Das Hotel Rose auf der Schwäbischen Alb war das erste zertifizierte Biorestaurant und -hotel in Baden-Württemberg. Nicht nur die Speisen, die dort serviert werden, entsprechen biologisch-dynamischen Kriterien. Auch sonst ist das Haus durch und durch nachhaltig – bis hin zum neuen Putz an den Wänden.
Im Themenzimmer von Daniel Tress zeigt eine großformatige Aufnahme über dem Bett einen stilvoll gedeckten Tisch.
Bild: Emoton
Das Familienunternehmen Tress betreibt das Hotel in Hayingen-Ehestetten im Landkreis Reutlingen. Alles begann 1950, als Großvater Johannes Tress beschloss, seinen Hof nach Demeter-Grundsätzen zu betreiben. Aus diesem landwirtschaftlichen Betrieb entwickelte das größte Bio-Gastronomieunternehmen in Süddeutschland sowie die Rose-Biomanufaktur als Suppenhersteller.
Im Biohotel Rose wurden nun sechs Gästezimmer renoviert und zu Themenzimmern umgestaltet. Statt der früheren Tapeten setzte die Familie bei der Renovierung auf Wandputz aus reiner Tonerde von Emoton. "Das Material besitzt aufgrund seiner Struktur fabelhafte Haftungseigenschaften und kommt so ganz ohne künstliche Zusätze aus", sagt der ausführende Stuckateur Frank Sommer. Denn sonst enthalten selbst ökologische Wandbeschichtungen häufig etwas Silikon, damit der Putz besser haftet. Bereits geringe Mengen würden die Poren verschließen und so die raumklimatischen Eigenschaften mindern, für die der Putz aus Tonerde so geschätzt wird: Er ist atmungsaktiv, reguliert durch seine poröse Struktur die Feuchtigkeit der Luft, bindet Schadstoffe und sorgt durch die Ionisation der Luft zusätzlich für einen Frischeeffekt.
Der silikonfreie Tonspachtel wurde zunächst in einer Stärke von drei bis vier Millimetern mit der Kelle aufgezogen. Nach dem Trocknen wurde die Fläche angefeuchtet, um sie nochmals anzupressen und zu glätten. "Da ist Gefühl und Erfahrung gefragt", sagt der Stuckateur. Denn eine etwas glattere Oberfläche verhindert zwar Staubablagerungen, gleichzeitig soll aber die charakteristische Korn-an-Korn-Struktur des Erstauftrags durchscheinen.
Der Wandputz in seinem dezenten Grau zieht sich als verbindendes Element durch alle sechs Themenzimmer, die ansonsten aber individuell gestaltet sind. Jedes einzelne beleuchtet etwas von der Geschichte und der verschiedenen Aktivitäten des Unternehmens. Im Großeltern-Zimmer wird die Zahl 1950 optisch in Szene gesetzt – eine Referenz an das Gründungsjahr. Im Raum des Küchenchefs Simon Tress gehören Pfannen ebenso zur Wanddekoration wie eine Original-Kochjacke aus dem SWR-TV-Studio.
Im Themenzimmer von Daniel Tress zeigt eine großformatige Aufnahme über dem Bett einen stilvoll gedeckten Tisch. Über der Tee-Ecke hängt ein Foto von Schloss Ehrenfels.