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News vom 02.05.2018

Smarte Haustechnik

Smart Meter Rollout

Das Smart Home bekommt Unterstützung von politischer Seite: 2017 startete das Smart Meter Rollout. Grundlage ist das Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) als wesentlicher Bestandteil des Gesetzes zur Digitalisierung der Energiewende. Es sieht vor, alle elektrischen Verbrauchsstellen mit einem intelligenten Stromzähler auszustatten.

Findige Anbieter digitalisieren im Zuge des Smart Meter Rollouts, das nur Stromzähler betrifft, auch die Daten für Wärmeverbräuche, wie hier bei Erdgas, und entwickeln daraus neue Geschäftsmodelle. <br />Bild: fy
Findige Anbieter digitalisieren im Zuge des Smart Meter Rollouts, das nur Stromzähler betrifft, auch die Daten für Wärmeverbräuche, wie hier bei Erdgas, und entwickeln daraus neue Geschäftsmodelle.
Bild: fy

Gestartet wurde mit allen Verbrauchern von mehr als 10.000 kWh im Jahr 2017 Der normale Haushalt mit einem Durchschnittsverbrauch von 4.000 kWh ist somit noch nicht eingeschlossen, wird aber in den nächsten Jahren folgen. 2032 sollen alle Strombezüge in Deutschland – und damit auch die Verbräuche – digital erfasst sein. Der Rollout umfasst zuerst die Zähler die in einem zweiten Schritt mit einem Smart Meter Gateway, also einer Steuerzentrale, verknüpft werden könnten.

Eine Übersicht findet sich hier:

Grafik: BNetzA

Eine gute Übersicht findet sich hier.

Hintergründe für den Smart Meter Rollout gibt es vor allem zwei. Zum einen ist das die Effizienz. Denn nur wenn ich weiß, was ich verbrauche, kann ich Energie einsparen. Und dieses Wissen ist quasi sekundenaktuell verfügbar und nicht nur einmal im Jahr wie bisher. Zum anderen ist kann so eine Harmonisierung des Strommarktes erzielt werden, der aufgrund der fluktuierenden Einspeisung von erneuerbaren Energien in zunehmenden Maße unruhiger geworden ist. Verbraucher könnten so entsprechend des Stromangebotes hinzugeschaltet werden.

Auch im smarten Heim nützlich

Ganz nebenbei kann das Smart Meter Rollout aber auch der Vernetzung im Heim dienen. Denn die Bezüge und damit Verbräuche sind nun einmal erfasst, nun müssten noch die einzelnen Verbraucher im Haus damit verbunden werden. Findige Anbieter nutzen dies heute schon. So können die Verbräuche der einzelnen Haushaltgeräte, der Beleuchtung oder der Heizungspumpe den Bezügen gegenübergestellt und Einsparpotenziale erkannt werden.

Im Moment nützt das noch nicht viel, denn dafür bräuchte es verschieden gestaffelter Stromtarife – etwa für Nachtstrom, die deutlich günstiger sind als Tarife für Tagstrom. Dann könnte man intensive Stromverbraucher wie Wäschetrockner, Spülmaschine oder Waschmaschine ansteuern und so direkt Geld sparen. Viele Versorger arbeiten derzeit an solchen Tarifen. Auch sie müssen mit der neuen Welt, die der Smart Meter Rollout schafft, leben lernen.

Gebäude werden transparent

Doch Strom ist nur die eine Komponente. Der größte Energieverbraucher im Heim ist die Heizung und die Warmwasserbereitung. Einige Wohnungsbaugesellschaften setzen deswegen beim Smart Meter Rollout auf eine Vernetzung der Stromverbräuche mit den ebenfalls digitalisierten Wärmeverbräuchen. So wird ein Gebäude vollends transparent, zumindest in Bezug auf die Energieflüsse. Und es lässt sich so steuern, dass es mit Energie effizienter umgeht.

Denkbar sind dadurch ganz neue Geschäftsmodelle. Die Abrechnungen für Strom und Heizung können etwa monatlich erfolgen, wie bei Telekommunikationsdienstleistungen heute schon Standard. Mieter können aktuell über ihre Verbräuche informiert und, falls nötig, mit Tipps zum Energiesparen versorgt werden. Damit sich dies auch lohnt, könnten die Vermieter etwa Contractoren einschalten, die zum einen für die Energielieferung sorgen, zum anderen durch geringere Verbräuche entlohnt werden. Entsprechende Modelle fassen langsam am Markt Fuß.

Bisher war genau das Sparen für Vermieter eher uninteressant. Um den Strom mussten sich die Mieter meist selbst kümmern. Die Wärmelieferung wurde vom Verwalter ausgehandelt und dem Mieter einfach vorgesetzt sowie einmal im Jahr abgerechnet – ohne einen Vorteil für den Vermieter. Niemand, außer dem Mieter selbst, hatte also ein Interesse am Energiesparen.

Doch das wird sich ändern. Sind Gebäude erst einmal weitgehend energietransparent, wird ein potentieller Mieter sich für die Wohnung entscheiden, die ihm die wenigsten Nebenkosten beschert. Zugegeben: In Ballungszentren mit einem deutlichen Wohnungsnachfragemarkt wie München, Stuttgart oder Berlin ist dies derzeit eher abwegig. Aber auch der Wohnungsmarkt wird sich durch Neubauten wieder stabilisieren. Und diese Neubauten werden schon von Anfang an effizient und energietransparent sein – eine starke Konkurrenz für den Bestand, der spätestens dann nachrüsten müsste.

Smart Meter sind auch eine Voraussetzung, um selbst produzierten Strom effizient zu verbrauchen. Wie das funktionieren kann, wird im nächsten Teil der Serie am 4.5.2018 beschrieben.

Bisher erschienen:
1 Smarte Haustechnik – eine Übersicht
2 Sicherheit
3 Smart Meter Rollout

Erscheinen demnächst:
4 Eigenversorgung mit Strom
5 Smart Metering bei Wärme und Wasser
6 Digitalisierte Heizung
7 Verschattungslösungen
8 Beleuchtung
9 Brandschutzsysteme
10 AAL
11 Smarte Hausgeräte
12 Einbindung externer Komponenten
13 Praxisbeispiele

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