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News vom 15.08.2018

Bestandssanierung

Rechtliches

Wer sein Häuslein sanieren möchte, kann das nicht auf gut Glück. Vor allem die EnEV setzt hier Standards, die zu beachten sind. Nur dann besteht auch Anspruch auf Förderungen – die gibt es nur, wenn man die Vorgaben von Verordnungen wie der EnEV, Gesetzen oder Normen einhält. Um diese soll es in diesem Teil der Serie gehen.

Sanierer denkmalgeschützter Häuser können sich von bestimmten rechtlichen Vorgaben befreien lassen. Der Besitzer des linken Gebäudes hat dies getan und die historische Fassade erhalten, rechts verschwand sie hinter einer Dämmung. <br />Bild: fy
Sanierer denkmalgeschützter Häuser können sich von bestimmten rechtlichen Vorgaben befreien lassen. Der Besitzer des linken Gebäudes hat dies getan und die historische Fassade erhalten, rechts verschwand sie hinter einer Dämmung.
Bild: fy

EnEV

Die wichtigste Verordnung für Sanierungen im Bestand ist die EnEV. Gültig ist sie derzeit in ihre Fassung von 2016 für jedes Wohngebäude. Grob gesagt gibt es zwei Verfahren, sie zu erfüllen.

Entweder man achtet auf Wärmedurchgangs-koeffizienten, auch U-Werte genannt, die etwa für Fenster oder Mauerwerke gelten. Auf die kommen wir noch in zwei späteren Teilen der Serie zurück. Hier können eine Dämmung und ein Fensterwechsel die Mittel der Wahl sein.

Oder man richtet sich nach dem Jahres-Primärenergiebedarf für das ganze, zu sanierende Gebäude. Der darf um 40 Prozent über dem Jahres-Primärenergiebedarf eines in der EnEV definierten Referenzgebäudes liegen. Für die Berechnung gibt es Primärenergiefaktoren, die für Brennstoffe gelten. Sie sehen wie folgt aus:

Heizöl 1,1

Erdgas 1,1

Solarthermie 0,4

Biogas 0,5

Erdwärme 0,0

Solarstrom 0,0

Ganz eindeutig ist zu sehen, dass erneuerbare Energien sehr gut wegkommen, die fossilen Brennstoffe jedoch nicht. Das wiederum spricht dafür, erneuerbare Energien bei einer energetischen Sanierung, insbesondere beim Wechsel des Heizungssystems, so weit wie möglich zu berücksichtigen: etwa Solarthermie oder eine Wärmepumpe, die teilweise mit selbsterzeugtem PV-strom betreiben wird. Alternativ kann ein leistungsgleicher Biomassekessel installiert werden.

Die EnEV gilt für alle nach 2002 erworbenen Gebäude. Noch ältere Gebäude sind dann betroffen, wenn mindestens zehn Prozent der Bauteilfläche bei einer Sanierung betroffen sind. Das ist so gut wie immer der Fall. Generell gilt das für Fassadensanierungen von Häusern, die vor 1984 gebaut wurden. Aber: Besitzer eines denkmalgeschützten Gebäudes müssen sich nicht um die EnEV kümmern, wen die zuständige Landesbehörde eine entsprechende Genehmigung erteilt. Aber die haben ja ganz andere Probleme…

EWärmeG

Das EWärmeG in Baden-Württemberg greift die Standards des bundesweiten EEWärmeG auf, das nur für den Neubau gilt. Im Ländle jedoch gilt es durch die landeseigene Ausformung auch für Bestandssanierungen. Demnach müssen 15 Prozent erneuerbare Energien bei einer Bestandssanierung zur Wärmeerzeugung eingesetzt werden. Diese 15 Prozent können sich aus mehreren Quellen speisen. Zu den Erfüllungsoptionen gehört mit fünf Prozent auch eine Beratung und die Erstellung eines Sanierungsfahrplanes. Auch Bioheizöl und Bioerdgas werden mit zehn Prozent anerkannt. Damit könnte man auch auf einen Heizungswechsel verzichten, was aus Effizienzgründen aber meist nicht ratsam ist.

Wenn bei einer energetischen Sanierung auf Eigenstromerzeugung gesetzt wird (auch auf die kommen wir in einem späteren Teil der Serie zurück), können EEG, KWKG und MieterstromG wirksam werden. Doch da dieser Fall eher die Ausnahme ist, soll dies hier nicht näher beleuchtet werden.

Das Einhalten der gesetzlichen Regelungen ist übrigens immer Voraussetzung, um für eine Bestandssanierung die gar nicht so kargen Fördergelder nutzen zu können. Welche das sind und wie das geht, zeigt der nächste Teil "Förderungen" am 17.08.2018.

Bisher erschienen:
1. Bestandsanierung im Überblick
2. Rechtliches

Erscheinen demnächst:
3. Förderungen
4. Dämmung außen
5. Dämmung innen
6. Dacherneuerung
7. Fensterwechsel 
8. Heizungswechsel 
9. Wechsel Sanitär/Wasser
10. Wechsel Elektrik
11. Eigene Energieerzeugung
12. Praxisbeispiele

 
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