziell aus Gründen der Energieeffizienz wird die Feinstabstimmung der Installationskomponenten untereinander zunehmend wichtiger. Und wenn das Fachhandwerk das noch wirtschaftlich leisten können soll, ist es zwangsläufig auf web-gestützte, werksseitig eingebaute „Serviceleistungen“ der Hersteller angewiesen. Exemplarisch dafür war zur ISH das System „Fonterra Smart Control“ für Flächenheizungen von Viega. Bei dem müssen vor Ort nur noch der Raumthermostat und die Aktormodule den Heizkreisen zugeordnet werden. Die Bedienung erfolgt dann komplett browserbasiert über WLAN per PC, Tablet oder Smartphone. Auch das Heizprofil lässt sich so nachträglich individuell verändern. Oventrop setzt dafür ebenfalls auf eine in LAN-Netze eingebundene Zentraleinheit („DynaTemp CR-BS“), die dann wiederum mit den einzelnen Heizkörper-Thermostaten verbunden ist.

Einen deutlichen Schub nach vorn hat die Wireless-Technologie auf jeden Fall bereits den Herstellern gebracht, die in der Haustechnik – und sei es nur im weitesten Sinne – mit dem Stichwort „Sicherheit“ verknüpft sind. Dazu zählen unter anderem Anbieter wie Syr (mit dem vernetzten Trinkwassermanagement inklusive Leckageschutz) oder Dehoust, der eine auf die Cloud aufgeschaltete Sicherheitstrennstation zum Erhalt der Trinkwassergüte bei Flüssigkeitskategorie 5 vorstellte.

Dass diese Produkte und Systeme schneller denn je ihren Markt in der Breite finden werden, hat vor allem einen Grund: die einfache Integration in das Internet der Dinge. Dr. Markus Beukenberg, Technikvorstand bei Wilo und einer der führenden (Vor)Denker zum Thema nannte den Aspekt schon vor geraumer Zeit als entscheidende Eintrittsbarriere für alle Web- und App- und sonstwie Internet-ferngesteuerten Anwendungen. Nur wenn es uns gelingt, so der Tenor, die Vernetzung so einfach wie  möglich, ähnlich simpel wie heute beim PC oder beim Fernseher oder bei der Musikanlage zu machen – erst dann ist das Internet der Dinge wirklich in der Haustechnik angekommen.

Weitere Informationen unter
www.internet-der-dinge.de

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