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News vom 03.04.2020

Die Verunsicherung ist groß! Sollen Lüftungsanlagen aufgrund von Corona abgeschaltet werden?

Wir befinden uns aktuell im Ausnahmezustand. Schulen und Kita's sind geschlossen, das soziale Leben auf ein notwendiges Minimum herunter gefahren, Grenzen werden geschlossen. Ohne Zweifel, Corona verbreitet Angst, Verunsicherung und Ratlosigkeit. Wir alle haben im Moment mit massiven Einschnitten durch Covid-19 zu kämpfen und keiner kann genau abschätzen, wann die Gefahr gebannt ist.

Fragen über Fragen: Covid-19 sorgt weltweit für höchste Verunsicherung.<br />Bild: MAICO Ventilatoren
Fragen über Fragen: Covid-19 sorgt weltweit für höchste Verunsicherung.
Bild: MAICO Ventilatoren

Vermehrt wurden auch Fragen laut, ob eine potenzielle Übertragungsgefahr von betriebenen RLT-Anlagen in öffentlichen Gebäuden oder zu Hause ausgeht. Diesen Überlegungen möchten wir heute im Folgenden mit Informationen aus einem gemeinschaftlichen Schreibens des Fachverbands für Gebäude-Klima e.V., RLT-Herstellerverband e.V. und Bundesindustrieverband Technische Gebäudeausrüstung e.V.  begegnen.

Covid-19 wird per Tröpfcheninfektion übertragen. Eine Übertragung von Corona-Viren über Lüftungs-/Klimaanlagen kann daher nach aktuellem Kenntnisstand nahezu ausgeschlossen werden. Über die Außen-und Zuluftleitungen können aufgrund der Filtrierung keine Tröpfchen, die das Corona-Virus enthalten könnten, in die Räume eingetragen werden.

Abluftleitungen, die möglicherweise mit Tröpfchen belastete Abluft aus den Räumen aufnehmen, transportieren diese nicht in andere Bereiche, da die beiden Systeme im Unterdruck betrieben werden und dadurch auch bei Leckagen der Leitungen keine Abluft entweichen kann.

Die Empfehlung des Robert-Koch-Institutes (RKI) zur Einhaltung eines Abstandes zwischen Personen von ein bis zwei Metern wird als ausreichend angesehen, um eine Infektion zu vermeiden. Abluftfassungen sind in der Regel deutlich weiter von den Personen im Raum entfernt.  Leckagen im RLT-Gerät und in der Wärmerückgewinnung (WRG) können je nach Ausführung dazu führen, dass ein geringer Anteil der Abluft auf die Zuluft übertragen werden kann. Die korrekte Anlagenplanung mit modernen Konzepten verhindert das durch:

  • Überdruck im Zuluftteil gegenüber dem Abluftteil: Durch die Anordnung von Über- und Unterdruckbereichen kann auch durch Wärmerückgewinnungssysteme wie Rotoren keine Abluft auf die Zuluft übertragen werden.
  • Bei getrennter Ausführung der Zu-und Abluftgeräte z.B. mit Kreislaufverbund-Systemen zur WRG kann die Übertragung von Abluftanteilen in die Zuluft ausgeschlossen werden. 

Filtrierung: Luftfilter sorgen für eine relevante Minderung der Staub-und Aerosolkonzentration in RLT-Anlagen und in der Zuluft von Räumen. Zur vollständigen Abscheidung von Schwebstoffen auch der kleinsten Viren (22-330 nm [Nanometer]) werden HEPA-Filter eingesetzt. Derartig gefilterte Luft wird in RLT-Anlagen für Reinräume, OP-Räume in Krankenhäusern oder in speziellen Laboren benötigt. Ab der Filterklasse H-13 erfolgt die Abscheidung aller Stoffe mit Viren vollständig. Bereits mit der Verwendung der Filterklasse ePM1 ≥ 80 % (alt. F9) wird eine merkliche Reduzierung erreicht, die mit der Dauer der Filterstandzeit jeweils erhöht wird. Filterwartung: Viren sind immer an Aerosole oder Staubpartikel gebunden und schweben daher in der Regel nicht als Virus frei im Raum. Sie werden daher wie alle anderen Partikel im Filtermaterial eingelagert. Für die Wartung und den Austausch beladener Filter ist immer persönliche Schutzausrüstung (Schutzkittel, Mund-/Nasenschutz FFP3 und Schutzbrille) zu tragen.

Raumluftfeuchte: Die Raumluftfeuchte könnte auch eine Rolle bei der Übertragung von Viren spielen. Für die Übertragung von Influenzaviren ist aus Untersuchungen inzwischen bekannt, dass diese bei einer geringeren Raumluftfeuchte (40-60 %) sinkt. Ob dieser Umstand auch bei Corona-Viren eine Rolle spielt, ist nicht bekannt. Falls eine Feuchteregelung mit der Lüftungs-/Klimaanlage möglich ist, sollte diese vorsorglich wie folgt vorgenommen werden:

Die Raumluftfeuchtigkeit sollte im Bereich des Behaglichkeitsfeldes zwischen 30-65% gehalten werden. Ein Zielwert von 40% bei Anlagen mit Befeuchtung könnte vorteilhaft sein, keinesfalls geringer als 35%, da trockene Luft mit < 30 % relativer Feuchte ein gesundheitliches Risiko darstellt! Bei Anlagen ohne Befeuchtung ist abzuwägen, welche Lüftungsraten unter den aktuellen Personenbelegungen zielführend sind.

Bleiben Sie gesund!

Quellenangaben:

Dieser Artikel beruht größtenteils auf Auszügen aus dem gemeinschaftlichen Bericht „Betrieb Raumlufttechnischer Anlagen unter den Randbedingungen der aktuellen Covid-19-Pandemie“ des Fachverbands Gebäude-Klima e.V., RLT-Herstellerverband e.V. und Bundesindustrieverband Technische Gebäudeausrüstung e.V.

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winni 2 schrieb: Ich habe hier keine pauschalen Aussagen gelesen. Fakt ist, eine nach DIN-Heizlast genau ausgelegte Wärmepumpe ist immer überdimensioniert, weil die DIN keine internen und solaren Wärmegewinne kennt. Auch...
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