Niedrige Verbrauchskosten sind das wichtigste Kriterium der Deutschen beim Heizungskauf. Ein geringer CO2 - Ausstoß spielt eine weitaus weniger wichtige Rolle. Flüssiggas ist in Regionen ohne Erdgasanschluss ein ökonomisch und ökologisch durchaus interessanter, wenngleich auch immer noch eher nachgeordneter Heizenergieträger.
Das Argument für eine neue Heizung: Niedrige Verbrauchskosten. Grafik: Rheingas/GfK
Gewichtiges Argument pro Erd- und Flüssiggas: Die geringe Feinstaubemission. Grafik: Deutscher Verband Flüssiggas Interessant für das Heizungshandwerk ist das Ergebnis einer von dem Energieversorger Rheingas beauftragten repräsentativen Umfrage* bezüglich des Top-Kriteriums der Deutschen beim Heizungskauf. Mit deutlichem Abstand sind für mehr als 80 Prozent die laufenden Verbrauchskosten kaufentscheidend. Je mehr Einkommen zur Verfügung steht, desto kostenbewusster sind die Befragten. Aber auch schon beim Kauf achten knapp 28 Prozent der Befragten auf niedrige Anschaffungskosten. Mit einem guten Drittel liegt der mit dem Neukauf verbundene geringere CO2 - Ausstoß an zweiter Stelle der Kaufkriterien. Auch das mögliche Kombinieren mit regenerativen Energieträgern wie Wärmepumpen ist für ein Viertel der Befragten wichtig.
„Die Ergebnisse zeigen, dass die Energiewende – und damit die Sensibilisierung für eine umweltschonende Energieverwendung – nur zusammen mit einem attraktiven Preis erfolgreich sein kann“, kommentiert Rheingas-Geschäftsführer Uwe Thomsen das Ergebnis und bringt einen vergleichsweise unbekannten Energieträger ins Spiel: „Hier werden Energielösungen wie Flüssiggas, die bezahlbar sind und gleichzeitig die Umwelt schonen, eine entscheidende Rolle spielen.“ Laut der Umfrage ist jedoch der Hälfte der Befragten das Heizen mit Flüssiggas unbekannt, gar zwei Drittel der unter 30-Jährigen kennen den Energieträger überhaupt nicht – hier lässt PISA grüßen…oder aber der Umstand, dass von den 40 Millionen privaten Haushalten gerade mal 0,6 Millionen mit Flüssiggas beheizt werden.
Tatsächlich lebt etwa die Hälfte der deutschen Bevölkerung ohne Anschluss an Erdgas oder Fernwärme. In diesen Regionen spricht laut der Webseite „co2online“ einiges für Flüssiggas anstelle von Heizöl, Holz oder Strom als Heizenergieträger. Die Feinstaubemission beispielsweise von Heizöl ist dreimal und die von Holz-Pellets gar 40mal höher, sagt co2online. Mit Flüssiggas kann, anders als mit Heizöl, auch gekocht werden, und das sei sogar günstiger und klimafreundlicher als mit Strom. Das CO2 - Äquivalent in g/kWh Endenergie ist bei Flüssiggas günstiger als bei Heizöl und deutlich klimafreundlicher im Vergleich zum Heizen mit einem durchschnittlichen Strom-Mix. Allerdings produziert Flüssiggas sechsmal mehr CO2 als Holzpellets, so co2online.
Das Flüssiggas ist übrigens nicht mit verflüssigtem Erdgas (LNG) zu verwechseln. Das besteht hauptsächlich aus Methan und ist nur tiefgekühlt flüssig. Flüssiggas hingegen, eine Mischung aus Propan mit geringen Beimengungen von Butan, verflüssigt sich schon unter leichtem Druck bei Zimmertemperatur. Klassische Verwendung findet es in Camping-Kochern und Gasfeuerzeugen.
*Durchgeführt wurde die aktuelle Umfrage von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Befragt wurden 950 Deutsche ab 18 Jahren, es waren Mehrfachnennungen möglich.
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