News vom 19.05.2017

Sommerzeit – Wechselzeit für die Heizung

Neue Heizung - Hybride

Warum soll im Sommer Gas und Öl brennen, wenn die Sonne scheint? Tatsächlich kann eine Solarthermische Anlage den kompletten Warmwasserbedarf im Sommer abdecken. Ist die Anlage groß genug ausgelegt, kann sie auch in der Übergangszeit einen Teil der Heizlast abdecken. Ob der höhere Aufwand in Investition, Montage und Hydraulik immer gerechtfertigt ist, muss eine Kostenabschätzung ergeben. Für die Umwelt lohnend ist es aber auf jeden Fall.

Findet sich heute auf fast jeden Neubau: Solarthermie, wie hier zur Warmwasserbereitung.<br />Bild: Urbansky
Findet sich heute auf fast jeden Neubau: Solarthermie, wie hier zur Warmwasserbereitung.
Bild: Urbansky

Doch Solarthermie ist nicht die einzige Lösung für eine Hybridheizung. Davon spricht man immer, wenn zwei Wärmequellen in ein Heizungssystem eingebunden werden und diese ihre Energie in einen Pufferspeicher abgeben. In Frage kommen auch Biomasseöfen, etwa Pelletkessel oder Kamine. Auf die gehen wir aber in einer späteren Folge ein.  Auch das Zusatzheizen mit Strom, Power to Heat genannt, stellt eine hybride Form des Heizens dar. Darum wird es im nächsten Teil dieser Serie gehen.

2 Millionen Anlagen
Doch in Deutschland beliebt und verbreitet ist nun mal die Solarthermie. Über zwei Millionen gibt es davon. Zwar sind die Antragszahlen beim Marktanreizprogramm (kurz MAP) leicht rückläufig. Doch im Neubau ist sie bereits Standard. Auch jeden zweite Ölkessel, der heutzutage ausgewechselt wird, kombiniert sein Eigentümer heutzutage mit einer solarthermischen Anlage. 

Doch wie groß muss eine Anlage sein? Und natürlich: Was kostet das? Die normale Warmwasserbereitung, also Dusche, Waschbecken, Küche, können sie etwa zur Hälfte abdecken, von Mai bis September sogar zu 100 Prozent. Eine Einbindung in den Heizkreis bedingt einen deutlich höheren investiven Aufwand. Zu dieser Lösung greifen dennoch ein Viertel aller Bauherren.

Dazu eine Rechnung: Ein Brennwert-Gaskessel kostet inklusive Installation um die 6.000 Euro. Soll die Heizung solar unterstützt werden, verdoppelt sich dieses Summe auf rund 12.000 Euro. Die Solaranlag kostet zwar allein schon knappe 10.000 Euro. Doch durch die Förderung des Bundes (Achtung: Noch nie waren die Förderbedingungen so gut und sie sollen sogar noch verbessert werden, mehr dazu hier) reduziert sich diese Summe auf rund 6.000 Euro. 

Der Brennwertkessel spart gegenüber seinem Vorgänger 15 Prozent an Brennstoffen, die Solarthermieanlage schafft etwa nochmal so viel. Insgesamt käme man also auf eine Einsparung der Brennstoffkosten von gut 30 Prozent. Anders herum: Lagen die jährlichen Verbräche vorher bei etwa 30.000 kWh bei einem nicht sehr gut gedämmten Einfamilienhaus, liegen sie nach dem Heizungswechsel bei 21.000 kWh. Geht man von den derzeitigen Brennstoffkosten für Erdgas aus, hätte sich die komplette Heizung nach 11 Jahren allein durch die Brennstoffeinsparungen amortisiert.

Richtige Auslegung wichtig
Die Einsparungen bei einer reinen Unterstützung der Warmwasserbereitung sind deutlich geringer, da diese nur, abhängig vom energetischen Zustand des Hauses, rund zehn Prozent des gesamten Wärmebedarfs ausmacht. Und von diesem kann man dann wieder die Hälfte sparen. Dafür reichen 1 bis 1,3 Quadratmeter Kollektorfläche und 60 bis 80 Liter Pufferspeicher je Person aus. Bei der Unterstützung der Heizung benötigt man das zwei- bis zweieinhalbfache an Kollektorfläche. Beim Pufferspeicher sind hier 50 Liter je Person zu veranschlagen und nochmals 50 Liter je Quadratmeter Kollektorfläche. Damit vermeidet man die Gefahr, den Puffer zu groß oder zu klein auszulegen. Denn beides sorgt für deutliche Verluste.


In der nächsten Folge am 22.05.2017 zeigen wir, wie sich erneuerbare Energien in ein bestehendes oder neues Heizsystem einkoppeln lassen.

Bisher erschienen:
1 Wann eine Heizung raus muss
2a Neue Heizung - Brennwerttechnik
2b Neue Heizung - Hybride

Erscheinen demnächst: 
2c Neue Heizung - Strombasierte Heizsysteme
3 Kostenvergleich für Erwerb und Installation sowie Wartungen
4 Kostenvergleich Brennstoff und Strom
5 Rechtliches: Heizungslabel, Verordnungen und Gesetze
6 Kamine als Alternative




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lowenergy schrieb: Hoher Heizwasservolumenstrom ist für's effiziente Wärmepumpen äußerst vorteilhaft, um am Verflüssiger den thermischen Energieeintrag ins Hausheizkreiswasser mit passender Spreizung hinzubekommen! Um...
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