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News vom 07.12.2018

Lüftung

Kältemittelproblematik bei Klimaanlagen

Keine Klimaanlage kommt ohne Kältemittel aus. Dabei handelt es sich um Gase oder Flüssigkeiten, die selbst bei tiefen Temperaturen nicht in den festen Aggregatzustand übergehen. Bisher wurden dafür meist fluorierte Gase verwendete, auch F-Gase genannt. Doch diese schädigen die Erdatmosphäre und tragen zum Treibhauseffekt bei. Das wird auch als Global Warming Potential (GWP) bezeichnet. Deswegen sollen Kältemittel schrittweise aus dem Verkehr gezogen werden, bis 2030 jährlich um acht Prozent. So will es die EU.

Ohne Kühlmittel geht bei Klimaanlagen nichts. <br />Bild: fy
Ohne Kühlmittel geht bei Klimaanlagen nichts.
Bild: fy

Schon jetzt Knappheit

Das führt aktuell am Markt zu folgendem Effekt: Hoch-GWP-Kältemittel (also solche mit hohem Treibhausgaspotenzial) wie R404A und R507, aber auch das aus der Fahrzeugtechnologie bekannte R134a, sind schon heute am Markt kaum mehr verfügbar. Mehr dazu hier.

Nachstehend eine Übersicht über die GWP-Potentiale verschiedener Kältemittel:

Global Warming Potenzial verschiedener Kältemittel

Kältemittel

Nummer der American Society of Heating, Refrigerating and Air-Conditioning Engineers (ASHRAE), Beispiele

 

Global Warming Potential (GWP) im Vergleich zu CO2 = 1

Ammoniak (NH3)

-

0

Kohlendioxid (CO2)

-

1

Propan C3H8, Butan C4H10

-

3

Wasser (H2O)

-

0

Difluormethan

R32

675

Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe (FCKW)

R111 bis R115

4680 bis 10720

Teilhalogenierte Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe (H-FCKW)

R123 bis R142

76 bis 2270

Teilhalogenierte Fluor-Kohlenwasserstoffe (H-FKW)

R143 und R152

122 bis 14310

Die Abschaffung der Kältemittel mit hohem GWP ist also in vollem Gange. Deswegen braucht es Alternativen. Eine Möglichkeit etwa ist Flüssiggas – also Propan und Butan insbesondere als iso-Butan, oder deren Gemische. Wie in der Tabelle zu sehen, ist deren GWP äußerst niedrig.

Flüssiggas als Alternative

Flüssiggas wird schon in vielen Teilen der Welt in Klimageräten und auch hierzulande in Kühlschränken eingesetzt. Ein Nachteil: Diese Gase sind brennbar. Da sie sich aber in geschlossenen Kreisläufen befinden, dürfte es zu keinerlei Problemen mit der Entzündlichkeit kommen, abgesehen von Leckagen, die aber nur bei unsachgemäßer Anwendung gibt. Zudem sind die verwendeten Mengen gering. Je kW Leistung eines Kühlschrankes bedarf es nur 50 g iso-Butan. Bei 3 kW Leistung, die ein durchschnittlicher Kühlschrank aufweist, wären das also 150 g.

Eine weitere Möglichkeit ist R32. Es ist gut handelbar, verfügbar und recht preiswert, weswegen es sich schon jetzt großer Beliebtheit erfreut. Im Gegensatz zu Flüssiggas ist jedoch sein GWP recht hoch. Deswegen kann aktuell niemand vorhersagen, ob der GWP-Fluch dereinst auch R32 treffen wird.

Zudem gibt es noch ganz natürliche Kältemittel. Das bekannteste ist Ammoniak, das jedoch nur in Großanlagen Verwendung findet. Als Kühlmittel können auch Kohlendioxid und Wasser fungieren. Allerdings sind dem Einsatz hier enge Grenze gesetzt. Wasser ist jedoch im Wohnungsbau als Kühlmittel weit verbreitet – nämlich in Flächenheizungen. Hier kann es etwa bei reversiblen Wärmepumpen zur Kühlung eingesetzt werden.

Im nächsten Teil der Serie am 10.12.2018 geht es um die Fördergelder, die man für die Installation einer Lüftungs- und Klimaanlage bekommen könnte – und welche Voraussetzungen man dafür erfüllen muss.

Bisher erschien:
1. Übersicht Lüftungssysteme und Klimaanlagen (LTK)
2. Rechtliches
3. Kältemittelproblematik bei Klimaanlagen

Erscheinen demnächst:
4. Förderungen
5. Einfache Lüftungssysteme
6. Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung (Wärmetauscher)
7. Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung (Wärmepumpe)
8. Alternativen zu Lüftung und Klimaanlage
9. Vor- und Nachteile Lüftung
10. Praxisbeispiele

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Turbotobi76 schrieb: Hi der Aufpreis für KfW 55 ist nicht gerechtfertigt. Die Firmen bauen halt gerne ihre Standarthäuser alles andere wird so teuer gemacht das es sich kaum lohnt. Da sollte man nochmals nachhaken und...
feanorx schrieb: normales leitungswasser reicht Vormischen ist nicht notwendig, einfach jedes Rohr einzeln 1h gut spülen damit schonmal soviel luft wie möglich raus ist, wasser drin lassen, dann sole in ein rohr reinpumpen...
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