Hamburg will bereits 2025 klimaneutral werden und hat dazu einen neuen Gesetzesentwurf beschlossen. Der Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) betonte, dass der Klimawandel in einer Stadt wie Hamburg besonders spürbar sei und der Senat dagegen vorgehen müsse.
Bild: Pixabay / AndreasAux Neue Heizungsregelungen ab 2027
Wer zukünftig seine Heizung erneuert, muss mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien verwenden. Die Regel wird jedoch erst ab 2027 verbindlich. Die Fernwärmeversorgung soll bis 2030 zu 50 Prozent auf erneuerbare Energien umgestellt werden.
Photovoltaik-Pflicht für Dächer ab 2024
Bereits bei Neubauten ist es Pflicht, auf einem Teil des Dachs eine Photovoltaikanlage zu installieren. Ab 2024 soll diese Regelung auch für bestehende Dächer gelten, wenn diese erneuert werden. Die Mindestbelegungsfläche beträgt dabei 30 Prozent der Bruttodachfläche.
Gründächer und Solaranlagen für Neubauten ab 2027
Ab 2027 wird es bei Neubauten eine Gründachpflicht geben, wobei 70 Prozent der Dachfläche begrünt und mindestens 30 Prozent mit Solaranlagen belegt sein müssen, sofern dies technisch und wirtschaftlich möglich ist.
Förderprogramme ab 2024
Um die hohen Investitionskosten für die Hamburger Bürgerinnen und Bürger zu reduzieren, wird es ab 2024 Förderprogramme geben. Jedoch betonte Kerstan, dass die Umsetzung der neuen Regelungen schnell erfolgen müsse.
Auflagen für Parkplätze und Klimaanlagen
Ab 2024 müssen Autostellplatzanlagen mit mindestens 35 Plätzen mit Photovoltaikanlagen überbaut werden. Darüber hinaus dürfen Klimaanlagen ab einer gewissen Größe nur noch dann neu installiert werden, wenn alternative Kühlungsmöglichkeiten nicht möglich sind.
Kritik an dem Entwurf von "Fridays for Future", BUND und NABU
Die Klimabewegung "Fridays for Future" kritisierte den Entwurf als unzureichend. Die Umweltorganisationen BUND und NABU sind ebenfalls skeptisch und befürchten, dass die Klimaziele mit dem geplanten Gesetzesrahmen kaum erreicht werden können.
CDU und FDP sehen hohe Kosten
Die CDU-Fraktion sieht hohe Kosten auf Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen zukommen. Die FDP-Abgeordnete Anna Treuenfels-Frowein befürchtet, dass die Wirtschaft Schäden erleiden wird, wenn nicht schnell und konkret Förderungen und Subventionen zur Verfügung gestellt werden.
Die Linke steht dem Klimaschutzgesetz kritisch gegenüber
Der Linken-Bürgerschaftsabgeordnete Stephan Jersch betonte, dass das Gesetz zwar eine Fortschritt sei, aber dennoch nur ein Anfang.
- Hamburg will bereits 2025 klimaneutral werden
- Neue Regelungen für Heizungstausch und Photovoltaik-Pflicht bei Dacherneuerung ab 2024 bzw. 2027.
- Gründachpflicht und Solaranlagen für Neubauten ab 2027
- Förderprogramme für Investitionskosten geplant, aber Eile geboten
- Auflagen für neue Parkplätze und Klimaanlagen, Kritik von Klimabewegung und politischen Parteien