Im Zuge der guten Neubaukonjunktur der letzten Jahre ist die Bedeutung des Sanierungs- und Modernisierungsvolumens im Bauvolumen etwas weniger dominant als noch Ende des letzten Jahrzehnts. Im Wohnungsbau lag es 2016 mit 135,7 Milliarden Euro immerhin noch etwa bei zwei Dritteln des Volumens. Mit dem von den meisten Instituten für 2018 erwarteten Auslaufen des Neubaubooms im Wohnungsbau dürften die Arbeiten im Bestand noch etwas mehr Übergewicht gegenüber dem Neubausektor erhalten. Dennoch kommt die im engeren Sinne energetische Sanierung und Modernisierung nur wenig vom Fleck, wie die aktuelle Schätzung des DIW Berlin (Stand: 2016) zeigt.
Bild: BauInfoConsult Der Wohnungsbauboom hat 2016 nicht nur den Neubau stimuliert – auch im Bestand wurde deutlich aufwendiger investiert als in den Vorjahren, da Investoren sich zunehmend von Bestandsimmobilien in begehrten Wohnlagen hoher Renditen erhoffen. Und auch im Nichtwohnungssegment sind hochwertig modernisierte Büro- und Gewerbeflächen lohnender als auf dem eher investitionsungünstigen deutschen Wohnungsmietmarkt.
Was jedoch die energetische Sanierung und Modernisierung betrifft, stagniert die Entwicklung offensichtlich seit Jahren auf dem bereits erreichten Niveau. Nicht zuletzt deshalb hat Deutschland stillschweigend seine für 2020 geplanten Klimaschutzziele auf 2030 vertagen müssen. Da die Anforderungen der EnEV weiterhin großenteils nur für den Neubau gelten und auch die eher kleinteilig-komplizierte als wirklich lohnenden Subventionsangebote nicht richtig ziehen, sind die Anteile der energetischen Sanierungen am Modernisierungsbestand weiterhin gering. Immerhin sind sie 2016 weiter leicht gestiegen (auf einen Anteil von 28 Prozent im Wohnungs- und von 32,7 Prozent im Nichtwohnungsbauvolumen).