Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie und der damit verbundenen Arbeitszeiten im Homeoffice sind die Nebenkosten für viele Haushalte massiv gestiegen. Statt tagsüber in den Räumlichkeiten der Arbeitgeber und in der Freizeit unterwegs zu sein, wird der Großteil der Zeit zu Hause verbracht. Und das kostet Geld: Neben erhöhtem Energiebedarf für Licht, Heizung und Elektrogeräte macht sich der Lockdown am Wasserverbrauch bemerkbar. Zudem sind die Wasserpreise in vielen Teilen des Landes erheblich gestiegen. Eine Option zur Kostensenkung machen sich Verbraucher mit einem Brunnen als Speicher für Brauchwasser zunutze.
Bild: Pexels/Karolina Grabowska Brunnenwasser statt Trinkwasser für WC, Bewässerung und Co.
Trinkwasser ist ein kostbares Gut. Schließlich handelt es sich um ein Lebensmittel, das weltweit benötigt wird, aber nur in begrenzter Menge zur Verfügung steht. In Deutschland profitiert die Gesellschaft von strengen Kontrollen, um die hohe Wasserqualität der Aufbereitung sicherzustellen. Trotz der Kostbarkeit der Ressource wird Trinkwasser vielerorts für die Toilettenspülung, die Waschmaschine und die Gartenbewässerung genutzt. Eine Verschwendung, denn für derartige Zwecke würde Regen- und Brunnenwasser völlig ausreichen. Mit Hilfe einer Regenwasser-Nutzungsanlage inklusive Zisterne lässt sich kostenloses Regenwasser verwenden. Alternativ dazu kann ein Brunnen als Brauchwasser-Reservoir dienen und Grundwasser für die Wasserversorgung bereitstellen. Das wiederum schont Haushaltskasse und Umwelt.
Hauswasserwerke als Zentrum der Wasserversorgung
Herzstück eines solchen Systems ist die Eigenwasserversorgungsanlage – auch als Hauswasserwerk bezeichnet, kurz HWW. Dient ein Brunnen als Wasserquelle, werden besonders leistungsstarke HWWs benötigt, weil das Wasser aus mehr Tiefe nach oben befördert werden muss. Aus physikalischen Gründen ist die Fördertiefe derartiger Pumpen allerdings beschränkt. Würde zwischen Pumpe und dem Wasserstand im Brunnen beispielsweise ein Höhenunterschied von zehn Metern herrschen, werden Tiefbrunnenpumpen empfohlen.
Hinsichtlich ihrer Förderhöhe unterscheiden sich die Anlagen erheblich. Während manche Pumpen das angesaugte Wasser aus dem Brunnen über 50 Meter in Höhe pumpen können, ist bei anderen bei 30 Metern Schluss. Hauswasserwerke mit integriertem Druckkessel sind für viele Einsatzorte ratsam, weil der Pufferspeicher die Lebensdauer der Pumpen durch Verringerung der Schaltprozesse erhöht. Sobald der Minimaldruck erreich ist, schalten sich die HWWs ein. Wird ein Verbraucher wie die Toilettenspülung betätigt, fördert die Pumpe Wasser. Nicht fehlen dürfen Druckschalter und Trockenlaufschutz. Auf der spezialisierten Ratgeberseite hauswasserwerk.net finden Interessenten empfehlenswerte Pumpen von Marken wie Einhell, Metabo oder Güde. Bei Bedarf kann gezielt nach Hauswasserwerken mit den genannten Produkteigenschaften recherchiert werden.
Ein Kriterium, das bei der Anschaffung eines Hauswasserwerks häufig vernachlässigt wird, ist ihre Geräuschentwicklung. Wird das HWW im Keller platziert, sind geräuscharme Modelle entscheidend. Viele Anlagen erzeugen jedoch eine Menge Lärm, was bei täglichem Betrieb überaus lästig ist.
Gestiegene Wasserpreise von Esslingen bis Hövelhof
In vielen Regionen der Bundesrepublik haben sich in den vergangenen Monaten die Meldungen über gestiegene Wasserpreise gehäuft. Die Preiserhöhungen fallen teilweise sehr unterschiedlich aus. Wie unter esslinger-zeitung.de berichtet wurde, müssen Haushalte der Region in Baden-Württemberg seit 1. Januar 2021 fünf Cent mehr für einen Kubikmeter Wasser zahlen – statt 2,24 inzwischen 2,29 Euro netto. Auch der Grundpreis wurde angehoben.
In Hannover hat der Trinkwasserpreis zum Jahreswechsel ebenfalls angezogen: Wie die Hannoversche Allgemeine Zeitung haz.de erklärt, werden Haushalte mit bis zu 18 Prozent Preissteigerung konfrontiert. In Hövelhof in Nordrhein-Westfalen ist der Kubikmeter mit 74 Cent im Vergleich zwar deutlich günstiger, seit Januar 2021 greift jedoch auch hier eine Anhebung des Wasserpreises. Der Kubikmeter kostet laut Meldung unter nw.de seither 94 Cent – die Grundgebühr wurde von vier auf sechs Euro angehoben.
Interessant: Der Wohnungsvermittler Home hat 2020 einen Spülkosten-Index veröffentlicht. Darin wird über die jährlichen Gesamtkosten für die Toilettenspülung in den 30 größten deutschen Städten informiert. Darunter Köln, München, Hamburg und Essen. Besonders teuer ist der Toilettengang demnach in Mönchengladbach. Für die Berechnung wurden fünf tägliche Spülgänge und eine 6-Liter-Spülung zugrunde gelegt. Details unter home.ht.