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News vom 14.05.2003

Wachstum, Wertschöpfung, Weiterbildung


• Ausfall von mindestens 1,2 Mrd. Euro durch Ingenieurmangel
• VDI: „Verzicht auf Ingenieure ist Verzicht auf Wachstum"


Der Fachkräftemangel von 20.000 Ingenieuren kostet die deutsche Wirtschaft mindestens 1.2 Milliarden Euro pro Jahr. Diese Wertschöpfung auf Grundlage von Ingenieureinkommen stellte VDI-Direktor Dr. Ing. Willi Fuchs auf der Hannover Messe vor. Zu den 1,2 Milliarden Euro kämen, so Fuchs, noch verschiedene Multiplikatoreffekte hinzu, die die Summe schnell vervielfachen würden. „Verzicht auf Ingenieure heißt Verzicht auf Wachstum. Bei verschwindend geringen Wachstumszahlen, wie den 0,2 Prozent im letzten Jahr, können wir uns einen solchen Fachkräftemangel und den damit verbundenen Wachstumsausfall in den Spitzentechnologien weniger denn je leisten", kommentierte Fuchs die Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt für Ingenieure.

Besonders betroffen vom Fachkräftemangel sind laut Fuchs Zukunftsbranchen wie die Optischen Technologien oder die Nanotechnologie. Beiden Schlüsseltechnologien werden zweistellige Wachstumsraten prognostiziert und in beiden Gebieten werden HighTech-Spezialisten händeringend gesucht. Alleine in den Optischen Technologien fehlen heute schon etwa 10.000 Fachkräfte.

Fuchs erklärte weiter, der Ingenieurberuf befände sich im permanenten Wandel. Vor zwanzig Jahren war ein Spezialist, wer sich auf seinem Gebiet fundiert auskannte. Heute muss er zusätzlich die wichtigsten Informationen aus verschiedenen Gebieten überblicken und nutzen. Ein jüngstes Beispiel sei hier die Mechatronik: Sie setze sich aus Teilen der Elektronik, Informationstechnik und Mechanik zusammen. "Das heißt für den modernen Ingenieur, er muss Wissen aus der Mikroelektronik, dem Maschinenbau und der Informatik vereinen.", so Fuchs. "Wer sich vor Arbeitslosigkeit schützen will, der muss sich unbedingt laufend weiterqualifizieren. Dies gilt ganz besonders für den Ingenieurberuf. Ein Rekrutieren der fehlenden Fachkräfte aus dem Bestand der Arbeitslosen ist nur bedingt möglich, da in den beiden vorherrschenden Ingenieurberufen Maschinenbauer und Elektrotechniker jeweils 60 Prozent der Arbeitslosen mindestens 50 Jahre alt oder älter sind. Und diesen Jahrgängen fehlt es leider häufig an der richtigen Weiterbildung, um sich so für die heutigen High-Tech-Anforderungen zu qualifizieren."

Fuchs präsentierte in diesem Zusammenhang die durchschnittlichen Arbeitszeiten der letzten 40 Jahre und stellte fest, dass sie sich um 22 Prozent von 2.100 auf 1.640 Stunden reduziert hat. „Arbeitnehmer müssen Teile ihrer Freizeit für Weiterbildung nutzen, Arbeitgeber müssen diese finanzieren. Dann haben wir ein „Win-Win“-Modell, in dem sich der eine vor möglicher Arbeitslosigkeit schützt indem er seine Freizeit opfert und der andere einen qualifizierten Mitarbeiter erhält ohne auf seine Arbeitszeit verzichten zu müssen," erläuterte Dr. Willi Fuchs ein mögliches Modell für die Zukunft.

Die komplette Rede von VDI-Direktor Dr. Ing. Willi Fuchs zur Hannover Messe 2003 können Sie sich unterwww.vdi.de/presse runterladen.

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