Oft ziehen Handwerker nach langjähriger Berufserfahrung in Betracht, sich selbstständig zu machen. Dabei reicht jedoch das eigene Können alleine nicht aus. Insbesondere Kenntnisse rund um eine Existenzgründung sollten vorhanden sein, damit diese erfolgreich werden kann. Zudem benötigt der Handwerker auch Führungsqualitäten, da er schließlich sein Unternehmen leiten muss. Doch was muss beachtet werden, wenn man sich als Handwerker selbstständig machen möchte?
Bild: mavo/shutterstock Analyse des Marktes
Handwerker sind in der Regel an einen regional begrenzen Raum gebunden, da sie selbst Vorort sein müssen, um die geforderte Leistung zu erbringen. Aus diesem Grund sollte die Marktanalyse vor allem auf den lokalen Markt beschränkt werden. Dabei muss herausgefunden werden, wie hoch der Bedarf für das entsprechende Handwerk ist und wie viele Handwerker es dafür bereits gibt. Zudem muss analysiert werden, wie groß die Zielgruppe ist. Solche Recherchen können zum Beispiel über Branchenbücher erfolgen. Daneben ist es wichtig, sich Informationen über die Preise der Konkurrenz zu beschaffen.
Zulassung
In vielen Bereichen des Handwerks benötigt man eine Zulassung, um sich selbstständig machen zu können. Deshalb sollte man zunächst prüfen, ob man eine solche benötigt und die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt. Ob das jeweilige Handwerk zulassungsfrei ist, kann man im Gesetz zur Ordnung des Handwerks nachlesen. Benötigt man eine Zulassung, um sich selbstständig zu machen, so muss man einen Eintrag in die zuständige Handwerkskammer vornehmen, bei dem ein Meisterbrief vorgewiesen werden muss. Erst dann kann man den Gewerbebetrieb bei der zuständigen Behörde eintragen.
Erstellung eines Businessplans
Jeder Existenzgründer sollte einen Businessplan erstellen. Dieser trägt zur Planung der Geschäftsidee bei und ist Grundlage der Gründung. Deshalb sollte man sich für dessen Erstellung viel Zeit nehmen und dabei gründlich vorgehen. Nur so gewährleistet man, dass man sämtliche Bereiche der Selbstständigkeit durchdacht hat. Oft lassen sich bereits im Businessplan mögliche Schwächen der Gründung erkennen, auf die man dann direkt eingehen kann. Folgende Aspekte sollten in dem Businessplan enthalten sein:
- Unternehmensname
- Name des Gründers
- Ausformulierung der Geschäftsidee
- Qualifikationen und Erfahrungen
- Alleinstellungsmerkmal
- Marketing
- Hinweise zur Zielgruppe
- Kapitalbedarf
- Anzahl der nötigen Mitarbeiter
- Zu erwartende Umsätze
Wenn man eine Finanzierung durch eine Bank benötigt, muss ein Businessplan erstellt werden. Anhand dessen prüft das Kreditinstitut, ob eine Investition in die Gründung sinnvoll ist. Gerade wenn man auf Fremdkapital angewiesen ist, sollte man äußerst gründlich vorgehen. Eine große Hilfe kann dabei diese kostenlose Vorlage zur Erstellung eines Finanz- bzw. Businessplans sein.
Die Kundenakquise
Da man auf lokaler Ebene tätig ist, bietet es sich an, in regionalen Zeitungen Annoncen zu schalten. Zudem ist ein Eintrag in die Gelben Seiten sinnvoll. Plicht ist heutzutage die Präsenz im Internet. Auf eine eigene Webseite ist unter keinen Umständen zu verzichten. Daneben empfiehlt es sich, in sozialen Netzwerken vertreten zu sein. Nur so kann man das Unternehmen bekannt und somit erfolgreich machen. Zudem ist die Kundenzufriedenheit enorm wichtig. Insbesondere im Handwerk ist man auf Stammkunden angewiesen, die bei entsprechenden Leistungen den Betrieb anderen potentiellen Kunden weiterempfehlen.
Bürotätigkeiten
Mit der Selbstständigkeit gehen auch Bürotätigkeiten einher, die erledigt werden müssen. Deshalb sollte man sich bereits vor der Gründung Gedanken darüber machen, wer diese erledigen soll. Da man gerade zu Beginn der Selbstständigkeit Kosten einsparen muss, ist es sinnvoll, diese selbst zu übernehmen. Erleichtern kann man sich diese Arbeit mithilfe spezieller Unternehmenssoftware, die für kleine Betriebe geeignet ist. So können Aufgaben wie die Buchhaltung selbst mit wenigen Vorkenntnissen in diesem Bereich einfach und schnell erledigt werden.