Die steigenden Energiepreise haben Hausbesitzern in den vergangenen Wochen stark zu schaffen gemacht. Insbesondere die Gaspreisexplosion sorgte für Unmut. Obwohl sich die Lage in einigen Regionen Deutschlands allmählich beruhigt, blicken Privathaushalte mit Sorgenfalten auf den bevorstehenden Winter. Energiesparen bleibt das große Thema. Viele Städte und Gemeinden fördern jetzt die Thermografie zur Identifizierung von Wärmebrücken. Dabei fällt der Blick nicht nur auf typische Schwachstellen wie Fenster, sondern auch auf Briefkastenanlagen.
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Bild: mfuente/pixabay.com Bei Energieeinsparungen steht häufig das Herunterdrehen der Heizkörper im Vordergrund. Schließlich spart jedes Grad Celsius weniger sechs Prozent Heizenergie. Doch das Reduzieren der Raumtemperatur hat Grenzen. Zumindest, wenn gesundheitliche Beschwerden vermieden werden sollen.
- Sinkt die Temperatur in Wohnräumen unter 16 bis 18 Grad Celsius, steigt das Risiko für eine Schimmelpilzbildung laut Umweltbundesamt teilweise massiv.
- Schimmelpilze in Räumlichkeiten erhöhen wiederum das Risiko für Asthma und weitere Gesundheitsprobleme, die mit Schimmelpilzen in Verbindung stehen.
- „Empfohlen wird in Wohnungen tagsüber die Raumtemperaturen nicht unter 19-20 °C zu senken, nachts kann (über Nachtabsenkung) 18 °C eingestellt werden“, rät das Umweltbundesamt online.
Das Energiesparen in der Heizperiode sollte also kontrolliert erfolgen, um sowohl gesundheitlichen als auch baulichen Schäden vorzubeugen. Wo die Feuchtigkeit in der Raumluft steigt und sich Schimmelpilze bilden, sind auf Dauer umfassendere Beschädigungen der Bausubstanz nicht auszuschließen.
Wärmebrücken erkennen und entgegenwirken
Damit die Heizenergie nicht ungenutzt nach draußen entweicht, lohnt sich der Blick auf Wärmebrücken (Kältebrücken). Gemeint sind Gebäudebereiche, die Wärme durch ihre bessere Wärmeleitfähigkeit im Vergleich zu angrenzenden Bauteilen schneller nach draußen transportieren. Derartige energetische Schwachpunkte lassen sich mit einer Wärmebildkamera erkennen. Diese kommen im Rahmen der Thermografie zum Einsatz und machen die unsichtbare Infrarotstrahlung für das menschliche Auge erkennbar. Das bildgebende Verfahren erlaubt einen Blick auf die Oberflächentemperaturen von Gebäuden und hilft, angemessene Maßnahmen für Energieeinsparungen zu identifizieren.
Auch unscheinbare Bauteile haben negative Auswirkungen
Dabei kommen nicht nur die Klassiker der Wärmelecks zum Vorschein wie Fenster, Rollladenkästen und schlecht gedämmte Dächer. Auch unscheinbare Bauteile wie Briefkastenanlagen können für spürbare Wärmeverluste verantwortlich sein. Insbesondere bei der unsachgemäßen Montage von Unterputz-Briefkästen besteht das Risiko, ungewollt Wärmebrücken zu schaffen. Zum Teil werden Briefkästen in Haustüranlagen integriert, ohne thermische Trennung der Bauteile und Innenisolierung. Die Folge: Die kalte Luft von draußen gelangt über den Briefkasten in den Hausflur und kühlt die Raumtemperatur ab.
Möchten Hausbesitzer die Montage selbst vornehmen, muss die Qualität von Briefkasten und Befestigungsmaterial stimmen. Briefkästen made in Germany verkauft das Unternehmen Frabox aus Paderborn hier online inklusive verständlichen Montageanleitungen. Diese beugen Montagefehlern vor. Ob ein Briefkasten eine Isolierung erfordert und in welchem Umfang, können im Zweifelsfall Experten wie Fassadenbauer beantworten.
Thermografie-Aktionen sorgen für Aufklärung
Aktuell werben mehrere Städte und Gemeinden mit Wärmebildkampagnen. Darunter die Stadt Moosburg an der Isar. Das lokale Klimaschutzmanagement bietet die Thermografie für Hausbesitzer unverbindlich und kostenlos an. „Angeboten werden Einzelbesichtigungen der Gebäudeaußenhülle und persönliche Erst-Beratungen bei den angemeldeten Gebäudeeigentümern vor Ort“, erklärt die Stadt in einer Meldung. Während des Vor-Ort-Termins begutachtet ein ausgebildeter Thermograf das Gebäude mit einer professionellen Wärmebildkamera. Rund 15 bis 20 Minuten werden für die Prozedur veranschlagt.
Vergünstigungen in Hemsbach und Ingolstadt
Ein weiteres Thermografie-Paket können sich Immobilienbesitzer in der Stadt Hemsbach zunutze machen. Dort führt die AVR Energie GmbH Thermografie-Checks zur Aufdeckung von Wärmeverlusten durch. Während der Wintersaison 2022/23 sind Experten mit einem Infrarot-Kamerawagen unterwegs und machen aufklärende Bilder. Die Stadt fördert die Aktion mit einem Zuschuss von 50 Euro. Der Preis für die Thermografie reduziert sich für die ersten 20 Anmeldungen von 149 Euro auf 99 Euro.
Auch die Stadtwerke Ingolstadt schafft mit ihrer Thermografie-Aktion die Möglichkeit, Wärmelecks aufzudecken und Heizkosten zu sparen. Laut der offiziellen Internetpräsenz beträgt der Vorteilspreis für die professionelle Thermografie 79 Euro. Die Infrarotaufnahmen werden zwischen Januar und März 2023 gemacht. Darüber hinaus erhalten Hausbesitzer Tipps zur Schwachstellen-Behebung und Hinweise zum Gebäudeenergiegesetz (GEG).
Wärmedämmung in der Haustechnik
Da auch nicht isolierte Versorgungsleitungen und deren Durchdringungspunkte Wärmebrücken verursachen können, lohnt sich die Wärmedämmung in der Haustechnik. Diese wird vielerorts vernachlässigt und ist für nicht zu unterschätzende Wärmeverluste verantwortlich. Sind die technischen Anlagen rund um Heizen, Lüften und Klimatisieren gedämmt, kann das den Energieverbrauch von Gebäuden deutlich senken. Wichtig zu wissen ist, dass die Wärmedämmung von Heizungsrohren, Leitungen zur Belüftung und Co. individuelle Anforderungen mit sich bringt.
Die Wärmedämmung der Haustechnik hat den angenehmen Nebeneffekt der Schalldämmung. Die Schallemissionen werden reduziert, wodurch der Wohnkomfort steigt.