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News vom 04.06.2015

Große Not am Niederrhein:
Kupfer-Rohrschäden drohen Fachhandwerker zu ruinieren

Am Niederrhein haben sich 17 Sanitär- und Heizungsfachfirmen zusammengeschlossen, weil sie alle das gleiche Problem haben: ungeklärte Kupferrohrschäden in Neubauten im Bereich Dorsten, Gladbeck und Bottrop. Die Ursache ist bislang nicht gefunden; vor Landes- und mittlerweile auch Oberlandesgerichten geht es um Schadensersatz in Höhe von vielen hunderttausend Euro. „Für einige von uns ist das existenzbedrohend“, sagt einer der Handwerker im Gespräch mit der Redaktion.

Ungeklärte Kupferrohrschäden in Neubauten im Bereich Dorsten, Gladbeck und Bottrop bereiten dem Fachhandwerk große Probleme.
Ungeklärte Kupferrohrschäden in Neubauten im Bereich Dorsten, Gladbeck und Bottrop bereiten dem Fachhandwerk große Probleme.

Betroffen von den Schäden sind ausschließlich Kaltwasser führende Kupferrohrleitungen in Neubauten. Die Lochkorrosion  liegt dann immer auf „6 Uhr“, also unten in den Leitungen – und alle Objekte befinden sich nach Angaben der Fachhandwerker im Versorgungsgebiet des Wasserwerks Dorsten-Holsterhausen. Das nächste Problem: Die Schäden treten nicht sofort auf, sondern erst nach zwei bis drei Jahren. Die Folgen aufgrund von Durchnässung sind also beträchtlich. Außerdem sollen die Fachhandwerker nicht nur die Schäden beheben, sondern manche Installationen sicherheitshalber gleich komplett austauschen, hat jetzt ein Gericht entschieden: „Dann können wir die Bude zumachen“, so einer der Betroffenen. Unter anderem geht es dabei um ein Pflegeheim in Dorsten mit 60 Wohneinheiten und um ein komplettes Knappschafts-Krankenhaus.

Der Fachverband SHK NRW hat mittlerweile die Empfehlung herausgegeben, im Versorgungsgebiet in Trinkwasser-Installationen kein Kupfer mehr einzubauen. Den Herstellern von Verbundrohren und Co. mag das zupass kommen – bei der Suche nach der Ursache der Schäden hilft es aber nicht weiter, man tappt im Dunkeln. Nach vorliegenden Informationen haben Untersuchungen der Kupferrohrhersteller ebensowenig zum Ergebnis geführt wie die Wasseranalysen des Versorgers. Vor Gericht, heißt es, „schlagen sich die Gutachter ihre Expertisen gegenseitig um die Ohren – aber wirklich wissen weiß keiner was.“ Der Landesfachverband wollte sogar ein entsprechendes Forschungsprojekt initiieren; das kommt aber wohl wegen Geldmangel nicht voran. Aktuell wird gemutmaßt, dass für die Schäden eine Kombination aus Wasserbeschaffenheit, Stagnation und Inbetriebnahme ursächlich sein könnte – aber, wie gesagt, es ist eine Mutmaßung. Geändert hat sich die Schadensentwicklung angeblich, nachdem dem Wasser Phosphat zugefügt worden ist. Seitdem habe es deutlich weniger Korrosion in Kupferrohrleitungen gegeben; ein Beleg für Ursache/Wirkung liegt aber (noch) nicht vor.

Die Fachhandwerker sind auf jeden Fall verbittert, denn „jetzt bleibt der schwarze Peter an uns hängen. Das gefährdet die Existenz mehrerer mittelständischer Betriebe, die teilweise schon seit 90 bis 140 Jahren, in der dritten bis fünften Generation bestehen und annähernd 500 Mitarbeiter beschäftigen.“

Ähnlich mysteriös war der Fall im Übrigen vor einem Vierteljahrhundert im Klinikum Hellersen im Sauerland. Nachdem es dort zu massiven Schäden im Kupfer-Rohrleitungsnetz gekommen war, verlief die Ursachenforschung über Monate und Jahre ebenfalls im Sande. Ein renommierter Fachjournalist kam dann in der Zusammenfassung zu dem erstaunlichen Fazit: „Ein neuer Korrosionstyp zerstört ein Krankenhausnetz: Die Wandungen des Kupferrohr-Wassernetzes des Kreiskrankenhauses werden durch Stoffwechselprodukte von Mikroorganismen durchnagt.“ Man darf gespannt sein, ob es am Niederrhein ein ähnlich interessantes Phänomen ist…

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winni 2 schrieb: Hi, das klappt ohne wenn und aber mit einer modulierenden Wärmepumpe, wenn der Graben 300 Meter lang wird. Die Graben-Leistung wäre bei 1,5 Meter Tiefe schon in "trockenem Sand" ca. 7400 Watt und...
JoergW schrieb: Moin, ich traue mich das garnicht zu schreiben.... Urinal durch den Siphon mit einer Spirale reinigen? Evtl. bin ich zu jung und kenne nur Urinale mit dahinter leigenden Kunsstoffschnecken. Diese...
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