Wärmepumpen boomen. Hersteller und Handwerker kommen kaum hinterher, die riesige Nachfrage zu bedienen. Die wurde durch die steigenden Gaspreise ab Herbst 2021 angefacht. Auch wenn diese wieder sinken – die Nachfrage bleibt ungebrochen. In einer Serie wollen wir alles rund um das Thema Wärmepumpen beleuchten: Recht, Politik, Normen, Arten, Technik, Förderungen. Beginnen wollen wir mit einem Marktüberblick.
Absatzzahlen bei Wärmepumpen.
Bild: BDH/BWP 2022 war das bisher beste Jahr für die Wärmepumpe. Nach Angaben der Branchenverbände BWP und BDH wurden 236.000 Geräte verbaut, 53 Prozent mehr als im Jahr zuvor. (Wir berichteten hier detailliert) Dafür sorgten vor allem hohe Gaspreise, die ab diesem Jahr greifende Entlastung bei den Strompreisen, aber auch höhere und in Zukunft noch weiter steigende Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG). 2024 sollen bereits 500.000 Wärmepumpen verbaut werden.
Der Branche selbst erscheint das Ziel sehr ehrgeizig. Sie will es aber angehen. „Die Industrie hat in einem schwierigen Umfeld mit Personal- und Lieferengpässen gezeigt, dass sie mit einer klugen Priorisierung und innovativen Lösungen auf einen massiven Nachfrageanstieg reagieren kann. Ebenso sind die Handwerkerorganisationen intensiv bemüht, die notwendigen Schulungen und Fortbildungen anzubieten“, betont Paul Waning, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Wärmepumpe. Gelingen kann dies nur mit einer weiteren Steigerung auf dem Niveau des Jahres 2022.
Um dies auch politisch zu flankieren, riefen Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck und Bundesbauministerin Klara Geywitz Ende Juni letzten Jahres zu einem Wärmepumpengipfel nach Berlin. Dabei ging es um den Ausbau der notwendigen Produktionskapazitäten (Stiebel Eltron ging hier mit gutem Beispiel voran und hat 2022 den dreifachen Ausstoß von 2019 erreicht), die Ausbildung im Handwerk und was noch alles notwendig ist, um einen Hochlauf bei der Wärmepumpe abzusichern. 6 Millionen Wärmepumpen sollen nun bis zum Jahr 2030 installiert sein. Derzeit sind etwa 1,1 Millionen Wärmepumpen installiert.
Doch damit nicht genug: Ab 2024 wird eine Regelung des GEG greifen, die die Wärmepumpe weiter befördern wird. Dann nämlich sollen in Neubauten und bei großen Sanierungen 65 Prozent der benötigten Betriebsenergie erneuerbar sein. Machbar ist das kurzfristig weder mit Gas, Fernwärme noch mit Heizöl. Hier kommen nur strombasierte Lösungen oder Biomasse, etwa als Pelletkessel oder Biomasse-KWK, infrage.
Selbst dann kann der hohe deutsche Strompreis der Wärmepumpe noch dazwischen grätschen. Die Preisdeckelung für Verbraucher zieht eine Grenze bei 40 Cent auf 80 Prozent des Vorjahresverbrauchs. Das ist für den Betrieb einer Wärmepumpe immer noch zu viel. Der BWP fordert deshalb eine Mehrwertsteuerabsenkung auf 7 Prozent (wie bei Erdgas) und eine Absenkung der Stromsteuer auf das europarechtlich zulässige Minimum von 0,1 Cent pro Kilowattstunde.
Der nächste Teil unserer Serie zu den Wärmepumpen beleuchtet die Arten und deren Marktanteile in Deutschland.
Unsere Serie zur Wärmepumpe umfasst folgende Teile:
13.02.2023: Die Wärmepumpe – politisch gestützt, ökonomisch häufig sinnvoll
15.02.2023: Arten der Wärmepumpen und Marktanteile in Deutschland
17.02.2023: Aktuelle Marktlage von Wärmepumpen mit Handwerkermangel und Lieferengpässen
20.02.2023: Technische Voraussetzungen für den wirtschaftlichen Einsatz von Wärmepumpen
22.02.2023: Luft-Wasser-Wärmepumpen und ihre Anwendungsbereiche
24.02.2023: Wasser-Wasser-Wärmepumpen und ihre Anwendungen
27.02.2023: Geothermische Systeme und ihre Anwendungen
01.03.2023: Wann sind Hybridsysteme mit Wärmepumpen sinnvoll
03.03.2023: Wärmepumpen in Nahwärmenetzen
06.03.2023: Förderungen für Wärmepumpen
08.03.2023: Praxisbeispiele: Einsatz von Wärmepumpen in eher ungewöhnlichen Objekten
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Ein Beitrag der Redaktion vom HaustechnikDialog.